Außenministerium
Marokkanisches Außenministerium in Rabat

Royal Air Maroc kündigt Rückholflüge an. Afrikaner erheben Vorwürfe wegen Diskriminierung an EU-Grenzen.

Rabat – Vor dem Ausbruch der Gewalt lebten 10.000 – 12.000 Marokkanerinnen und Marokkaner, überwiegend Studentinnen und Studenten in der Ukraine. Seit dem Beginn des Krieges konnten nach aktuellem Stand (27.02.2022) 436 von ihnen in die Nachbarländer gelangen, wie die staatliche Sendergruppe SNRT meldet.

Nach der Warnung des marokkanischen Außenministeriums am 12. Februar 2022 konnten bereits zahlreiche Personen mit insgesamt sechs Sonderflügen der Royal Air Maroc und Air Arabia Maroc direkt aus Kiew ausgeflogen werden.

Doch durch die Schließung des ukrainischen Luftraums und den sich intensivierenden Kampfhandlungen sind solche Flüge derzeit nicht möglich. Das marokkanische Außenministerium und die marokkanische Botschaft in Kiew haben die ausreisewilligen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger daher dazu aufgerufen, sich in die Nachbarländer zu begeben, insbesondere nach Rumänien, in die Slowakei, nach Polen sowie Ungarn. An zahlreichen definierten Grenzübergängen warten marokkanische Botschaftsmitarbeiter und Diplomaten auf die Staatsbürger, um diese in Empfang zu nehmen und für weitere Unterstützung zu sorgen.

Wie das Nachrichtenmagazin Telquel unter Berufung auf diplomatische Quellen berichtet, haben bis Sonntag, den 27. Februar 2022, 251 Marokkaner die Ukraine in Richtung Rumänien, 130 in Richtung Polen, 46 in Richtung Slowakei und 9 in Richtung Ungarn verlassen.

Staatliche Fluggesellschaft Royal Air Maroc kündigt Rückholflüge an.

Wie bekannt geworden ist, plant Marokko seine Staatsbürger mit Hilfe von Sonderflügen abzuholen. Die staatliche Fluggesellschaft Royal Air Maroc kündigte nun an, sog. Rückholflüge aus den Aufnahmeländern durchzuführen. „In Absprache mit den marokkanischen Behörden wird Royal Air Maroc Sonderflüge zugunsten der in der Ukraine ansässigen marokkanischen Gemeinschaft einrichten, die hauptsächlich aus Studenten besteht“, kündigte die RAM in einer Pressemitteilung an, die am Abend dieses Sonntags, dem 27. Februar 2022, veröffentlicht wurde. „Am Mittwoch, den 2. März 2022 werden zunächst drei Flüge durchgeführt, die von Bukarest (Rumänien), Budapest (Ungarn) und Warschau (Polen) nach Casablanca zu einem Festpreis von 750 marokkanische Dirham MAD (ca. 70,-€) inklusive Steuern abfliegen“, meldet die Airline und betonte, dass diese Flüge ausschließlich in der Ukraine niedergelassenen Marokkanern und ihren Familienangehörigen vorbehalten sind.

RAM
Royal Air Maroc Dreamliner 787-9 Aeroport Mohammed V. Casablanca

Royal Air Maroc RAM hat auch darauf hingewiesen, dass Tickets auf der Website der nationalen Gesellschaft (www.royalairmaroc.com) und über ihre Callcenter und Verkaufsagenturen in Marokko und im Ausland erhältlich sind.

Afrikaner erheben Vorwürfe wegen Diskriminierung an EU-Grenzen

In ihrem Liveblog zur Lage in der Ukraine berichtet tagesschau.de von Unterschieden bei der Aufnahmebereitschaft von Flüchtigen aus der Ukraine je nach Herkunft. Laut einem Tweet auf Twitter des südafrikanischen Außenministers Clayson Monyela seien Afrikaner an der Grenze zu Polen rassistisch motivier Diskriminiert worden. „Südafrikanische Studenten und andere Afrikaner wurde übel mitgespielt an der ukrainisch-polnischen Grenze“, schrieb Clayson Monyela. Tagesschau.de berichtet weiter, dass bereits Videos in den sozialen Medien aufgetaucht seien, die eine Zurückweisung afrikanischer Flüchtlinge zeigten. Botschaftsmitglieder versuchten an der Grenze, den festsitzenden Afrikanern die Ausreise zu ermöglichen, so Außenminister Monyela. Dabei handelt es sich überwiegend um Studentinnen und Studenten aus Ghana, Nigeria, Kenia, Südafrika, Äthiopien, Somalia und anderen Staaten des Kontinents.

Das marokkanische Außenministerium und auch marokkanische Medien haben noch von keinen derartigen Erfahrungen eigener Staatsbürgerinnen und Staatsbürger berichtet.

Marokko – Botschaft in Kiew will bei Ausreise von marokkanischen Staatsbürgern unterstützen.

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