Schwammherz: Typische Symptome der Herzmuskelerkrankung

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Ein Schwammherz ist angeboren und kann unbehandelt zum Schlaganfall führen. Was es mit der Erkrankung auf sich hat und beim welchen Anzeichen Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen sollten.

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Atemnot, Schwindel und ein unruhiger Puls: Hinter solchen Symptomen kann ein sogenanntes Schwammherz stecken. Bei dieser angeborenen Herzmuskelerkrankung ist die Wand der linken Herzkammer in manchen Abschnitten nicht glatt und kompakt, sondern aufgelockert.

t-online hat eine Kardiologin gefragt, was es mit der Erkrankung auf sich hat und warum sie oft jahrelang unentdeckt bleibt.

Krankheit wurde in den 80-er Jahren entdeckt

Das Schwammherz, medizinisch auch als Noncompaction Kardiomyopathie bezeichnet, ist eine recht junge Erkrankung. 1984 publizierte Professor Rolf Engberding das erste Ultraschallbild einer Patientin. Bislang ist unbekannt, wie viele Deutsche von der Herzerkrankung betroffen sind.

„Es ist eine eher seltene Erkrankung, die oft unentdeckt bleibt“, sagt Dr. Birgit Gerecke vom Kardiologischen Zentrum Peine und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Abhängig von den jeweiligen Auswertungen liege bei bis zu 26 von 10.000 untersuchten Herzkranken in der Echokardiographie ein Schwammherz vor.

Linke Herzkammer weist schwammartige Schicht auf

Normalerweise ist die Wand der linken Herzkammer durchgehend kompakt. Beim Schwammherzen jedoch ist die Struktur anders. „Im Ultraschall lässt sich erkennen, dass sich die kompakte Schicht im Vergleich zu einem gesunden Herzen in den betroffenen Anteilen nur etwa halb so dick ausbildet“, sagt die Kardiologin.

„Der innere Teil der Herzwand zeigt dort einen schwammartigen Aufbau. Dieser Teil ist mindestens doppelt so dick wie der kompakte äußere.“ Bei Männern finde sich die genetisch bedingte Erkrankung häufiger als bei Frauen. 

Schwammherz: Nicht alle Betroffenen haben Beschwerden

„Das Schwammherz ist eine sehr individuell verlaufende Erkrankung und die Symptome sind, sofern vorhanden, sehr unterschiedlich“, sagt Gerecke. So gebe es Patienten, die in Folge der Herzmuskelerkrankung unter Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen leiden. Andere hingegen lebten ganz normal, ohne jegliche Einschränkungen.

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Pumpfunktion des Herzens spielt eine bedeutende Rolle

Das Beschwerdebild ist abhängig von der Pumpfunktion des Herzens. „Ist diese gut, stellt das Schwammherz keine Einschränkung für den Betroffenen dar, denn das Blut kann problemlos durch die feinen Verästelungen des schwammartigen Gewebes fließen“, sagt Gerecke und berichtet von einem Mann, der 80 Jahre alt und beschwerdefrei war, als die Erkrankung bei ihm durch Zufall entdeckt wurde.

Ist die Pumpfunktion hingegen geschwächt, fließt das Blut nur langsam durch das aufgelockerte Gewebe und kann sich teilweise sogar stauen. Dann kann es passieren, dass sich ein Blutgerinnsel bildet. Das Risiko, beispielsweise einen Schlaganfall zu erleiden, steigt.

Schwammherz kann nicht geheilt werden

Wird die Diagnose Schwammherz gestellt, muss der Patient in regelmäßigen Abständen untersucht werden. Leidet er unter Beschwerden, kommen in den meisten Fällen zunächst Medikamente zum Einsatz. Seltener wird ein Herzschrittmacher oder ein implantierbarer Defibrillator eingesetzt oder eine Herztransplantation durchgeführt.

„Das Schwammherz selbst kann nicht geheilt werden. Die Behandlung der Symptome steht im Vordergrund“, erklärt Gerecke. „Das Wichtigste dabei  ist, dass die Pumpfunktion des Herzens unterstützt wird. Herzrhythmusstörungen müssen behandelt und gegebenenfalls das Blut verdünnt werden.“

Bei diesen Symptomen sofort zum Arzt

Die Kardiologin rät, bei folgenden Symptomen aufmerksam zu werden: „Auch im Hinblick auf andere Herzerkrankungen sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen, wenn es bereits bei leichter Anstrengung zu Beschwerden wie Luftnot, Schmerzen im Brustkorb, Schwindel oder einem unruhigen Puls kommt. Diese Symptome werden häufig ignoriert.“ Untersuchen lassen sollte man sich auch dann, wenn in der Familie Herzerkrankungen bekannt sind, man intensiv Sport treiben möchte oder es zu Unwohlsein bei sportlichen Aktivitäten kommt.  

Weiterführende Informationen zum Thema können bei der Deutschen Herzstiftung unter www.herzstiftung.de angefragt werden.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.



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