News heute: Putin muss sich nach Kontakt zu Corona-Infizierten selbst isolieren


Die News von heute im stern-Ticker. 

adsense

Die News von heute im stern-Ticker:   

11.58 Uhr: „Hängt die Grünen“-Plakate dürfen laut Gerichtsbeschluss bleiben

Die rechtsextreme Splitterpartei „III. Weg“ darf laut einem Gerichtsbeschluss die Plakate mit dem Slogan „Hängt die Grünen“ in Zwickau weiter aufhängen. Das Verwaltungsgericht Chemnitz gab einem Eilantrag des „III. Wegs“ statt, wie es jetzt mitteilte – allerdings unter der Auflage, dass die Plakate einen Abstand von 100 Metern zu den Plakaten der Grünen haben müssen. Die Stadt Zwickau hatte vergangenen Mittwoch verfügt, dass die Partei die betreffenden Plakate binnen drei Tagen abnehmen solle. Geschehe das nicht, würden sie entfernt, da der Slogan einen Verstoß gegen die öffentliche Ordnung und die Menschenwürde darstelle.

Das Verwaltungsgericht begründete seine Entscheidung nun damit, dass es auf Grundlage der vom Bundesverfassungsgericht aufgestellten Grundsätze für Wahlwerbung offen sei, ob die Voraussetzungen für einen Eingriff in die Meinungsfreiheit vorlägen. Bei der Interessensabwägung hielt es die Kammer demnach für angemessen, durch die räumliche Trennung eine „losgelöste Wahrnehmung“ der Plakate des „III. Wegs“ und deren „kommunikatives Anliegen nicht zu beeinträchtigen“. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

11.43 Uhr: Putin muss sich nach Kontakt zu Corona-Infizierten selbst isolieren

Angeblich nach Corona-Fällen in seinem nahen Umfeld muss sich Russlands Präsident Wladimir Putin in Selbstisolation begeben. Der Kreml teilte mit, Putin gelte als „Kontaktperson“, sei selbst aber „bei bester Gesundheit“. Der russische Präsident könne aufgrund der Quarantäne nicht persönlich an einem Gipfeltreffen in Tadschikistan teilnehmen. Putin habe einen Coronatest gemacht, teilte Regierungssprecher Dmitri Peskow mit, ohne das Ergebnis zu nennen. Der Präsident ist eigenen Angaben zufolge gegen das Coronavirus geimpft.

Die derzeitige, durch die hochansteckende Delta-Virusvariante ausgelöste Corona-Welle trifft Russland besonders hart, zumal die Impfbereitschaft in dem riesigen Land gering ist. Auch die Appelle von Putin, sich immunisieren zu lassen, haben die Impfbereitschaft nicht nachweislich erhöht.

11.28 Uhr: Raucher löst Feueralarm bei Flug von Mallorca nach Köln aus

Ein 24 Jahre alter Raucher hat auf einem Flug von Mallorca nach Köln einen Feueralarm im Flieger ausgelöst. Der 24 Jahre alte Mann zündete am Sonntag auf der Bordtoilette einen Tabakverdampfer an, sagte ein Sprecher der Bundespolizei heute. Daraufhin sei der Feueralarm angegangen. Der Pilot alarmierte daraufhin die Bundespolizei am Flughafen Köln/Bonn, die den jungen Passagier nach der Landung aus dem Flugzeug holte. Die Beamten schrieben eine Anzeige.

11.15 Uhr: Böhmermann gewinnt Deutschen Fernsehpreis

Der Satiriker Jan Böhmermann hat den Deutschen Fernsehpreis für seine Sendung „ZDF Magazin Royale“ gewonnen. Der 40-Jährige wird in der Kategorie „Bestes Buch Unterhaltung“ mit der Auszeichnung gewürdigt, wie die Jury in Köln mitteilte. Zusammen mit Böhmermann bekommen seine Kollegin Hanna Herbst und sein Kollege Markus Hennig den Preis für die Texte und das Skript der Show. Das „ZDF Magazin Royale“ läuft seit November 2020 im Zweiten und markierte Böhmermanns Sprung ins Hauptprogramm. Zuvor war er im Spartensender ZDFneo beheimatet gewesen. Die Sendung ist eine Mischung aus Comedy und Journalismus.

