Jugendfußball
Verrücktes Fußballspiel ohne Schiedsrichter endet mit 75 Toren

Schiedsrichter mit Ball in der Hand

Ohne Schiedsrichter geht beim Fußball nichts

© Sportfoto Zink / Melanie Zink / Picture Alliance

Bei einem Jugendspiel im Kreis Lübeck ist der Schiedsrichter nicht zum Spiel erschienen. Die Fußballer legten trotzdem los – es fielen insgesamt 75 Tore.

Für ein Fußballspiel braucht man 22 Spieler, elf auf jeder Seite – und einen Schiedsrichter. Der Unparteiische hat oft den undankbarsten Job auf dem Platz, weil alle anderen Akteure mit seinen Entscheidungen unzufrieden sind. Doch ohne ihn geht nichts. Das mussten die Spieler von zwei Vereinen in der B-Jugend-Kreisklasse A13 Lübeck feststellen.

Dort war der angesetzte Schiedsrichter nicht zum Spiel zwischen dem 1. FC Phönix und ATSV Stockelsdorf II erschienen, berichtet das Lokalportal „HL-Sports“. Demnach hatte der Referee selbst einen Einsatz als Fußballer und ließ deshalb seine Aufgabe als Spielleiter sausen. Kurzfristig fand sich kein Ersatz: Niemand von den Zuschauern wollte an die Pfeife. Also spielten beide Teams ohne Schiedsrichter – die Partie endete mit dem verrückten Ergebnis von 40:35 für Phoenix.

Protest gegen Regularien

Die Nachwuchsfußballer waren angetreten, um eine Bestrafung des Heimvereins zu vermeiden: Da dieser laut Regularien für eine neutrale Spielleitung zu sorgen hat, wäre das Spiel mit 5:0 für den Gegner gewertet worden, hätte es nicht stattgefunden. Fair erschien das nicht, wenn der Fehler nicht beim Verein lag. Eine Verlegung des Spiels war regeltechnisch ebenfalls nicht möglich. Also spielten beide Mannschaften einfach drauf los, verloren aber der Schilderung von „HL-Sports“ zufolge irgendwann die Lust. Beide Torhüter verließen ihre Posten, in den letzten 20 Minuten der Partie fielen ganze 57 Tore.


Jugendfußball: Verrücktes Fußballspiel ohne Schiedsrichter endet mit 75 Toren

Das ungewöhnliche Fußballspiel wollen die beteiligten Vereine als Protest verstanden wissen. „Es ist eine Kritik an der Regel, dass ein Jugendspiel nicht neu angesetzt werden darf, obwohl sich beide Mannschaften einig wären, das Spiel nicht ohne Schiedsrichter durchzuführen. Es ist keine Kritik an den Schiedsrichtern, die wahrlich zur Zeit einen nicht beneidenswerten Job in ihrer Freizeit ausführen“, zitiert „HL-Sports“ den Trainer des ATSV Stockelsdorf, Matthias Kraushaar. Vor allem im Amateurbereich kommt es immer wieder zu tätlichen Angriffen auf Schiedsrichter.

Das ungewöhnliche Ergebnis wird wohl Bestand haben, da die Partie ordnungsgemäß beendet wurde. Ein Nachspiel könnte es dennoch geben: Der Spielberichtsbogen wurde offenbar nicht ausgefüllt. Und auch den Verein des verschollenen Schiedsrichters könnte noch eine Strafe treffen.

Quelle:  „HL-Sports“

epp



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