Lehrer
Lehrer streiken und protestieren in Marokko

Landesweit kündigen die Lehrer ohne Beamtenstatus (Angestelltenstatus) an, für eine Woche die Lehrtätigkeit auszusetzen.

Rabat – Der Streit zwischen dem Bildungsministerium und den Lehrerinnen und Lehrern im Angestelltenverhältnis geht in die nächste Runde. Schon unter der alten von der PJD und Premierminister El Othmani angeführten Regierung kam es zu landesweiten Protesten von Lehrkräften, die vor allem fordern, den Status eines Angestellten im öffentlichen Dienst (Beamtenstatus) zu erhalten. Teils kam es bei den Protesten und Demonstrationen zu gewaltsamen Zusammenstößen mit den Sicherheitsorganen.

Streiks ab Montag geplant.

Die Organisation der Vertragslehrkräfte kündigte einen einwöchigen landesweiten Streik an, der vom 28. Februar bis zum 6. März 2022 stattfinden soll. Die Lehrkräfte wollen mit diesem Streik ihre Forderungen untermauern und versuchen, die Regierung zu einem Einlenken auf ihre Ansprüche zu bewegen.

Die Lehrkräfte wollen die fehlende Bereitschaft, auf ihre verschiedenen Forderungen zu reagieren, sowie die zunehmenden „Angriffe“ der Regierung auf die sogenannten „Vertragslehrkräfte“ anprangern, die eine „Barriere“ für die Eingliederung dieser Lehrkräfte in den Status eines öffentlichen Beamten im Bildungsministerium darstellen würden. Ab dem kommenden Montag sind landesweite Streiks geplant, begleitet von Protestmärchen am 2., 3. und 4. März 2022 in der marokkanischen Landeshauptstadt Rabat. Bereits am 24. Februar begannen erste Lehrkräfte an ihren Bildungseinrichtungen mit Sitzblockaden während ihrer Pausen oder freien Stunden. Zugleich trugen sie rote Armbänder, um an Demonstranten aus ihren Reihen zu erinnern, die sich noch aus unterschiedlichen Gründen in Haft befänden.

Lehrkräfte
Lehrkräfte im Angestelltenstatus kündigen Streiks ab 28. Februar 2022 an.

Weitere Streiks für Ende März angedroht.

Bereits jetzt hat die Vereinigung oder Organisation der Vertragslehrer angekündigt, gegen mögliche finanzielle Folgen der nun anstehenden Streiktage zu demonstrieren. Für den 21., 22. und 23. März 2022 sind weiterer landesweiter Streiks mit regionalen Demonstrationen geplant, bei denen es, um den Abzug der Streiktage von Gehältern dieser Lehrkräfte geht wird.

Seit der Entscheidung der Regierung, neue Lehrkräfte ab 2016 nur noch als Angestellte unter Vertrag zu nehmen, sind die Forderungen unverändert geblieben. Diese Vertragslehrkräfte fordern ihren Vorgängern arbeitsrechtlich gleichgestellt und verbeamtet zu werden, womit sie dann vor allem dem Bildungsministerium unterstellt wären und nicht einer Provinzregierung oder einer Bildungseinrichtung. Die Proteste waren bisher lediglich durch die Maßnahmen der COVID-19 Pandemiebekämpfung unterbrochen.

Massive Streiks über längere Zeit behindern aber die Betreuung der Kinder und Jugendlichen, die durch die Lockdowns und den durch die Pandemie verursachten Unterrichtsausfall ohnehin Nachholbedarf haben.

Marokko – Angestellte Lehrer beginnen Streik mit Demonstration in Rabat.

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