10.56 Uhr: Totenkopftattoo spricht nicht gegen Einstellung in Polizeidienst

Ein Bewerber für den Polizeidienst in Nordrhein-Westfalen darf nicht wegen einer Totenkopftätowierung und der Begründung, das Motiv lasse auf eine gewaltverherrlichende Einstellung schließen, abgelehnt werden. Das hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf entschieden. Auf dem Oberarm des Bewerbers seien neben dem Schädel samt Skelett auch ein Engel, eine Friedenstaube und ein Auge abgebildet. Zusammen stünden die Motive für Werte und Eigenschaften, die für seinen Lebensweg „von besonderer Bedeutung seien“, erklärte er. Der Engel stehe etwa für Schutz und Geborgenheit. Das Skelett mit Sanduhr symbolisiere die menschliche Vergänglichkeit und sei Mahnung dafür, seine Lebenszeit sinnvoll zu nutzen.

Zwar könne ein Tattoo Zweifel an der charakterlichen Eignung eines Bewerbers begründen, etwa wenn dieses nicht mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung vereinbar sei. Das hänge jedoch vom Motiv, der „Einbettung in ein etwaiges Bildprogramm“ und den Beweggründen für das Tattoo ab. Im Fall des Bewerbers habe die Einstellungsbehörde argumentiert, dass die Zähne im Kiefer des Totenschädels „überdimensional groß“ und daher angsteinflößend seien. Risse im Schädel deuteten zudem auf Gewalteinwirkung hin. Das Gericht kam zu einem anderen Schluss.

10.42 Uhr: Türkische Behörden gehen erneut gegen mutmaßliche Gülen-Anhänger vor

Behörden in der Türkei haben die Festnahme von 143 mutmaßlichen Gülen-Anhängern angeordnet. Die türkische Führung macht den in den USA lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen und seine Anhänger für den Umsturzversuch 2016 verantwortlich. Geheimdienst und Polizei hätten eine Operation in etlichen Provinzen des Landes begonnen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Mindestens 61 der Verdächtigen seien ehemalige Staatsbedienstete, bei der Polizei tätig gewesen oder hätten regen Kontakt zu ranghohen Gülen-Mitgliedern gehabt.

Nach dem Putschversuch wurden Zehntausende Menschen verhaftet. Mehr als 100.000 Staatsbedienstete wurden vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan per Dekret entlassen. Allein mehr als 23.000 Mitarbeiter der Streitkräfte wurden nach offiziellen Angaben des Dienstes enthoben.

10.25 Uhr: Auto von Kandidat für Abgeordnetenhauswahl in Berlin angezündet

Im Berliner Stadtteil Mahlsdorf ist in der Nacht das Auto eines Politikers angezündet und erheblich beschädigt worden. Ein Anwohner habe die Polizei alarmiert, teilten die Beamten mit. Der auf der Straße parkende Wagen habe in Flammen gestanden, ein davor stehendes Auto sei ebenfalls beschädigt worden. Der polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt prüft nun, ob für die Tat eine politische Motivation in Betracht kommt. Der Halter des Autos sei Kandidat für die Wahl zum Abgeordnetenhaus, teilte die Polizei weiter mit. Dabei handelt es sich offenbar um einen Politiker der AfD. Dieser schrieb in den sozialen Netzwerken, dass sein Auto angezündet worden sei.

