Emotionale Worte des Sohnes
Mick Schumacher „würde alles aufgeben“, um mit seinem Vater über Formel 1 reden zu können

Mick Schumacher findet in der Dokumentation über seinen Vater rührende für ihn

Mick Schumacher findet in der Dokumentation über seinen Vater rührende für ihn

© James Gasperotti/ZUMA Wire / DPA

Michael Schumachers einmalige Rennfahrer-Karriere steht im Zentrum einer neuen Netflix-Doku. Der Film ist auch ein Geschenk seiner Familie an den Sport-Superstar, dessen Schicksal viele Menschen bewegt. Seine Frau und auch sein Sohn Mick finden rührende Worte.

In der Netflix-Doku „Schumacher“, die ab 15. September abrufbar ist, gewährt Corinna Schumacher erstmals Einblicke in das Leben der Familie nach der Tragödie in den französischen Alpen am 29. Dezember 2013, bei der Formel-1-Star Michael Schumacher bei einem Sturz trotz eines Helmes ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatte und tagelang in Lebensgefahr schwebte.

Seine Frau erinnert sich, ihr Mann habe sogar kurz davor noch zu ihr gesagt: „Der Schnee ist nicht optimal, wir könnten ja nach Dubai fliegen.“ Dort habe er stattdessen Fallschirmspringen wollen, eine der Leidenschaften des früheren Rennfahrers.

Mick Schumacher: „Es ist ein bisschen unfair“

Doch nicht nur Michaels Frau Corinna spricht über das Leben mit ihrem Mann und ihrer Familie nach dem Unfall. Auch Schumachers Sohn Mick beschreibt den weltberühmten Vater als Familienmenschen, mit dem sie viele Momente voller Spaß erlebten. „Ein bisschen unfair“ sei es, dass ihnen solche Augenblicke nach dem Unfall des Papas nicht mehr möglich seien, meint der 24-Jährige.

Er selbst hat es inzwischen als Rennfahrer in die Formel 1 geschafft, bestreitet dort gerade seine Debütsaison für das US-Team Haas. So viel zu bequatschen hätte er mit dem Vater, sagt Mick. „Ich würde alles aufgeben nur für das.“

„Es ist ganz klar, dass Michael mir jeden Tag fehlt, und nicht nur mir, die Kinder, die Familie, sein Vater, alle, die um ihn herum sind. Jeder vermisst Michael“, sagt Corinna Schumacher, ehe sie hinzufügt: „Aber Michael ist ja da, anders, aber er ist da, und das gibt uns allen Kraft.“

„Machen alles, damit es Michael besser geht“

Es sind die letzten Minuten des fast zweistündigen Films, die zumindest ein bisschen die Sehnsucht vieler Schumacher-Fans nach neuen Informationen über den Motorsport-Helden stillt. „Wir leben zu Hause zusammen, wir therapieren, wir machen alles, damit es Michael besser geht und gut geht und dass er unseren Familienzusammenhalt auch einfach spürt“, sagt Corinna Schumacher. Teils bislang unveröffentlichte Aufnahmen vermitteln das Bild einer harmonischen Familienidylle vor dem Skiunfall. 

Das Loch, das das Ski-Drama in die Familie Schumacher gerissen hat, lässt sich in dieser Passage des Films deutlich erahnen. Wer aber jetzt auch noch Details zum Gesundheitszustand des Sportidols erwartet, wird enttäuscht. „Wir sind zu keinem Zeitpunkt der Schlagzeile nachgejagt, sondern haben uns langsam herangetastet und haben gemeinsam einen Weg gefunden. Das hätte sonst auch nicht funktioniert. Letztlich hatten wir am Ende selbst einen Beschützerinstinkt“, sagt Vanessa Nöcker, die gemeinsam mit Hanns-Bruno Kammertöns und Michael Wech Regie geführt hat.

Familie will Michael beschützen

Die Familie habe Michael Schumacher mit dem Film ein Geschenk machen wollen, sagt seine langjährige Beraterin Sabine Kehm. „Sie hat den Film einmal gesehen und mag ihn sehr und steht total dahinter – auch in den schwierigen Passagen“, versichert die Managerin, die heute auch die Motorsport-Karriere von Mick Schumacher begleitet. 

Ein Satz der 52-Jährigen bleibt in Erinnerung. „Für mich hätte ich nie im Leben irgendwie gedacht, dass Michael überhaupt irgendwas passieren kann“, sagt Corinna Schumacher irgendwann, als es um die Risiken des Motorsports geht. Im Formel-1-Auto bleibt Schumacher tatsächlich bis auf den Beinbruch bei einem Crash 1999 in Silverstone unversehrt.

Dieses Glück und die Schutzengel, von denen seine Frau erzählt, verlassen Schumacher im Dezember 2013. Weiß und kalt erscheint der Schicksalsberg, an dem der verhängnisvolle Skiunfall passierte, im Netflix-Film als Symbol der Tragödie. „Wir leben unser Leben weiter“, sagt Corinna Schumacher noch. „Es ist wichtig, dass er sein Privatleben weiter so genießen kann, so gut, wie es eben geht. Michael hat uns immer beschützt, jetzt beschützen wir Michael.“

rw / Christian Hollmann



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