Sechs richtig gut gealterte Spiele

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Berlin (dpa/tmn) – Point’n’Click-Adventures gehören zu den ältesten Genres der Spielewelt: Seit Mitte der 80er Jahre klicken und rätseln sich Fans durch bizarre Fieberwelten, SciFi-Dramen und klassische Rittergeschichten. Hunderte dieser Spiele sind in den letzten vier Dekaden erschienen. Sechs ganz besonders gute Adventures – echte Klassiker – wollen wir hier vorstellen. Und die beste Nachricht: Es gibt sie alle auch in überarbeiteten Versionen für heutige Computer.

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Irre Zeitreise im Klo-Häuschen

„Day of the Tentacle“ ist von vorne bis hinten ausgesprochen bizarr: Drei Freunde reisen in Dixie-Toiletten durch die Zeit und müssen ein lila Tentakel aufhalten, das nach einem Chemie-Unfall plötzlich zwei kleine Ärmchen und den starken Wunsch hat, die Welt zu unterjochen. Präsentiert wird diese absurde Geschichte in einer Fiebertraum-Ästhetik voller unmöglicher Architekturelemente, schiefer Winkel und gekrümmter Innenräume.

Und genau dieser Mix macht „Day of the Tentacle“ zu einem echten Klassiker seines Genres. Denn obwohl die Geschichte auf den ersten Blick bizarr wirkt, entspinnt sie sich doch zu einem spannenden Zeitreise-Abenteuer mit fordernden, aber niemals unfairen Rätseln. Und wann kann man sonst mit einem Baustellenklo ins 18. Jahrhundert reißen und die amerikanischen Gründerväter bei ihrer Arbeit beobachten?

Spielenswert weil: Day of The Tentacle mag zunächst geradezu abschreckend bizarr wirken. Hinter der Fiebertraum-Fassade verbirgt sich aber ein humorvolles und spannendes Zeitreise-Abenteuer.

„Hinter dir, ein dreiköpfiger Affe!“

Dieser seltsame Ausruf stammt aus einem echten Adventure-Klassiker: „The Secret of Monkey Island“, ein humorvolles Abenteuer über den jungen Guybrush Threepwood, der sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich ein Pirat zu werden. Spielerinnen und Spieler helfen ihm bei dieser Mission und erleben auf dieser Reise dutzende, wirklich lustige Momente. Aber auch den ein oder anderen spannenden Showdown – denn ganz ohne Zombie-Bösewicht geht es auch in dieser ungewöhnlichen Piratengeschichte nicht.

Wie viel Spaß „The Secret of Monkey Island“ wirklich macht, beweist sein Ruf unter den Fans: Trotz seiner mittlerweile über 30 Jahre auf dem Buckel gehört das liebevoll gestaltete Adventure zu den bekanntesten und beliebtesten Point’n’Click-Titeln überhaupt. Deutlicher kann man „Spielempfehlung“ nicht mehr buchstabieren.

Spielenswert weil: Detailverliebte Pixelgrafik, ein Ohrwurm-Soundtrack, ein tollpatschiger Pirat in Ausbildung. Mit diesen Zutaten zauberte Lucasfilm Games 1990 ein unterhaltsames Adventure, das bis heute nichts von seinem Charme verloren hat.

Die Suche nach dem Heiligen Gral

Indiana Jones ist neben Lara Croft wohl der bekannte Archäologe der Welt. Aber tatsächlich peitschte sich der belesene Draufgänger in der Vergangenheit nicht nur durch Hollywood-Filme, sondern auch durch pixelige Spielwelten: „Indiana Jones and The Last Crusade“ erschien 1989 und ist das erste Point’n’Click-Adventure von Lucasfilm Games – ein gelungenes Debüt, das den Archäologen auf die Suche nach seinem Vater und den Heiligen Gral schickt.

Zwar erzählt das Spiel in Grundzügen die gleiche Geschichte wie der im selben Jahr erschienene Kinofilm. Doch immer wieder schweift das Spiel von der Filmvorlage ab. Dutzende Rätsel warten, außerdem eine der wohl schönsten und aufwendigsten Intro-Sequenzen des gesamten Genres. Allein dafür lohnt sich das Reinspielen!