10.12 Uhr: Mehr als 15.000 Menschen im Ahrtal brauchen offenbar nach Flut psychologische Hilfe

Die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz hat nach Einschätzung eines Psychologen dramatische Folgen für die Psyche der Bewohner des Ahrtals. „Normalerweise leiden etwa drei Prozent der Menschen in der Region unter posttraumatischen Belastungsstörungen“, sagte Markus Schmitt, leitender Psychologe beim Eichenberg-Institut, der „Rhein-Zeitung“. Nun seien mehr als 40.000 Menschen von traumatischen Ereignissen betroffen, von denen künftig über 15.000 Menschen „psychiatrisch behandlungsbedürftig“ seien.

Die ebenfalls schwer durch die Flutkatastrophe getroffenen Psychologen stelle das vor enorme Herausforderungen. Schätzungsweise würden mindestens 20 Prozent mehr Therapeuten gebraucht als vor der Flut. Damit die Symptome bei Betroffenen nicht chronisch würden, müsse zudem schnell gehandelt werden. „Dazu gehört auch eine gute Aufklärungsarbeit, weil Menschen überhaupt erst einmal bereit sein müssen, sich Hilfe holen zu wollen“, sagte Schmitt der Zeitung.


Ahrweiler: Video zeigt Zerstörung sechs Wochen nach Flutkatastrophe

10.01 Uhr: Biden warnt vor Trump-ähnlichem Gouverneur für Kalifornien

Kurz vor der Abberufungswahl von Kaliforniens demokratischem Gouverneur Gavin Newsom hat US-Präsident Joe Biden vor einem Rechtsruck in dem US-Bundesstaat gewarnt. Sollten die Wähler für die Abwahl Newsoms stimmen, riskierten sie einen Gouverneur im Stil von Ex-Präsident Donald Trump, warnte Biden bei einer Wahlkampfveranstaltung in Long Beach. „Entweder behaltet ihr Gavin Newsom als euren Gouverneur, oder ihr bekommt Donald Trump.“

Newsom muss sich heute einer Abberufungswahl stellen. Konservative Aktivisten, die dem 2018 gewählten Gouverneur unter anderem Fehler im Corona-Krisenmanagement vorwerfen, hatten ausreichend Unterschriften für einen sogenannten Recall gesammelt. Umfragen zufolge hat der demokratische Politiker gute Chancen, diesen zu überstehen. Um die Nachfolge Newsoms bewerben sich 46 Kandidaten. Sein wichtigster Herausforderer ist der rechtsgerichtete Radiomoderator Larry Elder, der Trump offen unterstützt hatte.

9.53 Uhr: Brände und hohe Schäden in zwei Feuerwachen

Gleich zweimal Alarm und hohe Schäden bei der Feuerwehr: Brände haben zwei Feuerwachen in Nord- und Westdeutschland schwer getroffen und mindestens 17 Fahrzeuge beschädigt. Ein Brand auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr in Oldenburg beschädigte acht Hallen, eine Waschhalle und zwölf Fahrzeuge, wie ein Polizeisprecher sagte. Demnach brannte eines der Fahrzeuge vollständig aus, die Gebäude seien nicht mehr nutzbar und abrissreif. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf, der Schaden sei vermutlich sehr hoch.

Einen Einsatz in eigener Sache hatte auch die Feuerwehr in Olsberg im Hochsauerlandkreis: Ein Fahrzeug brannte aus noch ungeklärter Ursache gestern, sieben weitere Löschfahrzeuge habe man noch aus der Halle fahren können, berichtete ein Sprecher heute. „Fünf von ihnen sind außer Dienst. Es ist nicht klar, ob sie zu retten sind oder es sich um einen wirtschaftlichen Totalschaden handelt.“ Der Feuerwehr seien ersatzweise drei Löschwagen aus der Umgebung bereitgestellt worden, um „den Grundschutz für die Stadt Olsberg sicherzustellen“, so der Sprecher. Die Kripo ermittelt.

