Landwirtschaft
Einsatz von Pestiziden und Herbiziden in der Landwirtschaft

Landwirtschaftsminister bestätigt im Parlament die Maßnahmen der Agentur für Lebensmittelsicherheit (ONSSA)

Rabat – In den letzten Jahren steigt nicht nur in Europa das Bewusstsein für gesunde Lebensmittel und das Wissen über den gefährlichen Einsatz von Pestiziden oder Giften in der Landwirtschaft zur Ertragssteigerung.

Auch in Marokko bewegten die Skandale über Gifte in grünen Tee aus China oder belastetes Getreide die Bürgerinnen und Bürger.

Viele Mittel sind in zahlreichen Ländern bereits vom Markt verschwunden oder verboten worden. In Marokko und in anderen Schwellen- oder Entwicklungsländern kommen aber weiterhin Pestizide zum Einsatz, deren Verwendung andernorts bereits untersagt ist oder die unter Verdacht stehen, die Gesundheit der Menschen zu gefährden bzw. die Natur zu schädigen und daher vom Verbraucher nicht akzeptiert werden.
Als Exportland von landwirtschaftlichen Produkten, z.B. von Obst und Gemüse nach Europa, muss Marokko die im Zielland geltenden Vorschriften und Grenzwerte einhalten. Ansonsten dürfen die Exportprodukte nicht auf den dortigen Markt gelangen. Da aber viele verbotene bzw. strittige Mittel im Inland weiterhin eingesetzt werden, kann es hier zu Problemen kommen.

Marokko – Erneut Pestizide im grünen Tee gefunden

Behörde nimmt ca. 300 Pestizide vom Markt

Infolge einer Kontrolle von Gemüse, Obst und anderen im Inland verbrauchten landwirtschaftlichen Produkten, auf denen Spuren von Pestiziden gefunden wurden, hat die ONSSA etwa 300 Produkte vom Markt genommen. Dies berichtete die arabischsprachige Tageszeitung Al Akbar in ihrer Ausgabe vom Freitag, 8. April 2022, und beruft sich auf Aussagen des Ministers für Landwirtschaft, Seefischerei, ländliche Entwicklung, Wasser und Wälder im Parlament (Landwirtschaftsminister). Im marokkanischen Parlament in Rabat bestätigte er die Maßnahmen auf Nachfrage, dass Pestizide, die für Menschen und Tiere gefährlich sind bzw. sein könnten, vom Markt genommen wurden.

Diese Entscheidung folgte auf eine „groß angelegte Inspektionsaktion des Nationalen Amtes für Lebensmittelsicherheit und Gesundheit (ONSSA)“ in verschiedenen Großmärkten, Supermärkten und landwirtschaftlichen Betrieben. Dabei wurden große Mengen von Obst, Gemüse und anderen landwirtschaftlichen Produkten in Laboren untersucht. Es sei festgestellt worden, dass viele dieser für den lokalen Verbrauch bestimmten Lebensmittel erhebliche Spuren von Pestiziden enthalten haben. Außerdem sei festgestellt worden, dass die meisten der verwendeten Pestizide nicht gesetzlich zugelassen waren.

ONSSA hat betroffene Lebensmittel vernichten lassen und zieht Betriebe zur Rechenschaft.

Die Tageszeitung Al Akhbar berichtet weiter, dass daher alle landwirtschaftlichen Lebensmittel, die mit diesen gefährlichen Pestiziden behandelt wurden, für ungeeignet erklärt und vernichtet seien. Außerdem seien die produzierenden Landwirte offiziell zur Verantwortung gezogen worden.

Marokko reagiert auf niederländische Erkenntnisse.

Diese Maßnahme erfolgt nur kurze Zeit nach Hinweisen, die durch die Weigerung der niederländischen Behörden aufgekommen sind, eine Ladung marokkanischer Zitrusfrüchte für den Verkauf in ihrem Land zuzulassen. Die Früchte waren nach niederländischen Angaben mit einer übermäßigen Menge an Pestiziden belastet gewesen.

Der Landwirtschaftsminister kündigte außerdem an, dass sein Ministerium in Zusammenarbeit mit ONSSA eine Informationskampagne unter Landwirten durchführen wird, um sie über gute landwirtschaftliche Methoden zu informieren. Sie wird ihnen erklären, wie die ordnungsgemäße Verwendung zugelassener Pestizide mit der Einhaltung nationaler und internationaler Normen und dem Schutz der Umwelt kombiniert werden können.

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