König
König Mohammed VI. von Marokko bei einer Ansprache

Zugehörigkeit der Westsahara zu Marokko kann nicht verhandelt werden und alle Abkommen mit Partnern müssen auch für die „marokkanische Sahara“ gelten.

Rabat – Seine Majestät König Mohammed VI. von Marokko, hielt am Samstag (6. November 2021) eine Rede an die Nation, anlässlich des 46. Jahrestages des sog. „Grünen Marsch“. In seiner Rede stellte das marokkanische Staatsoberhaupt die Haltung zur Westsahara nochmals klar und formulierte auch die Erwartung an Partner, die mit Marokko Abkommen schließen wollen, das diese nur inkl. der südlichen Provinzen (Westsahara) gelten können.

Die Rede ist nach bestem Wissen von Maghreb-Post ins Deutsche übersetzt. Bei Fehlern bitten wir um entsprechende Hinweise.

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Hier der vollständige Text der königlichen Ansprache:

„Gepriesen sei Gott,
Friede und Segen seien mit dem Propheten, seinen Nachkommen und Gefährten

Liebe Bürgerinnen und Bürger (geliebtes Volk),

heute feiern wir mit nicht geringem Stolz den sechsundvierzigsten Jahrestag des Grünen Marsches. Das diesjährige Gedenken an dieses glorreiche Ereignis findet in einem Kontext statt, der von vielen Errungenschaften, aber auch Herausforderungen geprägt ist.

Die positive Dynamik, die die Entwicklung unseres nationalen Anliegens kennzeichnet, lässt sich nicht aufhalten. Die Marokkanisierung der Sahara ist eine unumstößliche und unbestreitbare Tatsache, sei es aufgrund der Geschichte, der Rechtmäßigkeit, des starken Willens des marokkanischen Volkes oder der breiten Anerkennung durch die internationale Gemeinschaft.

Liebe Bürgerinnen und Bürger (geliebtes Volk),

in den letzten Monaten hat es durch die Gnade des Allmächtigen im Hinblick auf die Verteidigung unserer saharauischen Gebiete klare und greifbare Entwicklungen gegeben.

In diesem Zusammenhang verdienen unsere Streitkräfte Lob für die Sicherung des freien Personen- und Warenverkehrs am Grenzübergang Guerguerat zwischen Marokko und unserem Schwesterland Mauretanien am 13. November 2020.

Dieses besonnene und dennoch entschlossene Vorgehen beendete schwerwiegende Provokationen und Aggressionen, auf die Marokko die internationale Gemeinschaft aufmerksam gemacht hatte, und verdeutlichte die Risiken, die diese Handlungen für die Sicherheit und Stabilität in der Region darstellen.

In demselben positiven Geist möchte ich meine Wertschätzung für die greifbare und wachsende Unterstützung zum Ausdruck bringen, die unsere gerechte Sache erfährt.

In diesem Zusammenhang schätzen wir die souveräne Entscheidung der Vereinigten Staaten von Amerika, mit der sie die volle Souveränität Marokkos über seine Sahara anerkannt haben. Dies ist eine natürliche Folge der kontinuierlichen Unterstützung durch frühere US-Regierungen und ein Beweis für die konstruktive Rolle der Vereinigten Staaten bei der Lösung dieser Frage.

Diese Entwicklung unterstreicht den unumkehrbaren Charakter des politischen Prozesses zur Erreichung einer endgültigen Lösung auf der Grundlage der Autonomieinitiative innerhalb des Rahmens der marokkanischen Souveränität.

Die Eröffnung von Konsulaten in den Städten von Laayun und Dakhla durch mehr als 24 Länder, vor allem aus der arabischen Welt und Afrikas, bestätigt zudem die breite Unterstützung für die marokkanische Position.

Dies ist die beste juristische und diplomatische Antwort auf diejenigen, die behaupten, dass die Zugehörigkeit der Sahara zu Marokko nicht eindeutig und greifbar ist.

Wir glauben, dass wir heute zu Recht eine mutigere und klarere Haltung unserer Partner in Bezug auf die territoriale Integrität unseres Landes erwarten können.

Solche Positionen würden nicht nur dazu beitragen, den politischen Kurs zu stärken, sondern auch die Bemühungen um eine endgültige und realisierbare Lösung unterstützen.

Liebe Bürgerinnen und Bürger (geliebtes Volk),

Marokko verhandelt nicht über seine Sahara. Die marokkanische Zugehörigkeit der Sahara lag nie auf dem Verhandlungstisch – und wird es auch nie sein.

Vielmehr verhandeln wir, um eine friedliche Lösung für diesen künstlichen regionalen Konflikt zu finden.