9.06 Uhr: Nationalspielerin Schult kritisiert DFB-Flugpartnerschaft

Nationalspielerin Almuth Schult sieht die Zusammenarbeit des Deutschen Fußball-Bundes mit einer litauischen Fluggesellschaft für Reisen der Männer-Nationalmannschaft kritisch. Ihr stelle sich angesichts der Debatten über Nachhaltigkeit und mehr Klimaneutralität die Frage, „warum der DFB wie schon bei der EM ein Flugzeug aus Litauen charterte“, schrieb die 30 Jahre alte Torhüterin in ihrer Kolumne für das Redaktionsnetzwerk Deutschland mit Blick auf das WM-Qualifikationsspiel der DFB-Auswahl auf Island vergangenen Mittwoch. „Von Litauen nach Island, von Island nach Deutschland und von Deutschland nach Litauen. Das sind mehr als 1500 km Extraweg.“

8.58 Uhr: Bayern will Corona-Lollitests in Kitas einführen

Bayern will die sogenannten Lollitests auch an den bayerischen Kitas einführen. „Wir wollen noch mehr Sicherheit in den Kitas“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) der „Augsburger Allgemeinen“. „Wir werden daher auf Wunsch der Eltern die Lollitests ermöglichen.“ Die Kommunen sollen demnach die Wahl haben, ob sie die Lollitests mit PCR-Standard einführen oder weiter auf freiwillige Selbsttests setzen. „Der Freistaat wird dafür die Kosten übernehmen“, erklärte Söder.

Bei den Lollitests lutscht jedes Kind an zwei Tupfern. Im Labor werden die Proben von allen gesammelt und als Pool untersucht. Diese Pool-PCR-Tests gelten als zuverlässiger als die Schnelltests.

8.50 Uhr: Neuer Corona-Ausbruch in China – Metropole Xiamen geht in Lockdown

Ein neuer Ausbruch der Delta-Variante des Coronavirus hat für Menschen im Südosten Chinas weitreichende Einschränkungen zur Folge. Die Behörden der Küstenmetropole Xiamen in der Provinz Fujian forderten Bewohner dazu auf, die Stadt nicht mehr zu verlassen. Großveranstaltungen wurden abgesagt, Restaurants und Einkaufszentren angewiesen, die Zahl der Besucher zu reduzieren. Schulen schwenkten auf Online-Unterricht um. 

Die Maßnahmen erfolgten, nachdem in der Stadt am Montag 32 neue Corona-Fälle entdeckt worden waren, womit die Zahl der Infektionen in der Provinz Fujian seit der vergangenen Woche auf über 100 angestiegen ist. Die chinesische Regierung verfolgt eine „Null-Covid-Strategie“. Mit Ausgangssperren, Massentests, Kontaktverfolgung, Quarantäne und strengen Einreisebeschränkungen hat das Land das Coronavirus weitgehend im Griff. Zuletzt hatte es eine Häufung lokaler Ausbrüche der Delta-Variante gegeben, die aber bislang mit strikten Maßnahmen stets wieder unter Kontrolle gebracht werden konnten.

adsense

8.40 Uhr: Rekordeinnahmen aus Hundesteuer im Corona-Jahr 2020

Zwischen Lockdown und geplatzten Urlaubsträumen haben offenbar viele Menschen in Deutschland im Jahr 2020 ihren langgehegten Wunsch nach einem Vierbeiner in die Tat umgesetzt: Im ersten Pandemiejahr wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Rekordeinnahmen aus der Hundesteuer erzielt. Die öffentlichen Kassen nahmen im Jahr 2020 rund 380 Millionen Euro aus der Hundesteuer ein. Für die Städte und Gemeinden bedeutete dies nach Angaben der Behörde ein Plus von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr 2019 beliefen sich die Einnahmen aus der Hundesteuer auf 370 Millionen Euro.

