Winterspiele 2022
Der dramatische Absturz eines Superstars: Mikaela Shiffrin scheitert in ihren Parade-Disziplinen

Am Boden zerstört: Mikaela Shiffrin scheitert nach dem Riesen-Slalom auch im Slalom

Am Boden zerstört: Mikaela Shiffrin scheitert nach dem Riesen-Slalom auch im Slalom

© Robert F. Bukaty / DPA

Die Winterspiele in Peking sollten ihre große Bühne werden. US-Skirennfahrerin Mikaela Shiffrin wollte Gold im Slalom und Riesenslaom – und scheiterte in beiden Disziplinen dramatisch an den eigenen Ansprüchen.

Wenn der Druck zu groß ist, besonders der, den man sich selbst macht, kann das Scheitern dramatische Formen annehmen. Mikaela Shiffrin, der Superstar unter den Skirennfahrerinnen, ist es offenbar so ergangen. Wie ein Häufchen Elend saß die 26-Jährige im Schnee auf der Piste von Yanquing und ließ den Kopf hängen. Nur Sekunden vorher war ihr das zweite Mal bei diesen Olympischen Spielen ein schwerer Fehler unterlaufen, ihr, der großen Favoritin auf Gold. Sie war unkonzentriert in den ersten Durchgang ins Slalom-Finale gestartet und hatte nach der vierten Stange die Spur verloren. Im Slalom ist das verhängnisvoll. Selbst wenn man wieder in Fahrt kommt, die verlorene Zeit holt man nicht wieder auf.

Für Shiffrin bedeutete es das vorzeitige Aus. Später flossen bei ihr die Tränen: “Es ist nicht das Ende der Welt”, sagte sie. “Aber ich glaube, ich muss viel hinterfragen jetzt.” Denn der Fehler im Slalom war nicht ihr Erster bei den Olympischen Winterspielen. Schon im Riesenslalom vor wenigen Tagen war ihr ein verhängnisvoller Patzer unterlaufen. Ausgerechnet in ihren beiden Parade-Disziplinen sind ihre Träume von einer Medaille geplatzt.

Mikaela Shiffrin kennt solche Situationen nicht

Die Gesamtführende im Weltcup wollte eine der Großen werden bei diesen Spielen, sie wollte Peking ihren Stempel aufdrücken, jetzt bleibt ihr nur die Hoffnung, in der Kombination eine Medaille zu holen. Im Super G, in der Abfahrt und im Team-Wettbewerb, wo sie ebenfalls antritt, hat sie kaum Chancen.

Sie werde versuchen, den Reset-Knopf zu drücken, kündigte sie an. “Vielleicht gelingt es mir diesmal besser.” Auch wenn sie nicht genau wisse, wie. Das Problem ist: Shriffrin war im Laufe ihrer erfolgreichen Karriere nie in einer vergleichbaren Situation. Für sie ging es immer nur bergauf, ein Absturz ist da nicht vorgesehen. 2014 gewann sie Gold im Riesenslalom, ist viermalige Weltmeisterin und schaffte 47 Weltcup-Siege – mehr als jedes andere Ski-Rennfahrerin in einer Disziplin.

Vielleicht wollte sie zu viel:“Natürlich ist der Druck groß, aber das war nicht das größte Thema heute”, sagte sie. “Ich wollte die aggressivste Linie fahren”, analysierte sie ihren kurzen Lauf. Womöglich hat sie es mit ihrer Attacke übertrieben. “Ich bin mit starker Mentalität gestartet – dann war ich draußen”, sagte sie. “Es ist enttäuschend.”

Lindsey Vonn spendet Trost

Immerhin erhielt sie Zuspruch eines anderen Superstars. “Das nimmt nichts weg von ihrer noch immer herausragenden Karriere. Dieses eine Rennen ändert daran nichts”, sagte Lindsey Vonn dem TV-Sender NBC zu Shiffrins Aus. Die 2019 zurückgetretene Vonn ist mit 82 Weltcup-Siegen die einzige, die in der ewigen Bestenliste der Damen noch vor Shiffrin (73) liegt. Medaillen bei Olympia haben sie beide jeweils drei – Shiffrin zwei goldene, Vonn eine. Will Shriffrin eine Medaille in Peking gewinnen, muss sie die ungewohnte Situation meistern.

tis / tis mit DPA



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