In diesem Sinne bekräftige ich hiermit, dass Marokko an einer politischen Lösung unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen festhält.

Ich bekräftige ferner unser Engagement für eine friedliche Lösung, unser Festhalten am Waffenstillstand und unsere Absicht, unsere Anstrengungen zur Koordinierung und Zusammenarbeit mit der MINURSO im Rahmen des ihr erteilten Mandats fortzusetzen.

In diesem Zusammenhang möchte ich Seiner Exzellenz, dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, Herrn Antonio Guterres, und seinem persönlichen Gesandten noch einmal unsere volle Unterstützung für die Bemühungen des UN-Generalsekretärs zusichern, den politischen Prozess so bald wie möglich wieder in Gang zu bringen.

In diesem Zusammenhang möchte ich betonen, dass der Rahmen, der in den Resolutionen des Sicherheitsrates seit 2007 genannt und bei den unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen in Genf abgehaltenen Treffen angewandt wurde, eingehalten werden muss.

König Mohammed VI.
König Mohammed VI. von Marokko bei einer Ansprache

Liebe Bürgerinnen und Bürger (geliebtes Volk),

die positiven Entwicklungen im Zusammenhang mit der Sahara-Frage begünstigen auch den anhaltenden Entwicklungsprozess in unseren südlichen Provinzen.

Diese Gebiete erfreuen sich einer umfassenden Entwicklung, die sowohl Infrastruktur als auch wirtschaftliche und soziale Programme umfasst.

Dank dieser Programme sind die Sahararegionen zu einem offenen Raum für die Entwicklung und für nationale sowie ausländische Investitionen geworden.

Und dank der Gnade des Allmächtigen haben wir ehrliche internationale Partner, die zusammen mit unserem Privatsektor in einem klaren und transparenten Umfeld zum Nutzen der Bevölkerung in der Region investieren.

In diesem Zusammenhang möchte ich den Ländern und Gruppierungen, mit denen Marokko Abkommen oder Partnerschaften unterhält und die unsere südlichen Provinzen als integralen Bestandteil unseres Staatsgebiets betrachten, meine Wertschätzung aussprechen.

Gleichzeitig möchte ich denjenigen, die eine zweideutige oder zwiespältige Haltung einnehmen, sagen, dass Marokko mit ihnen keine wirtschaftlichen oder handelspolitischen Geschäfte abschließen wird, in denen die marokkanische Sahara nicht enthalten ist.

Außerdem möchte ich darauf hinweisen, dass die Räte der saharauischen Provinzen und Regionen, die übrigens in freier, demokratischer und verantwortungsvoller Weise gewählt wurden, die wahren und legitimen Vertreter der Bevölkerung der Region sind.

Ich hoffe, dass unsere südlichen Provinzen bei den Bemühungen um eine fortgeschrittene Regionalisierung eine Vorreiterrolle einnehmen werden, da diese Möglichkeiten für die Entwicklung und eine echte politische Beteiligung bietet.

Liebe Bürgerinnen und Bürger (geliebtes Volk),

die Sahara-Frage ist das zentrale Anliegen, wenn es um die nationale Einheit des Königreichs geht. Und sie ist die Sache aller Marokkaner.

Deshalb müssen alle – jeder in seinem Zuständigkeitsbereich – mobilisiert und wachsam bleiben, um die Einheit und die territoriale Integrität der Nation zu verteidigen und die Entwicklung sowie die politischen Errungenschaften in unseren südlichen Provinzen zu fördern.

Ein besseres Zeichen der Loyalität gegenüber dem immerwährenden Schwur des „Grünen Marsches“, dem Andenken an seinen Urheber, meinen verehrten Vater, Seine Majestät König Hassan II – möge er in Frieden ruhen – und an unsere verehrten Märtyrer kann es wohl nicht geben.

Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um den Völkern der fünf Maghreb-Staaten meine aufrichtigen Wünsche für weiteren Fortschritt und Wohlstand in einem Umfeld zu übermitteln, in dem Einheit und Stabilität herrschen.

Abschließend möchte ich allen unseren königlichen Streitkräften, der königlichen Gendarmerie, den nationalen Sicherheitskräften, den Hilfskräften, den lokalen Regierungsbehörden und den Rettungsdiensten meine Anerkennung und Wertschätzung dafür aussprechen, dass sie unter meiner Leitung immer wieder mobilisiert werden, um die Einheit des Heimatlandes zu verteidigen und seine Sicherheit und Stabilität zu bewahren.

Wassalamu alaikum warahmatullah wabarakatuh.“



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