Der Trend setzt sich bisher auch 2021 fort, hieß es. Im ersten Quartal 2021 lagen die Einnahmen aus der Hundesteuer bei rund 159 Millionen Euro und damit 8,4 Prozent über den Einnahmen des Vorjahresquartals. Im 1. Quartal 2020 hatten die Hundesteuer-Einnahmen 146 Millionen Euro betragen. Der Trend zum Haustier hat sich allerdings schon vor der Pandemie entwickelt, soweit die Steuereinnahmen ein Indiz dafür sind. Im Jahr 2010 hatte die Hundesteuer den Städten und Gemeinden noch 258 Millionen Euro eingebracht.

8.26 Uhr: Nach Gefängnisausbruch bei Moskau alle Häftlinge wieder gefasst

Gut einen Monat nach dem Ausbruch von fünf Männern aus einem Gefängnis nahe der russischen Hauptstadt Moskau sind alle Häftlinge wieder gefasst. In der Nacht sei der letzte noch Flüchtige festgenommen worden, teilte das Innenministerium mit. Der Mann habe sich gegen seine Festnahme in Moskau gewehrt. Sicherheitskräfte hätten ihn aber entwaffnen und abführen können. Dem Angeklagten wird Mord an einem Geschäftsmann vorgeworfen. Er war Mitte August mit vier weiteren Männern aus einer provisorischen Haftanstalt in der Stadt Istra entwischt – einer hatte sich freiwillig der Polizei gestellt, die anderen wurden kurz nach der Flucht festgenommen. In dem Zusammenhang gab auch es weitere Festnahmen, etwa von zwei Wächtern. Einer von ihnen soll absichtlich die Videoüberwachung abgeschaltet haben. Zudem hätten sie eine Tür offen gelassen und sich schlafen gelegt.

7.05 Uhr: El Salvador impft Kinder ab sechs Jahren gegen Corona

Das kleine mittelamerikanische Land El Salvador hat mit Corona-Impfungen bei Kindern ab sechs Jahren begonnen. „Denken Sie daran, dass die Impfung freiwillig, allgemein erhältlich und kostenlos ist“, schrieb Staatspräsident Nayib Bukele bei Twitter. Rund die Hälfte der Bevölkerung in El Salvador hat bereits zwei Impfdosen erhalten. Nayib gab nicht an, um welches Vakzin es sich handelt. El Salvador hat Impfdosen beim chinesischen Hersteller Sinovac bestellt, der eine Verwendung des Mittels für Kinder ab drei Jahren freigegeben hat. 

Trotz der fortschreitenden Impfkampagne hatte das Land mit 6,6 Millionen Einwohnern zuletzt einen leichten Anstieg der Corona-Fallzahlen registriert. Seit September wurden in El Salvador täglich mehr als 300 Neuansteckungen gemeldet, ein Höchststand seit Jahresbeginn.

6.40 Uhr: Söder heizt Streit um historische Rolle der SPD weiter an

CSU-Chef Markus Söder hat den Wahlkampfstreit um die historische Rolle der Sozialdemokraten in der Nachkriegszeit weiter angeheizt. „Fakt ist: Ob Westbindung, Eintritt in die Nato und die Gründung der Bundeswehr unter Konrad Adenauer und Franz Josef Strauß“ – die SPD sei „dagegen“ gewesen, sagte Söder der „Augsburger Allgemeinen“. Zudem habe der frühere SPD-Führungspolitiker Oskar Lafontaine in der Frage der deutschen Vereinigung „völlig daneben“ gelegen. Auch sei die SPD gegen den europäischen Stabilitätspakt gewesen und stattdessen für eine Schuldenunion in Europa eingetreten. Insofern sei an der These des Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet über die historischen Fehler der Sozialdemokraten „eine Menge Wahres“.

Laschet hatte der SPD beim CSU-Parteitag am vergangenen Wochenende vorgehalten, in der Nachkriegsgeschichte „immer auf der falschen Seite“ gestanden zu haben. Die empörte Kritik der SPD an Laschets Aussage wies Söder zurück: „Da reagiert die SPD schon sehr dünnhäutig“, sagte er.

