Ukraine-Krieg
Hilfe für Flüchtlinge stellt Behörden vor Herausforderungen

Wegen des Krieges in der Ukraine flüchten zahlreiche Menschen nach Deutschland. Die Behörden in Niedersachsen stellt das vor Herausforderungen – der Personalmangel wird noch deutlicher.

Die steigende Zahl der Geflüchteten aus der Ukraine stellt kommunale Verwaltungen vor Herausforderungen. Mit der Unterbringung und der Betreuung der Menschen seien derzeit verschiedene Behörden beschäftigt, sagte der Sprecher des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes. «Das verursacht zwar Aufwand und Kosten, aber alle tun ihr Bestes, um den Menschen bestmögliche Lösungen zu bieten.»

Die Koordination sei mitunter schwierig, da die Menschen auf verschiedenen Wegen nach Deutschland kommen und einige zunächst bei Bekannten wohnen. Derzeit sei nicht genau klar, wie viele Menschen aus dem Kriegsgebiet nach Deutschland flüchten. Der Sprecher verwies darauf, dass nicht nur ukrainische Flüchtlinge Unterkunft und Hilfe brauchen, sondern auch Menschen aus anderen Ländern wie etwa Ortskräfte aus Afghanistan.

Dem Niedersächsischen Beamtenbund zufolge ist die Situation für Beschäftigte etwa in den Kindergärten und Schulen herausfordernd. Dank der hohen Einsatzbereitschaft funktioniere es aber sehr gut. Eine besondere Belastung gibt es demnach im Sozialdienst, der traumatisierte Menschen unterstütze. «Wir haben sehr viele Kinder und Jugendliche, die zu uns kommen, die Angst um ihre Väter haben, die in der Ukraine geblieben sind», sagte der Sprecher der gewerkschaftlichen Spitzenorganisation. Mit Blick auf das Personal in den Einrichtungen sagte er: «Im Moment ist es so, dass alle Beteiligten wieder einmal bis an ihre eigene Belastungsgrenze gehen, um diese Situation so gut wie es geht zu managen.»

Der Personalmangel im öffentlichen Dienst macht sich dem Beamtenbund zufolge in Krisenzeiten besonders bemerkbar. Nur durch eine enorm hohe Arbeitsbereitschaft seien die Herausforderungen zu bewältigen. Er verwies darauf, dass vielerorts Ruheständler um Hilfe gebeten werden. «Dass wir nicht mehr in der Lage sind, solche Situationen mit dem vorhandenen Personal zu bewältigen, ist ein Trauerspiel», so der Sprecher.

Der Niedersächsische Städtetag verwies auf personelle Engpässe in den Ausländerbehörden. Demnach stehen sie derzeit stark unter Druck. «Hannover ist kein Einzelfall, es gibt personelle Engpässe in fast allen Ausländerbehörden», sagte Hauptgeschäftsführer Jan Arning jüngst der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung». Städtetagspräsident Frank Klingebiel (CDU) zufolge hat sich das Problem lange aufgebaut. «Es gibt keine Personalreserve mehr, seit Corona haben wir alle Instrumente ausgereizt», sagte er der Zeitung.

dpa



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