Devisen
Amt für Devisenwirtschaft gibt Bericht heraus.

Rücküberweisungen von MREs nach Marokko stiegen, um über 45 % im Juli 2021 auf 54 Mrd. MAD oder über 5 Mrd. EURO*

Rabat – Sie bleiben weiterhin für das nordafrikanische Königreich eine der wichtigen Einnahmequelle für Devisen und eine tragende Stütze für viele Familien im Land, die sog. Rücküberweisungen bzw. direkten Überweisungen von Geldmitteln von im Ausland lebenden Marokkanerinnen und Marokkaner (MRE) nach Marokko. Seit Ausbruch der Coronavirus – Pandemie und trotz der wirtschaftlichen Folgen auch im Ausland, von denen oft die sog. MREs besonders betroffen sind, ist die Solidarität mit ihren Verwandten im „Heimatland“ weiterhin ungebrochen, sie ist im Gegenteil noch nie so hoch gewesen, wie derzeit. Die Überweisungen der sog. MRE nehmen trotz der Krise weiter zu. Ende Juli 2021 weisen sie einen Anstieg von 45 % gegenüber dem Vorjahresmonat oder ein Plus von 16,9 Mrd. marokkanische Dirham MAD bzw. 1,59 Mrd. EURO* auf.

Transferzahlungen
MREs bei der Einreise per PKW nach Marokko

54 Mrd. marokkanische Dirham im Juli aus dem Ausland überwiesen.

Die Überweisungen der sog. MRE beliefen sich Ende Juli 2021 auf 54,022 Mrd. MAD (5 Mrd. EURO*), gegenüber 37,1 Mrd. MAD Ende Juli 2020, was einem Anstieg von 45,6 % oder +16,922 Mrd. MAD entspricht, so das Zoll- und Devisenamt in seinem aktuellen Bericht.

Seit Beginn des Jahres 2021 haben sich die Überweisungen marokkanischer Staatsangehöriger im Vergleich zum Jahr 2020 deutlich positiv entwickelt: +8,8% Ende Januar, +22,5% Ende Februar, +41,8% Ende März, +45,3% Ende April, +50,2% Ende Mai, +48,1% Ende Juni und +45,6% Ende Juli 2021.

Der Aufwärtstrend setzte sich das ganze Jahr über fort, wobei zwischen Juni und Juli ein Anstieg von mehr als 2 Mrd. MAD zu verzeichnen war.

Dies ist ein bemerkenswerter Anstieg im Vergleich zu 2020, das selbst als außergewöhnliches Jahr galt, in dem die Überweisungen im Vergleich zu 2019 um 4,9 % gestiegen waren, und das vor dem Hintergrund einer weltweiten Pandemie.

Die Bedeutung der MREs in der Pandemie gestiegen.

Die vergleichsweise schnellen wirtschaftlichen Entwicklung in Marokko, von der vor allem die Küstenregionen und Ballungszentren profitierten, schien die Bedeutung der MREs für die Devisenbeschaffung zu relativieren und sie landeten auf Platz drei hinter den Tourismus und dem Export von Phosphat und Automobile. Doch der Einbruch des Tourismussektors, der zu 50 % von den Besuchen der MREs getragen wird, und dem deutlichen Einbruch der Wirtschaft im Königreich, der große strukturelle Defizite auf dem Arbeitsmarkt und die Gefahren für die Menschen im viel zu großen informellen Sektor aufzeigte, machte die Bedeutung der im Ausland lebenden Staatsbürgerinnen und Staatsbürger sowie deren Lastübernahme für ihre Familien deutlich. Dabei sei erwähnt, dass nicht nur Marokkanerinnen und Marokkaner Gelder überweisen, sondern viele Ausländer, mit engen Kontakten zu Familien und Hilfsorganisationen im Land, sich engagieren. Die Rücküberweisungen sind für Marokko ein warmer Geldsegen, weil man Devisen erhält, ohne dass man in Form von Produkten oder Dienstleistungen eine Gegenleistung erbringt. Zugleich wird der überwiegende Teil für den direkten Konsum verwendet, was die Inlandnachfrage stützt.

*Wechselkurs Stand 01. September 2021



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