6.01 Uhr: Mächtiger Tropensturm nähert sich texanischer Küste

Der Tropensturm „Nicholas“ ist auf seinem Weg zur Küste des US-Bundesstaats Texas zum Hurrikan angeschwollen. Dies teilte das Nationale Hurrikan-Zentrum der USA (NHC) mit. Der Sturm näherte sich mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern der Golfküste. Die Meteorologen sagten voraus, dass „Nicholas“ am Anfang seines Weges über das Festland auf die Millionenmetropole Houston prallen würde.

Das NHC warnte vor „lebensbedrohlichen“ Windböen und Sturzfluten. Der Bürgermeister von Houston, Sylvester Turner, appellierte eindringlich an die Bevölkerung, die Straßen zu verlassen und in der Nacht nicht zu fahren.

5.56 Uhr: Mutter von Boris Johnson laut britischen Medien gestorben

Die Mutter des britischen Premierministers Boris Johnson ist Medienberichten zufolge im Alter von 79 Jahren gestorben. Charlotte Johnson Wahl sei „plötzlich und friedlich“ in einem Londoner Krankenhaus verstorben, meldete „The Times“ unter Berufung auf die Familie. Boris Johnson hatte seine Mutter einst als die „oberste Autorität“ der Familie beschrieben, die ihm beigebracht habe, an den gleichen Wert eines jeden Menschen zu glauben.

Die 1942 geborene Johnson Wahl war eine angesehene Künstlerin. Ihr Vater war in den 1970er-Jahren Präsident der Europäischen Kommission für Menschenrechte. 1963 heiratete sie Stanley Johnson und schloss dann als erste verheiratete Studentin ihr Studium an der Oxford University ab. Im Alter von 40 Jahren war bei Johnson Wahl Parkinson diagnostiziert worden.

5.30 Uhr: CSU rutscht in Umfrage zur Bundestagswahl weiter ab

Die CSU verliert einer neuen Umfrage zur Bundestagswahl zufolge weiter. Wäre am nächsten Sonntag Wahl, würden laut dem jüngsten „Wählercheck“ der Sendung „17:30 Sat.1 Bayern“ noch 28 Prozent der Wähler in Bayern die Christsozialen wählen. Anfang September hatten noch 29 Prozent der Befragten angegeben, dass sie die CSU wählen würden, im Juli waren es sogar noch 35 Prozent.

Dafür hat sich die SPD binnen sechs Wochen in der Wählergunst verdoppelt auf 18 Prozent (Anfang September: 15 Prozent). Die Grünen sacken weiter auf 17 Prozent (Anfang September: 18 Prozent, Juli: 20 Prozent). Die FDP hält sich etwa auf 12 Prozent (Anfang September: 13 Prozent, Juli: 12 Prozent), die AfD bleibt im Vergleich zu Anfang September auf 10 Prozent und die Freien Wähler auf 6 Prozent. Nur knapp über die Hälfte der Befragten (54 Prozent), die eine Partei nannten, sind sicher, „ganz bestimmt“ die Partei zu wählen. 44 Prozent denken auch noch über die Wahl anderer Parteien nach.

5.15 Uhr: Oppositionsfraktionen beantragen Sondersitzung des Finanzausschusses

FDP, Linke und Grüne haben wegen der Ermittlungen bei der Verfolgung von Geldwäsche eine Sondersitzung des Bundestagsfinanzausschusses noch vor der Wahl beantragt. Die nunmehr bekannt gewordenen Vorwürfe und Ermittlungsmaßnahmen erreichten „eine bisher ungeahnte Qualität“, heißt es laut der Deutschen Presse-Agentur in einem Schreiben an Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU). Marco Buschmann (FDP), Jan Korte (Linke) und Britta Haßelmann (Grüne) bitten in dem Brief um Anwesenheit von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) am 20. oder 22. September.

