Öl und Gas
Bohrinsel vor der Küste

ONHYM Behörde erteilt israelischem Unternehmen die Rechte zur Suche nach Erdgas und Rohöl vor der Küste der Westsahara.

Rabat – Die Zusammenarbeit zwischen dem nordafrikanischen Königreich und Israel intensiviert sich weiter, nachdem Ende 2020 Marokko der Normalisierung der Beziehungen zugestimmt hat und Teil des erweiterten Abraham-Abkommens geworden ist.

Die Meldung wurde von israelischen Fachmedien veröffentlicht: Das israelische Erdöl- und Gasförderunternehmen Ratio Petroleum Partnership gab bekannt, dass es am 24. September 2021 eine Vereinbarung mit dem marokkanischen Nationalen Amt für Kohlenwasserstoffe und Bergbau (ONHYM) unterzeichnet hat, die dem Unternehmen die Exklusivrechte für die Suche und Erkundung von Erdöl- und Erdgasvorkommen vor der Atlantikküste von Dakhla, Westsahara, mit einer Fläche von 109.000 Quadratkilometern einräumt. Die Vereinbarung sieht die Möglichkeit vor, zu einem späteren Zeitpunkt eine Förder- und Produktionsvereinbarung zu schließen, je nach den Ergebnissen der von dem Unternehmen durchgeführten Studie.

Afrika
Atlantikküste Nord-West-Afrika

Ratio Petroleum Tel Aviv oder britische Tochter in Gibraltar können Gas und Öl fördern.

Die getroffene Vereinbarung soll auch die Bedingungen festlegen, unter denen Ratio Petroleum in Tel Aviv oder ihre britische Tochter mit Sitz in Gibraltar Lizenzen für die Ausbeutung und Förderung von ggf. entdecktem Öl bzw. Gas erhalten könnten.

Dem marokkanischen Staat könnten Lizenzgebühr von ca. 7 % zustehen, wenn in einer Tiefe von bis zu ca. 200 Metern Erdöl mit einer Fördermenge von mehr als 500.000 Tonnen entdeckt wird, und 3,5 % für Erdgas wenn einer Fördermenge von mehr als 500.000 Kubikmetern Gas entdeckt werden sollte.

Die Firma Ratio Petroleum ist kein unbekanntes Unternehmen im Gas- und Ölgeschäft. So hält es ca. 15 % an Israels größtem Explorationsfeld Leviathant und ist in zwei weiteren Becken in Guyana-Suriname und auf den Philippinen aktiv.

Die Polisario protestiert gegen die Vereinbarung.

Nur kurze Zeit nach bekanntwerden der Vereinbarung, formulierte die Polisario, die als bewaffneter Arm der Sahraouis für einen unabhängigen Staat Westsahara kämpft und dabei von Algerien tatkräftig unterstützt wird, ihren Protest. Nach Ansicht der Polisario dürfe Marokko nicht über das Hoheitsgebiet vor der Westsahara verfügen und entsprechende Abkommen eingehen. Ein Standpunkt den Marokko völlig gegenteilig bewertet. Nach Ansicht Rabats ist die Westsahara oder marokkanischen Sahara ein integrierter Bestandteil des Hoheitsgebiets.

Zuletzt erklärte der Europäische Gerichtshof EuGH Abkommen zwischen Marokko und der EU für nichtig, sofern sie sich auf die Westsahara beziehen, da das Volk der Sahraouis nicht zugestimmt hätte. International gewinnt aber Marokko zunehmend Unterstützung für seine Haltung und das Angebot an die Sahraoui ihnen auf dem umstrittenen Gebiet eine weitreichende Autonomie innerhalb des Königreiches zu gewähren. Unter den Unterstützern ist vor allem die USA zu nennen, aber auch zahlreiche afrikanische und arabische Länder, von denen bereits 26 offizielle diplomatische Vertretungen und Konsulate in der Westsahara eröffneten, unterstützen Marokko. Für das aufstrebende Königreich ist die eigentlich sehr dünn besiedelte Westsahara sowohl historisch als auch wirtschaftlich von großer Bedeutung.



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