In den Gesichtern von Urs Fischer und Timo Schultz konnten man nicht so recht erkennen, wer da jetzt der Sieger, und wer der Verlierer war.

Union Berlins Chefcoach Fischer gestand auch ein, dass er noch eine Weile bräuchte, bis seine Freude über den nächsten historischen Coup mit den Eisernen auch optisch bemerkbar sei.

Zum ersten Mal seit 21 Jahren steht Union Berlin im Halbfinale des DFB-Pokals. Die unglaubliche Fußball-Erfolgsgeschichte der Köpenicker geht unter Fischer mit einer neuen Facette weiter. Das Ziel Pokal-Endspiel am 21. Mai im Olympiastadion wird immer konkreter.

«Ich habe den Jungs schon wirklich gratuliert. Auch wenn ich es noch nicht so zeige, ist eine Riesenfreude da», sagte der Schweizer nach dem hart erarbeiteten 2:1 am Dienstagabend gegen den FC St. Pauli.

Sein Hamburger Kollege Schultz hatte eingesehen, dass für einen weiteren magischen Pokalabend nach dem Achtelfinal-Coup gegen Borussia Dortmund bei seinem Kiezclub-Team zu viele Details nicht funktioniert hatten. «Schade, dass die Reise zu Ende ist, Union hätte bei uns noch gut reingepasst, unmöglich war es nicht, aber wir waren nicht gut genug», sagte der Ex-Profi.

Union spielte an einem durchaus stimmungsvollen, sportlich aber limitierten Pokalabend seinen Erfahrungsvorsprung aus. Die Tore von Sheraldo Becker (45. Minute) und Cup-Spezialist Andreas Voglsammer (75.) kamen aber nur durch Ausrutscher von Pauli-Schlussmann Dennis Smarsch und den später in Tränen aufgelösten Verteidiger Jakov Medic zu Stande. Die Führung durch den Freistoßtreffer von St. Paulis Daniel Kofi Kyereh (21.) wurde somit noch gedreht.

«Wir haben einen Tag Zeit, um traurig zu sein, dann geht es weiter in der Zweiten Liga. Da haben wir noch einiges vor», sagte Schultz. Er meint natürlich den möglichen Bundesliga-Aufstieg mit dem Gegner Karlsruher SC am Samstag als nächste Aufgabe. Schultz leitete mit seinen Worten auch den Austausch von Nettigkeiten ein. «Ich habe so ein Bauchgefühl, dass sie das schaffen werden», meinte Fischer über die Ambitionen des Gegners.

Schultz wiederum setzte bei den Zielen des Gegners für die Restsaison noch etwas höher an. «Und jetzt noch, Champions League und Pokalsieg», raunte er Fischer nach einer herzlichen Umarmung nach der Pressekonferenz zu. Der Union-Trainer denkt erstmal nur an einen Sieg am Samstag gegen den VfL Wolfsburg und den abtrünnigen Max Kruse. Auch wenn er sich die Freude darüber dann vielleicht nicht sofort anmerken lässt.

(dpa)



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