Bei Ermittlungen gegen Verantwortliche der FIU, einer Geldwäsche-Spezialeinheit des Zolls, hatte die Staatsanwaltschaft Osnabrück am vergangenen Donnerstag das Bundesfinanzministerium und -justizministerium durchsuchen lassen. Die Staatsanwälte gehen seit vergangenem Jahr einem Verdacht auf Strafvereitelung im Amt durch die FIU nach. Die Zentralstelle, die im Geschäftsbereich des Finanzministeriums liegt, soll Hinweise von Banken auf Geldwäsche nicht an Polizei und Justiz weitergeleitet haben.

4.13 Uhr: RKI meldet 6325 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 81,1

Beim Infektionsgeschehen in Deutschland gibt es derzeit kaum Dynamik. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen liegt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 81,1, am Vortag hatte sie bei 81,9 gelegen, vor einer Woche bei 83,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 6325 Corona-Neuinfektionen, vor einer Woche waren es 6726. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 68 Todesfälle verzeichnet, vor einer Woche waren es 59. 

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI mit 1,79 an (Freitag: 1,95). Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

4.05 Uhr: Wissenschaftler bringen Kälbern „Toilettengang“ bei

Kälber können offenbar darauf trainiert werden, ihren Urin auf einer Art Toilette abzugeben – das soll sowohl dem Klima- als auch dem Umweltschutz dienen. Neuseeländische und deutsche Forscher schafften es, den meisten von 16 am Experiment teilnehmenden Tieren beizubringen, ihren Urin, in dem viel Stickstoff ist, erst einmal zu halten, teilten die Wissenschaftler Lindsay Matthews und Douglas Elliffe von der Universität Auckland mit. Die Tiere sollten dann in eine „Toilette“ urinieren. Ziel war es, so den Stickstoff aufzufangen und zu beseitigen, bevor er Wasser verschmutzt oder sich in langlebiges Treibhausgas verwandelt.

Der Bauernhof, auf dem das Training stattfand, wird vom Forschungsinstitut für Nutztierbiologie in Deutschland betrieben. Wenn die Kälber an der falschen Stelle urinierten, ließen die Wissenschaftler die Halsbänder der Tiere vibrieren, hieß es weiter. Wenn sie dann aber tatsächlich in den Latrinenstall urinierten, wurden sie mit Futter belohnt. Der Stall unterschied sich von den anderen auch durch seine leuchtend grüne Farbe.

3.14 Uhr: Amnesty International gegen Boykott der Fußball-WM in Katar

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International lehnt einen Boykott der für Ende 2022 in Katar geplanten Fußball-Weltmeisterschaft ab. Amnesty-Expertin Lisa Salza sagte der Funke Mediengruppe, ihre Organisation wolle vielmehr „die internationale Aufmerksamkeit bei der WM nutzen“. Die Menschenrechtlerin nannte die katarischen Reformprogramme der vergangenen Jahre im Umgang mit Arbeitsmigranten unzureichend. Die Rechte dieser Migranten seien nach wie vor „prekär“. Ein großes Problem sei, „dass ausbeuterische Arbeitgeber von der Regierung nicht sanktioniert werden“. Die Reformen müssten auch über die WM hinaus „langfristig zu Verbesserungen führen“, forderte Salza. 

Die Debatte um die WM in Katar war zuletzt durch Äußerungen der Grünen-Kanzlerkandidaten Annalena Baerbock neu angeheizt worden. Sie brachte eine Absage des Turniers ins Spiel. Hintergrund sind neben der problematischen Menschenrechtslage in dem Golfstaat auch die umstrittenen Beziehungen der katarischen Regierung zu den radikalislamischen Taliban in Afghanistan.

