PJD
Quelle PJD – Abdelilah Benkirane – Parteivorsitzender der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung PJD

Ehemaliger Vorsitzender der islam-konservativen PJD lässt sich auf Sonderparteitag wieder an die Spitze des Vorstands wählen.

Bouznika – Der ehemalige Regierungschef und vormalige Parteichef der islam-konservativen Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung PJD ist nach fünfjähriger Zwangspause zurück auf der großen politischen Bühne. Abdelilah Benkirane wurde an diesem Samstag (30. Oktober 2021) zum Generalsekretär der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (PJD) gewählt. Dies geschah während eines außerordentlichen Kongresses (Sonderparteitag), der in Bouznika stattfand. Dabei setzte er sich gegen zwei Mitstreiter, Abdelaziz Omari und Abdellah Bouanou, durch.

Auf dem Programm des außerordentlichen Parteitags, der in Anwesenheit der Mitglieder des Nationalrats und der übrigen Abgeordneten der Provinz- und Regionalzentralen stattfand, stand die Vorstellung und Verabschiedung des Projekts zur Verschiebung des 9. nationalen Kongresses.

PJD
Quelle PJD – Sonderparteitag der PJD

Partei will zurück in die „gute alte Zeit“.

Nach der krachenden Niederlage der Regierungspartei PJD bei den Parlamentswahlen am 8. September 2021 trat der gesamte Parteivorstand und der Parteivorsitzende El Othmani zurück, um den Weg für eine Neuorganisation in der Opposition freizumachen. Führende Köpfe und Benkirane machten das Gremium und El Othmani persönlich für die Wahlniederlage verantwortlich. In einer Erklärung des Generalsekretariats der Partei wurde betont, dass die Entscheidung zum Rücktritt im Rahmen der „vollen politischen Verantwortung bei der Bewältigung dieser Phase“ getroffen wurde. Doch die Mehrheit der Delegierten auf dem gestrigen Sonderparteitag scheinen sich lieber an vergangene siegreiche Tage erinnern zu wollen und bestimmten ihren ehemaligen Anführer zum neuen Chef.

El Othmani
Dr. Saad-Eddine El Othmani

Benkirane zurück auf der offenen politischen Bühne.

Benkirane führte die PJD nach den abgeschwächten Protesten im Kontext des sog. „Arabischen Frühlings“, der Verfassungsreform und den Parlamentswahlen 2011 zum Sieg und an die Spitze der Regierung. Die PJD übernahm als erste islam-konservative Partei die Verantwortung in der Regierung Marokkos. Nach den Parlamentswahlen im Jahr 2016 gelang es dem damaligen Premierminister Benkirane allerdings nicht, eine neue Regierungskoalition zu bilden, woraufhin König Mohammed VI. ihn, gemäß der Verfassung, entließ und Dr. El Othmani mit der Regierungsbildung beauftragte.

Im Zuge der Machtkonzentration übernahm El Othmani auch den Parteivorsitz der PJD, worauf Benkirane sich aus der öffentlichen und offenen Politik formal zurückzog. Er blieb aber stets die „graue Eminenz“ der Partei im Hintergrund und hat nie aufgehört die Strippen, auch gegen seinen Nachfolge El Othmani, zu ziehen. Wie und wohin Benkirane die PJD führen möchte, gilt es abzuwarten. Die Marokkanerinnen und Marokkaner haben der islam-konservativen Partei, die der Ideologie der Muslimbruderschaft nahesteht, eine deutliche Absage erteilt, von der stärksten Kraft landete die PJD auf Platz 5 in der Opposition.

Marokko ohne Ministerpräsident – König Mohammed VI. entlässt Benkirane.



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