Außenminister
Quelle marokkanisches Außenministerium – Außenminister Bourita und Visegrád-Gruppe in Budapest

Gespräche über Wirtschaft, Migration, Sicherheit und Verteidigung, Energie, Wissenschaft, Nukleartechnologie, Justiz und Kultur.

Budapest – Das erste sog. „V4 + Marokko“-Ministertreffen der Visegrád-Gruppe wurde am heutigen Dienstag (7. Dezember 2021) in Budapest mit dem Ziel eröffnet, die Möglichkeiten zur Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen Marokko und dieser zwischenstaatlichen Organisation zu erörtern, in der vier mitteleuropäische Länder, nämlich Ungarn, Polen, Tschechien und die Slowakei, vertreten sind.

Die Visegrád-Gruppe (V4) öffnet ihr Format regelmäßig, um sich themenbezogen mit weiteren Partnern auszutauschen. Polen, Ungarn und die damalige Tschechoslowakei hatten sich 1991 zusammengetan, um enger zusammenzuarbeiten und ihren geplanten EU-Beitritt vorzubereiten. Heute tauschen die V4 untereinander Informationen und entwickeln Schwerpunktprogramme, um in bestimmten Sektoren besser zu kooperieren. Ein wichtiger ist Grundgedanke dabei, dass man als Bündnis vor allem innerhalb der EU mehr Gewicht bekommt, als sie es als einzelne Länder hätten. Jedes Jahr übernimmt ein Mitglied der Gruppe die Präsidentschaft der V4. Marokko ist bei diesem Treffen durch den Außenminister Nasser Bourita vertreten.

Zusammenarbeit in Bereichen Wirtschaft, Pandemie und Migration, Sicherheit und Verteidigung

Die Zusammenarbeit zwischen den vier Staaten der Visegrád-Gruppe und Marokko befindet sich nur in einem Anfangsstadium. Marokko bemüht sich darum, Investitionen aus diesen Ländern anzuziehen, insbesondere für die sog. südlichen Provinzen (Westsahara). Bisher loten lediglich Polen und Ungarn Investitionspotentiale in Marokko aus. Zugleich ist Marokko daran interessiert, die Kontakte innerhalb der EU zu diversifizieren. Nach dem Aufkommen von diplomatischen Spannungen zwischen Deutschland und Spanien sowie vereinzelten Diskussionen mit Frankreich so wie Streitigkeiten mit den Niederlanden in Fragen der Rechtstaatlichkeit ist man in Rabat daran interessiert, weitere oder neue Partner als Führsprecher zu gewinnen. Die V4 Gruppe steht ebenfalls regelmäßig in Konflikten mit Brüssel, insbesondere Polen und Ungarn, weshalb man nicht nur miteinander kooperiert, sondern Partnerschaften auch außerhalb der EU aufbauen will. Bei den Gesprächen mit Marokko geht es, neben Themen wie Wirtschaft und Migration, vor allem um Fragen wie Sicherheit und Verteidigung, Energie, Wissenschaft, Nukleartechnologie, Justiz und Kultur.



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