Waffenlieferung an die Ukraine
Phoenix Ghost – das kann die neuartige Kamikaze-Drohne

Rendering der Switchblade-Drohne.

Rendering der Switchblade-Drohne.

© PR

Nach der Switchblade liefern die USA weitere 121 “Selbstmord”-Drohnen an die Ukraine. Der Typ Phoenix Ghost war vorher unbekannt und ist größer und gefährlicher als die Mini-Drohnen vom Typ Switchblade.

Die USA liefern der Ukraine bereits Kamikaze-Drohnen vom Typ Switchblade, nun kommen noch 121 unbemannte Luftfahrtsysteme vom Typ Phoenix Ghost dazu. Überraschend dabei: Vor der Ankündigung war dieser Drohnentyp unbekannt. “Die Phoenix Ghost wurde von der Air Force in kürzester Zeit entwickelt, um speziell auf ukrainische Anforderungen zu reagieren”, so ein Beamter des Pentagons gegenüber Reportern. Hergestellt wird die Drohne von Aevex Aerospace. Das Programm begann vor dem russischen Einmarsch, wurde dann aber forciert, sagte der Pentagonsprecher John Kirby. “Sie wurde für Anforderungen entwickelt, die sehr genau dem entsprechen, was die Ukrainer jetzt im Donbass brauchen.”

Herumhängende Munition 

Phoenix Ghost gehört zur gleichen Gattung wie das unbemannte Switchblade-System. Es ist eine “Einwegdrohne”, die über dem Gefechtsfeld kreist und sich auf ein Ziel stürzen kann. Fachbergriff: Loitering Munition – HerumAevex gibt keinen Kommentar ab. Die Firma versteht sich als “anerkannter Marktführer für luftgestützte Aufklärungslösungen” und gilt als Spezialist für preiswerte Lidar-Ortungssysteme. Gegenüber Politico äußerte sich der Aevex-Vorstand Generalleutnant a. D. David Deptula dann doch. Er sagte, die Phoenix Ghost sei eine andere Art von Flugzeug als die Switchblade. “Es ist ein Einwegflugzeug, das gegen mittelschwer gepanzerte Bodenziele wirksam ist”. Damit kann sie gegen Schützenpanzer und vermutlich auch gegen Kampfpanzer eingesetzt werden, deren Panzerung an der Oberseite weit geringer ist als an der Front. Nur Bunker dürfte sie nicht aufbrechen können.

Die Drohne ist größer als die kleinere Variante der Switchblade. Die kann ein Infanterist beim Marsch mit sich führen, das wird bei der Phoenix Ghost nicht möglich sein. Dafür besitzt sie bessere Flugeigenschaften und eine größere Reichweite. Phoenix Ghost kann mehr als sechs Stunden fliegen und mit ihren Infrarotsensoren auch nachts operieren, so Deptula. Sie ist eine weit gefährlichere Waffe, weil sie so sehr lange Zeit das Gefechtsfeld kontrollieren und gepanzerte Ziele angreifen kann. Mit sechs Stunden Flugzeit kann die Drohne auch ohne konkreten Auftrag gestartet werden, in der Hoffnung, dass sie in der langen Einsatzdauer ein passendes Ziel finden wird.



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Übernahme ziviler Technik

Das Auftauchen von immer neuen Einwegdrohnen kann nicht verwundern. Es ist gar nicht nötig, eine Einwegdrohne komplett für das Militär zu entwickeln. Es reicht, eine zivile Entwicklung militärisch anzupassen. Ein Landwirtschaftsdrohne mit über 20 Kilogramm Nutzlast kostet den privaten Kunden keine 3000 Euro und sie kann anstatt Dünger auch Sprengstoff transportieren. Einwegdrohnen dieser Art gehören zu den leichten Waffen und spielen hier auch ihre Vorteile aus. Die Einweisung soll schnell und unkompliziert sein, zumindest für Personen, die Erfahrungen mit dem Steuern von Drohnen haben. Eine monatelange Ausbildung ist nicht notwendig. Außerdem hinterlassen derartige Systeme keinen logistischen Fußabdruck, sie benötigen keine Mechaniker und keinen Service für ihren Unterhalt in der Ukraine. Sie werden in einem Transportbehälter geliefert und sind nach dem Auspacken praktisch einsatzbereit. Daher ist es möglich, eine Vielzahl verschiedener Systeme auch in kleinen Stückzahlen an die Front zu schicken, ohne ein absolutes Chaos in der Logistik anzurichten.



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