Queen Elizabeth: Die Königin zeigt sich emotional und stellt Forderungen

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Britisches Königshaus
Zwischen Tradition und Moderne: Mit 95 erfindet sich die Queen neu

Queen Elizabeth sitzt in Schloss Windsor neben einem Bild von Prinz Philip

Queen Elizabeth sitzt in Schloss Windsor neben einem Bild von Prinz Philip

© Buckingham Palace / Avalon / Picture Alliance

Sie war nicht da – und doch das Gesprächsthema Nummer Eins: Queen Elizabeth schickte eine Videonachricht, die am ersten Abend des Klimagipfels in Glasgow allen Politikern und Würdenträgern vorgespielt wurde. Und daran schlug die Monarchin ungewohnt emotionale Töne an. Ein Schritt mit Fingerzeig.

Die 95-Jährige ist bekannt dafür, dass sie mit stoischer Miene Termine absolviert, Small Talk in Perfektion beherrscht und vor klaren – vor allem die Politik betreffend – Worten zurückscheut. Sie ist das Sinnbild einer konservativen, traditionsbewussten Monarchie und führt „die Firma“, wie sich das britische Königshaus selbst nennt, nach diesen Leitlinien. Und so ist die gefilmte Botschaft umso eindrücklicher. Sie ist alles, wofür die Queen bisher nicht stand: emotional, fordernd und politisch.

Zu Beginn ihrer Ansprache begrüßt die Queen die Gäste in Glasgow, um dann persönlich zu werden: „Diese Pflicht nehme ich besonders gerne wahr, da die Auswirkungen der Umwelt auf den menschlichen Fortschritt eine Herzensangelegenheit meines lieben verstorbenen Ehemannes, Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, waren.“ Der Prinzgemahl war am 9. April im Alter von 99 Jahren auf Schloss Windsor gestorben.

In ihrer Rede erinnerte seine Witwe an sein Engagement zu Zeiten, als noch kaum jemand Umweltschutz auf dem Schirm hatte. „Es erfüllt mich mit großem Stolz, dass die führende Rolle, die mein Mann bei der Ermutigung der Menschen zum Schutz unseres zerbrechlichen Planeten gespielt hat, durch die Arbeit unseres ältesten Sohnes Charles und seines ältesten Sohnes William weiterlebt. Ich könnte nicht stolzer auf sie sein“, betont die Queen.

Queen Elizabeth ungewohnt emotional – aber hätte das Prinz Philip gefallen?

Die Worte berühren, auch wenn die 95-Jährige dabei gewohnt stoisch in die Kamera blickte. Selten hat man sie so gefühlvoll in der Öffentlichkeit gesehen. Und das gefiel nicht jedem, denn Prinz Philips Biograf Robert Jobson behauptete in der „Daily Mail“, dass der Prinzgemahl „beschämt“ gewesen wäre.

Im Mittelpunkt zu stehen, war dem gebürtigen Prinzen von Griechenland und Dänemark zeitlebens zuwider. Er, der ehemalige Marine-Offizier, stand unerschütterlich hinter seiner Frau. Zwar musste er sich anfangs mit dieser Rolle anfreunden, doch der Dienst für die Krone war seine oberste Prämisse. So sehr Philip in Sachen Umwelt-, Natur- und Tierschutz ein Vorreiter war, so sehr war er in Traditionen verhaftet. Gefühlsausbrüche hatten in seinen Augen nichts in der Öffentlichkeit zu suchen. Wie es bei guten Paaren der Fall ist, hat ihn seine Frau in dieser Sache sehr gut ergänzt. Auch wenn die Queen eine Frau ihrer Generation ist, so weiß sie genau, dass sie sich dem Wandel der Zeit anpassen muss – damit das Königshaus auch in Zukunft Bestand hat.

Deshalb ist es goldrichtig, dass sie die Rede gehalten hat. Ob er es nun gewollt hätte oder nicht: Prinz Philip hat es verdient, dass er lobend erwähnt wird. Nicht nur, weil er seiner Frau und seiner Familie von unschätzbarem Wert war, sondern weil er frühzeitig Probleme angesprochen hat, den Thronfolger geprägt hat und somit Einfluss auf das Königshaus ausgeübt hat. Dieser kann nun helfen, die Welt zu verändern.

Die Königin ermahnt die Politiker beim Klimagipfel

Bislang haben die britischen Royals nur von ihrer „Soft Power“ Gebrauch gemacht. Das heißt: Sie lenken mit ihrer Präsenz die Aufmerksamkeit auf ein Thema. Denn wenn Herzogin Kate eine Charity-Organisation besucht oder Prinz William eine neue Schirmherrschaft übernimmt, berichten die Medien darüber. Politische Aussagen waren dabei verboten. Doch mit dem Klimawandel mischen sich gesellschaftliche Themen mit politischen Herausforderungen. Vermutlich hat es die Queen deshalb gewagt, solch deutliche Worte zu finden. „Ich für meinen Teil hoffe, dass diese Konferenz eine der seltenen Gelegenheiten sein wird, bei der jeder die Chance hat, sich über die Politik des Augenblicks zu erheben und wahre Staatskunst zu erlangen.“ Deutlicher hätte sie die Oberhäupter der rund 120 Staaten, die sich in Schottland versammelt hatten, nicht ermahnen können. Ein Grund könnte sein, dass der 95-Jährigen ihre eigene Sterblichkeit immer bewusster wird.

Kürzlich war sie über Nacht im Krankenhaus und hatte im Anschluss ihre Teilnahme am Klimagipfel abgesagt. So ist ein Satz am Ende ihrer Rede ein Fingerzeig: „Natürlich werden nicht alle hier in den Genuss der Vorteile diesen Handelns kommen: Keiner von uns wird ewig leben.“

Die Queen fordert Entschlüsse, die in die Geschichtsbücher eingehen – dort wird auch sie ihren rechtmäßigen Platz einnehmen. Als Jahrhundert-Königin, die sich dem Wandel der Zeit angepasst hat.



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