Solarenergie
Solaranlage

Bundesstaat Jigawa setzt bei Solarenergie auf Kompetenz und Investoren aus Rabat.

Dutse – Nigeria, Afrikas Land mit der größten Bevölkerung und umfangreichen Erdgas- und Erdölvorkommen, will zunehmend auf Solarenergie setzen sowie den heimischen Energiehaushalt dezentralisieren und diversifizieren. Nach Kooperationen beim Bau einer ca. 6.500 km langen Erdgaspipeline entlang der westafrikanischen Küste und der Errichtung von Düngermittelfabriken setzt Nigeria erneut auf eine Kooperation mit dem nordafrikanischen Königreich Marokko, bei der Entwicklung einer eigenen Solarenergiestrategie und dazu passenden Projekten. Marokko besitzt inzwischen große Erfahrung beim Bau und Betrieb von Solar- und Windparks, die von der Energieagentur Masen und unter dem Projektnamen Noor im ganzen Land aufgebaut wurden bzw. noch werden. Darunter Ouarzazate I-IV sowie der Energiepark Noor Midelt I-IV. Projekte an denen auch die deutsche KfW als Finanzpartner beteiligt ist.

Noor
Investitionen in Solarenergie in Marokko

Nigerianischer Bundesstaat Jigawa kündigt Projekt mit marokkanischer Hilfe an.

Die nigerianische Bundesregierung arbeitet gemeinsam mit Marokko und der Regierung des Bundesstaates Jigawa an der Umsetzung von Solarenergieinitiativen, um die Energienutzung im Nordwesten und anderen Regionen des Landes zu fördern, teilte Sagir Musa Ahmed, der Kommissar des Bundesstaates Jigawa für Land, Wohnungsbau sowie Stadt- und Regionalplanung, in der Regionalhauptstadt Dutse mit. Laut dem nigerianischen The Guardian sagte Herr Ahmed, dass das geplante Projekt im Gwiwa Local Council, einem Gebiet der Lokalregierung des Bundesstaates Jigawa, mit einer geschätzten Flächenzuweisung von 200.000 Hektar angesiedelt werden soll. Die Solarenergie sei laut Ahmed eine Initiative der marokkanischen Regierung in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung und der Regierung des Bundesstaates Jigawa, um die Stromversorgung im Land zu verbessern, insbesondere in den Bundesstaaten Zamfara, Jigawa, Katsina und Yobe, berichtete die Zeitung weiter. Das Projekt wird begleitet, von dem Bau von Industrieparkts und auch soziale Infrastruktur. Dafür werde die nigerianische Regierung ca. 934.000 Hektar Land zur Verfügung stellen. Davon werden 192.000 Hektar für den Bau von Krankenhäusern oder medizinischer Einrichtungen bereitgestellt.

Sichtbare Annäherung zwischen Marokko und Nigeria.

Das südwest-afrikanische Land Nigeria ist bisher nicht unbedingt ein enger Partner Marokkos gewesen, sondern gehörte innerhalb der Afrikanischen Union eher zu den Unterstützern der Ansprüche der Polisario im Streben nach einer unabhängigen Westsahara und damit eher zur Achse Algerien, Ägypten, Libyen und Südafrika. Seit den frühen 2.000er Jahren und der diplomatischen afrikanischen Offensive unter König Mohammed VI. sowie der Rückkehr Marokkos in die Afrikanischen Union, nähern sich die beiden Länder an. Doch durch das gemeinsame Mega-Projekt, dem Bau einer Gaspipeline entlang der gesamten westafrikanischen Küste bis an die Tore Europas, sowie der Unterstützung durch den marokkanischen Weltkonzern in Sachen Phosphat und Düngemittel, OCP, in den Bereichen Landwirtschaft, Chemie und Wasserwirtschaft, werden die wirtschaftlichen und damit zwangsläufig politischen Verbindungen enger. Angesichts der Erfahrungen Marokkos, im Sektor erneuerbarer Energien, erscheint es nur folgerichtig, dass Nigeria auf diesen afrikanischen Partner setzt, den die bisherigen Partner aus Europa sind nur an dem Gas- und Ölvorkommen interessiert und die anderen afrikanischen Partner sind in Sachen Solarprojekte nicht erfahren genug. Hinzu kommt, dass gerade marokkanische Konzerne und Unternehmen bei ihrer Wachstumsstrategie auf eine Expansion in Richtung Afrika setzen.

Marokko – Düngemittelfabrik in Nigeria für 1,3 Mrd. US-Dollar

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