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Spielenswert weil: Der Filmheld Indiana Jones kann auch Spiele – und das beweist „Indiana Jones and The Last Crusade“ eindrucksvoll. Viel Humor, viele Rätsel, darunter einige echte Kopfnüsse und wunderschöne Pixellandschaften warten auf die Spieler.

Weltraumarchäologen auf Abwegen

Auch in „The Dig“ geht es um Archäologie. Allerdings stöbern Spielerinnen und Spieler hier nicht durch alte Ruinen und Wüstenlandschaften, sondern auf der Oberfläche eines Meteoriten. Der saust direkt auf die Erde zu. Ein kleines Expeditionsteam soll den gefährlichen Gesteinsbrocken sprengen und stößt dabei auf eine überraschende Entdeckung.

Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden, denn „The Dig“ ist am spannendsten, wenn man nicht allzu viel über das Spiel weiß. Ursprünglich sollte zeitgleich zum Release des Spiels 1995 auch ein gleichnamiger Kinofilm veröffentlicht werden, dessen Budget dann allerdings zugunsten der Entwicklung am Spiel gestrichen wurde. Auch spannend: Star-Regisseur Steven Spielberg war als kreativer Impulsgeber Teil des Entwicklerteams von „The Dig“.

Spielenswert weil: „The Dig“ inszeniert mitten im Weltraum ein spannendes Kammertheater, in dem fünf Forscherinnen und Forscher die Hauptrolle spielen. Wendungsreich, dramatisch – und hin und wieder ausgesprochen knifflig.

Unverhofft zur Weltrettung

Eigentlich ist Simon, die namensgebende Hauptfigur in „Simon the Sorcerer“, ein ganz normaler Jugendlicher, der eines Tages aber dank eines magischen Buchs plötzlich in einer Fantasy-Welt strandet. Mit erstaunlich viel Humor erträgt Simon seine neue Rolle als Zauberer, der nun dem Oberbösewicht Sordid das Handwerk legen muss.

So schwer und episch dieser Stoff auch klingt, so bizarr und abstrus sind viele der Bewohner in dieser Welt: Da begegnen dem Spieler schon einmal sozialistische Holzwürmer mit Ambition zur Revolution, ein streikender Brückentroll und eine Prinzessin in Schweinsgestalt. Humor wird in diesem Adventure des Jahres 1993 groß geschrieben und macht „Simon the Sorcerer“ zu einem sehr kurzweiligen Abenteuer.

Spielenswert weil: Titelfigur Simon erträgt sein Schicksal mit einem sympathischen Langmut, der für viele lustige Momente und Begegnungen sorgt. Drumherum wartet ein handfestes Point’n’Click-Adventure, inklusive einfallsreicher Rätsel und wunderschön pixeligen Szenerien.

Außergewöhnliches Rätselraten

„Myst“ ist in dieser Reihe von Empfehlungen ein Sonderling: Kein klassisches Point’n’Click-Adventure, sondern vielmehr ein globales Abenteuer. „Myst“ wird aus der Ego-Perspektive und in einer dreidimensionalen Spielwelt erlebt. Spielerinnen und Spieler blicken auf statistische Szenerien, in denen einzelne Interaktionspunkte entdeckt werden müssen, die dann neue Szenen freilegen.

Klingt ein wenig trocken, verfehlt aber bis heute seine Wirkung nicht: „Myst“ kommt einem Mystery-Thriller gleich, der in einer bizarr-surrealen Welt eine spannende Geschichte erzählt. Statt Humor wartet hier der ein oder andere schaurige Gruselmoment in den verwinkelten 3D-Szenen. „Myst“ war eines der ersten auf CD-ROM veröffentlichten Spiele. Die Grafik war für damalige Verhältnisse sensationell.

Spielenswert weil: „Myst“ ist nicht unbedingt ein besonders zugängliches Spiel, belohnt aber Hartnäckige mit einer unheimlichen Geschichte, die in einer surreal anmutenden Welt spielt. Die für das Genre ungewöhnliche Ego-Perspektive, die ungewöhnlichen Klangwelten des Soundtracks und die fordernden Umgebungsrätsel sind allesamt Gründe, diesen Klassiker aus dem Jahr 1993 auch heute noch nachzuholen.



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