Getreide
Ernteergebnis bei Getreide

Nur 32 Mio. Doppelzentner bei Getreide in der Landwirtschaftssaison 2021/2022 erwartet.

Rabat – Es sind keine beruhigenden Zahlen, die das marokkanische Landwirtschaftsministerium zur Getreideernte in der Landwirtschaftssaison 2021/2022 meldet.

Die voraussichtliche Produktion der Hauptgetreidearten (Weichweizen, Hartweizen und Gerste) im Landwirtschaftsjahr 2021/2022 wird auf 32 Millionen Doppelzentner geschätzt, was einem Rückgang von 69% im Vergleich zum Vorjahr entspricht, in dem eine Rekordproduktion verzeichnet wurde.

Das Ministerium prognostiziert, dass diese Produktion auf einer Getreidefläche von 3,6 Millionen Hektar der drei Getreidearten beruht.

Offensichtlich hätte es wohl noch schlimmer ausfallen können. „Insgesamt haben die Regenfälle seit Anfang März dazu beigetragen, dass sich die Pflanzendecke auf ein normales Niveau erholt hat und die Frühjahrskulturen gut gedeihen konnten“, so das Ministerium, bezogen auf alle landwirtschaftlichen Güter.

Laut der Mitteilung des Landwirtschaftsministeriums verzeichnete das Landwirtschaftsjahr 2021/2022 eine Niederschlagsmenge von 188 mm bis Ende April 2022, was einem Rückgang von 42% im Vergleich zum Durchschnitt der letzten 30 Jahre (327 mm) und 35% im Vergleich zum vorherigen Landwirtschaftsjahr (289 mm) entspricht, wobei darauf hingewiesen wird, dass die Überwachung der Vegetationsdecke durch Satellitenbilder Vegetationsprofile zeigt, die sich im Großen und Ganzen dem Landwirtschaftsjahr 2015-2016 annähern würden.

Höhere Nachfrage wird auf geringeres Angebot und steigende Preise stoßen.

Marokko gehört wie fast alle Nordafrikanischen und Afrikanischen Länder zu Netto-Importeuren von Weizenprodukten. Selbst in der Erntesaison 2020/2021 hat Marokko auf dem internationalen Agrarmarkt Getreide, zur Deckung des privaten wie gewerblichen Bedarfs, importieren müssen.

Durch die deutlich geringere Ernte 2021/2022 steigt das Defizit und damit der Bedarf nach Weizen aus dem Ausland. Durch den Krieg in Europa zwischen Russland und der Ukraine sind zwei der weltweit wichtigsten Exporteure in ihrer Lieferkapazität stark eingeschränkt und könnte nahezu vollständig ausfallen. Indien, dass ebenfalls zu den größten Exporteuren von Getreidesorten gehört, hat bereits einen Exportstopp ausgerufen, um die eigene Versorgung sicherzustellen, da einige wohlhabende Länder versuchten, die Ernten in Indien aufzukaufen.

Insgesamt wird die gestiegene marokkanische Nachfrage auf höhere Weltmarktpreise stoßen, was zu Preisanstiegen führen könnte oder zu höheren Subventionsausgaben für den Staat. Der marokkanische Staat subventioniert vor allem den Brotpreis, um die soziale und politische Stabilität nicht zu gefährden. Die Ausgaben für die Regierung steigen um mehrere Milliarden marokkanische Dirham und belasten so die Haushaltsplanung.

Marokko – Weizensubventionen belaufen sich bereits auf 3 Mrd. MAD in 2022

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