Sánchez
König Mohammed VI. empfängt spanischen Premierminister Pedro Sánchez in Rabat.

Spanischer Außenminister widerspricht Medienberichten, über ein bevorstehendes Treffen von Premierminister Sanchéz und König Mohammed VI.

Madrid – Die Bewältigung der diplomatischen Krise zwischen Marokko und Spanien ist ins Stocken geraten. Zuletzt flammte die Situation und der politische Konflikt wieder stärker auf, als Marokko vor der eigenen Mittemeerküsten den Aufbau von Fischfarmen erlaubte, die sich sehr nahe an Inseln befinden würden, die Spanien als eigenes Hoheitsgebiet betrachtet und man warf Rabat vor, spanische Gewässer zu missachten. Innenpolitisch nahm die rechtkonservative und rechtsextreme politische Landschaft Spaniens dies zum Anlass, um Druck auf Pedro Sanchéz auszuüben und es wurde Marokko ein zweiwöchiges Ultimatum gesetzt, die Fischfarmen wieder zu entfernen, was aber nicht geschah. Spanien betrachtet mehrere Inseln in Sichtweite des marokkanischen Festlandes als eigenes Territorium und hält die Exklaven Ceuta und Melilla an der Küste Marokkos.

Zuletzt weigerte sich Marokko eigene Staatsbürger nach den COVID-19 Grenzschließungen per Sonderflüge von spanischen Flughäfen auszufliegen, da aus Sicht Marokkos die spanischen Sicherheitsbehörden die geltenden Hygienefortschriften und Dokumentationspflichten hinsichtlich COVID-19 PCR-Tests nicht ausreichend kontrollieren würden. Betroffene Bürger mussten über Portugal ausreisen. Spanien reagierte vergärt und bestellte den stellvertretenden marokkanischen Botschafter in Madrid ins Außenministerium als Zeichen des Protestes ein.

Positive Signale beider Seiten noch ohne Wirkung.

Sowohl vom spanischen Außenminister, dem spanischen Premierminister und auch von König Mohammed VI. kamen im vergangenen Jahr versöhnliche Worte, die eine Normalisierung der Beziehungen erhoffen liesen. Marokko will diese aber auf eine neue politische Basis gesetzt sehen, die auch Respekt für die gegenseitigen Ziele erkennen lässt, welcher zuletzt von Rabat wieder vermisst wurde. Entsprechend musste der spanische Außenminister José Manuel Albares bestätigten, dass für den von einigen spanischen Medien angekündigten Besuch des Premierministers Pedro Sánchez in Marokko im August dieses Jahres keinerlei Datum feststehe. Laut der Tageszeitung El Español erinnerte Albares daran, dass Madrid eine solide Bewältigung der diplomatischen Krise mit Rabat anstrebe.

Außenminister
Spanischer Außenminister José Manuel Albares

Was die diplomatische Krise zwischen Algier und Rabat betrifft, so erklärte der spanische Außenminister, dass seine Regierung keine Vermittlerrolle zwischen den beiden Ländern spiele und dass keine der beiden Seiten eine solche Bitte geäußert habe.

Es bleiben weiterhin Hürden auf dem Weg einer Beilegung der diplomatischen Krise.

Marokko hatte seine Botschafterin in Madrid zurückgerufen, nachdem es zu einer beispiellosen diplomatischen Krise zwischen den beiden Nachbarländern gekommen war, die dadurch entstand, dass der Polisario-Führer Brahim Ghali, einem erklärten Feind des Königreiches, im Frühjahr 2021 unter falscher Identität in Spanien zu einer COVID-19 Behandlung aufgenommen werden sollte und wurde. Auf Proteste Marokkos reagierte Spanien arrogant, mit Drohungen und der Einbindung von europäischen Institutionen, um Druck auf Rabat auszuüben, was aber nicht gelang. Während die EU-Kommission derzeit alles versucht, um die Beziehungen mit Marokko auszweiten und sich sogar gegen eine Entscheidung des EUGH stellt, steckt Spanien in der Zwickmühle, da es nicht offen und zu deutlich sich wieder mit Marokko versöhnen kann, indem es den politischen Wünschen, z.B. nach Anerkennung der Westsahara als marokkanisches Hoheitsgebiet oder mehr VISA sowie Schutz für die eigenen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in Spanien gegen zunehmende Angriffe von rechtpopulistische Parteien und Gruppen, entgegen kommt, da Spanien von Energielieferungen aus Algerien abhängig ist und innenpolitisch sich nicht von der sahraouischen Bevölkerung ihrer ehemaligen Kolonie Westsahara abwenden kann.

Marokko – Premierminister Pedro Sanchéz begrüßt positive Aussagen von König Mohammed VI. in Bezug auf Spanien.

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