1.32 Uhr: Mehr als 80 Tote bei Überschwemmungen im Sudan

Bei Überschwemmungen im Sudan sind 84 Menschen ums Leben gekommen und weitere 67 Menschen verletzt worden, wie ein Sprecher des Zivilschutzes mitteilte. Ein Teil der Todesopfer sei ertrunken. Andere Menschen seien durch Stromschläge und den Einsturz von Häusern getötet worden. 

Die durch heftige Regenfälle in dem nordostafrikanischen Land ausgelösten Überflutungen zerstörten nach Angaben des Zivilschutz-Sprechers zudem mehr als 8400 Häuser. An weiteren 27.000 Häusern seien Schäden entstanden. Die Uno hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass 50 Dörfer im südlichen Sudan überflutet worden seien. 65.000 Menschen seien dadurch in die Flucht getrieben worden. Auch ein Lager mit Flüchtlingen aus dem angrenzenden Staat Südsudan wurde demnach überschwemmt.

0.28 Uhr: 600 Heuballen in Flammen – Autobahn 4 gesperrt

Wegen starken Rauchs ist die Autobahn 4 in Hessen zwischen den Anschlussstellen Wildeck-Obersuhl und Wildeck-Hönebach vollständig gesperrt. Wie die Polizei mitteilte, brennen auf einem nahegelegenen Feld rund 600 Heuballen. Den Angaben zufolge werden die Löscharbeiten voraussichtlich noch bis etwa sechs Uhr am Morgen andauern. Der sieben Kilometer lange Autobahnabschnitt im Landkreis Hersfeld-Rotenburg werde wieder freigegeben, sobald es die Sichtverhältnisse zulassen, teilte die Polizei mit. Bei dem Feuer sei ein Sachschaden in Höhe von 12.000 Euro entstanden. Die Brandursache ist unklar.

0.03 Uhr: Plagiatsjäger meldet neue Funde in Büchern von Kanzlerkandidaten

Plagiatsjäger Stefan Weber hat nach eigenen Angaben Bücher der Kanzlerkandidaten Annalena Baerbock und Armin Laschet genauer untersucht und vor allem bei Grünen-Chefin Baerbock deutlich mehr problematische Übereinstimmungen mit Fremdtexten gefunden als bisher bekannt. Die Untersuchung von Baerbocks Buch „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“ habe er bei 100 Plagiatsfragmenten beendet und erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, teilte Weber mit.

Beim Buch „Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance“ von NRW-Ministerpräsident und Unionskanzlerkandidat Laschet führt Weber insgesamt 17 kritische Fragmente auf. In Bezug auf „Hoffnungsland. Eine neue deutsche Wirklichkeit“ von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sprach er von drei verifizierten Plagiatsfragmenten. Die Prüfung des Buches von Scholz sei noch nicht abgeschlossen. Erste Übereinstimmungen gebe es auch bei seinen Reden zu verzeichnen.  Von den Betroffenen äußerte sich bislang niemand zu Webers Berichten.

0.01 Uhr: Apple schließt Schwachstelle auf iPhone und iPad mit Software-Update

Apple hat eine Sicherheitslücke geschlossen, über die nach Erkenntnissen von Experten Nachrichten auf iPhones und anderen Geräten ausgespäht werden können. Forscher der Organisation Citizen Lab stießen auf die Schwachstelle nach eigenen Angaben bei der Analyse des Telefons eines saudi-arabischen Aktivisten. Das Gerät sei mit der Überwachungssoftware „Pegasus“ der israelischen Firma NSO infiziert gewesen, berichtete Citizen Lab.

Apple veröffentlichte Software-Updates für iPhones und iPads, die die Sicherheitslücke schließen sollen. Damit der Schutz greift, müssen die Aktualisierungen von den Nutzern installiert werden. Die Schwachstelle wurde nach Einschätzung von Citizen Lab mindestens seit Februar 2021 ausgenutzt.

mad
DPA
AFP



Source link

adsense

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.