Sie knistert und rauscht – doch gibt es für viele keinen schöneren Klang als den einer Schallplatte. Seit 70 Jahren drehen sich in Deutschland LPs – und: kein Ende in Sicht. So klappt der Einstieg.

Wer offizielles Mitglied im Club der Vinyl-Fans werden möchte, muss erst einmal den richtigen Plattenspieler finden. Davon werden pro Jahr hierzulande wieder 110.000 Stück verkauft. Damit man sich das neue Hobby Platten nicht gleich schon zum Start vermiest, gibt es ein paar Dinge zu beachten.

“Am Anfang sollte man sich ganz genau überlegen, ob man wirklich bereit ist, in einen Plattenspieler samt Zubehör zu investieren”, sagt Vinyl-Bloggerin Viktoria Gasteiger. “Denn abgesehen vom Plattenspieler und den Schallplatten kommen noch einige weitere Ausgaben hinzu, ohne die es aber nicht geht.”

Einen soliden (Einsteiger-)Plattenspieler könne man zwar bereits für unter 200 Euro bekommen, aber in den meisten Fällen sei es sinnvoll, gleich in ein qualitativ hochwertigeres Modell im Preisbereich von 300 bis 400 Euro zu investieren.

Impulskauf keine gute Idee

Auch wenn viele Zubehörprodukte heute schon recht günstig seien, bliebe es in der Summe trotzdem eine recht große Investition. Von Impulskäufen würde Gasteiger daher abraten. Zudem sollte man sich vor dem Kauf auch überlegen, ob in den eigenen vier Wänden überhaupt genug Platz für Plattenspieler und Zubehör vorhanden ist.

Roland Stehle vom Branchenverband gfu gibt ebenfalls zu bedenken, dass man am besten zu einem Fachhändler gehen sollte und nicht etwa zu einem Discounter. “Von No-Name-Plattenspielern würde ich abraten. Mechanische Geräte haben nun einmal den Nachteil, dass eine gewisse Qualität auch einen gewissen Preis erfordert”, sagt Stehle.

Neben dem Plattenspieler selbst müsse man meistens auch noch das passende Zubehör besorgen: “Es gibt zwar auch Plattenspieler, die sowohl Verstärker als auch bereits Lautsprecher mit dabeihaben, aber bei so etwas wird jeder Hi-Fi-Fan die Hände über dem Kopf zusammenschlagen”, sagt Stehle. Besonders einsteigerfreundlich sind Plattenspieler mit integrierten Vorverstärkern, erklärt Gasteiger.

Steht auch der Neukauf von Verstärker und Boxen an, sollte sich der Preis des Verstärkers an den Lautsprechern orientieren, rät die Expertin. “Eine einfache Grundregel ist es, circa 60 Prozent des Budgets in die Lautsprecher und 40 Prozent in den Verstärker zu investieren.”

Der Zweck bestimmt die Mittel

Letztendlich sei es eine sehr individuelle Frage, welche Sorte Plattenspieler man wolle und für welchen Zweck. “Wenn jemand nur aus Spaß – etwa, weil er alte Platten gefunden hat, die mal anhören möchte, dann wird er keine 1.000 Euro investieren”, so Stehle. “Aber wenn es jemand als Hobby betreibt und sich da in seinen Hörraum einschließt, um den Klang zu genießen, wird man deutlich mehr ausgeben.”

Bernd Theiss vom “Audio”-Fachmagazin erklärt, dass man für circa 300 Euro einen vernünftigen Plattenspieler bekommen kann: “Das bedeutet zum einen, dass die Wiedergabe vom Klang her neutral ist und verzerrungsfrei, ohne Jaulen durch Gleichlauf-Schwankungen und Ähnliches.” Auch sollten die Platten schonend abgetastet werden. Eine ungenau geschliffene, raue Abtastnadel könne sie auf Dauer zerstören.

Zudem gebe es Plattenspieler mit USB-Ausgang oder Bluetooth, die man direkt an einen Computer anschließen kann, sagt Theiss. Das sei vorteilhaft für Menschen, die ihre Platten digitalisieren wollten. “Dann kann man die Musik von der Platte auf einer Festplatte speichern und sie dann demnächst vom Handy aus spielen, ohne dass ich noch einmal zur Platte greifen muss”, sagt Theiss.

Automatik rettet Plattenleben

Sandra Schwarz von der Stiftung Warentest hält manuelle Geräte eher für etwas für erfahrene Platten-Nutzerinnen und -Nutzer, da hier der Tonarm mit der Nadel von Hand auf die Platte gesetzt wird. “Bei einer ungeschickten Bewegung kann die Platte zerkratzen”, sagt sie. “Für Anfänger eignen sich daher eher vollautomatische Plattenspieler, die die Platte per Knopfdruck abspielen.” So kann der Einstieg automatisch besser klappen.



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