Deminstrationen
Demonstrationen in Marokko

Das zweite Wochenende mit Protesten in mehreren marokkanischen Städten gegen die aktuelle COVID-19 Politik und den Gesundheitspass in Marokko.

Rabat – In verschiedenen Städten Marokkos versammelten sich am vergangenen Wochenende größere und kleinere Gruppen zu neuen Demonstrationen gegen die Verabschiedung des COVID-19 Gesundheitspasses. Dies war, das zweite Wochenende mit Protesten gegen die aktuelle COVID-19 Politik der marokkanischen Regierung. Seit der Einführung des Gesundheitspasses und den damit verbundenen selektiven Einschränkungen für bisher nicht oder noch nicht umfänglich geimpfte Personen, empfinden viele einen ungerechtfertigten Druck auf das eigene Verhalten. Ungeimpfte oder Personen mit unvollständigem Impfschutz können zahlreiche Räume des öffentlichen Lebens, von Shopping-Centern, öffentlichen Verkehrsmitteln, Cafés und Restaurant oder Behörden nicht mehr nutzen, da man mit Hilfe eines digital auslesbaren Gesundheitspasses seinen Impfstatus nachweisen muss. Neben den grundsätzlichen Impfverweigern und Coronaleugnern werfen auch andere Gruppen der Regierung die Einführung einer bisher abgelehnten Impfpflicht durch die Hintertür vor.

Gesundheitspass
Marokkanischer COVID-19 Gesundheitspass mit QR-Code

Gesundheitspass als Symbol der Gegner der Corona-Politik

Während die Gegner des Impfpasses in der Hauptstadt weniger zahlreich waren als in der vergangenen Woche, versammelte sie sich in Tanger dennoch eine größerer Zahl von Demonstranten, wie aus Videos hervorgeht, die von den lokalen Medien Analkhabar verbreitet wurden. „Nieder mit dem Impfpass“, skandierten mehrere hundert Demonstranten in der Hafenstadt.

In Rabat riegelte die Polizei Plätze ab, auf denen die nicht genehmigten Kundgebungen im Stadtzentrum stattfinden sollten, und etwa hundert Demonstranten wurden in die umliegenden Straßen vertrieben. Etwa zwanzig Personen wurden festgenommen, wie das Nachrichtenmagazin Telquel unter Berufung auf einen AFP-Journalisten berichtet. In Casablanca wurden die Demonstranten von der Polizei auseinandergetrieben, die auch Festnahmen vornahm, wie Hespress meldet.

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Marokko hält offiziell an einer strengen Corona-Politik fest.

Das nordafrikanische Königreich Marokko war zuletzt durch relativ hohe Infektionszahlen belastet. Obwohl das Land eine relativ strenge Corona-Politik verfolgt hat, mit Lockdowns, Maskenpflicht und Grenzschließungen, hat sich inzwischen eine Sorglosigkeit eingeschlichen. Zugleich ist Marokko im afrikanischen aber auch weltweiten Vergleich sehr erfolgreich bei seiner Impfkampagne, die zuletzt ins Stocken geraten ist. Die Regierung stößt zunehmend auf Teile der Bevölkerung vom Impfverweigerern und versucht durch Informationskampagnen und Appelle zur Impfung aufzurufen. Ähnlich wie in Frankreich, Italien oder Israel will man es aber nicht dabei belassen und hat ab dem 21. Oktober 2021 Freiheitsgrade an einen Impfnachweis per Gesundheitspass gekoppelt. Gesundheitsminister Ait Taleb verteidigte diese Maßnahme vor dem Parlament, in dem er klarstellte, dass sich die Mehrheit der Menschen, die die Impfkampagne unterstützen, nicht von einer Minderheit in seinen Freiheiten einschränken lassen darf. In Marokko gebe es keine Impfpflicht, aber auch die Verantwortung die Konsequenzen für seine Entscheidung tragen zu müssen.

Impfziel von 80% wird weiterverfolgt.

Das Land hat Milliarden für die Bekämpfung des Coronavirus und seiner Mutationen ausgegeben und baut derzeit eine eigene Impfstoffproduktion in Zusammenarbeit mit China auf. Obwohl die Zahl der Infektionen und Todesfälle in den letzten zehn Wochen stetig zurückgegangen ist, will das Königreich 80 % der Bevölkerung (30 Millionen Menschen) immunisieren. Bis heute haben mehr als 22,2 Millionen Marokkaner eine zweite Dosis des Impfstoffs gegen Covid erhalten. Kürzlich erklärte das Gesundheitsministerium, dass neben der 1. Und 2. Impfung auch die sog. 3. Impfung für alle obligatorisch ist.

Marokko – 55 Coronavirus –Neuinfektionen in 24 Stunden registriert.



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