Saisonstart
Nach Sanierung und Sabotage: Museumsfeuerschiff öffnet

Saisonstart Fähre "Dollard"

Das Fährschiff «Dollard» fährt vor dem Emssperrwerk bei Gandersum. Foto: Gerd Kaja/Internationale Dollard Route/dpa/Archivbild

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Knapp drei Jahre mussten Emderinnen und Emder auf diesen Augenblick warten: Nun öffnet das Museumsfeuerschiff «Amrumbank/Deutsche Bucht» wieder für Besucher. Hinter dem Emder Wahrzeichen und dem Verein liegen aufreibende und arbeitsreiche Jahre.

Knapp drei Jahre nach der Grundsanierung und einer zwischenzeitlichen Sabotage öffnet an diesem Sonntag das Emder Museumsfeuerschiff «Amrumbank/Deutsche Bucht» wieder für Besucher. «Wir sind wirklich sehr erleichtert, dass das alles vorbei ist und dass die ganzen Schwierigkeiten bewältigt werden konnten», sagte der Vorsitzende des Feuerschiff-Museumsvereins Heinz-Günther Buß der Deutschen Presse-Agentur. Das knallrote Schiff, das als Wahrzeichen der Stadt gilt und am Ratsdelft im Zentrum liegt, gehört dem Verein.

Hinter den 175 Vereinsmitgliedern liegen aufreibende Jahre: Mitte 2019 musste das Feuerschiff seinen Liegeplatz verlassen, um von Januar 2020 an bei einer Grundsanierung in einer Emder Werft überholt zu werden. Im vergangenen Sommer, als das Schiff zwar schon wieder in der Innenstadt lag, aber noch der Innenausbau lief, bohrte mutmaßlich ein 45 Jahre alter Mann bei einer Sabotage Löcher in den Schiffsrumpf. Wasser lief in den Maschinenraum. Der Einbruch wurde aber noch rechtzeitig entdeckt. Die Polizei ging davon aus, dass der Mann das Schiff in Schieflage bringen wollte. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben, ein Gerichtstermin in Emden steht noch aus.

Nach der Grundsanierung mit Kosten von knapp fünf Millionen Euro musste das mehr als 100 Jahre alte Feuerschiff erneut aufwendig repariert werden. Jede Menge Spenden warben die Vereinsmitglieder ein und leisteten viel Arbeit selbst. Insgesamt seien in den vergangenen drei Jahren rund 18.000 Arbeitsstunden investiert worden, sagte Buß. «Es war an der Grenze der Leistungsfähigkeit im Ehrenamt.»

In den vergangenen Wochen wurden nun die letzten Handgriffe getätigt: Exponate wurden eingeräumt, Leitungen wurden verlegt und das Restaurant wurde wieder eröffnet. Zudem musste alles gesaugt und gereinigt werden. Die Vereinsmitglieder wollten am Sonntag die ersten Besucherinnen und Besucher durch das Schiff führen. Bereits in den vergangenen Wochen sei bei vielen Emderinnen und Emdern eine große Neugier auf die «rote Lady» zu spüren gewesen, sagte Buß.

Das Feuerschiff wurde 1915 auf der Papenburger Meyer-Werft gebaut. 65 Jahre lang war es mit seiner Laterne an verschiedenen Stellen in der Nordsee für Seeleute ein wichtiges Seezeichen – zunächst vor der Westküste Schleswig-Holsteins, zuletzt dann auf der Position «Deutsche Bucht», die das Schiff auch auf seiner Bordwand trägt. Für die kommenden Monate plant der Verein auch Fahrten und Hafenbesuche.

dpa



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