Falsche Argumente
Begründung für Nicht-Impfung: Josuha Kimmichs Aussagen sind verheerend

Joshua Kimmich hat sich noch nicht gegen gegen Corona impfen lassen, will es aber für die Zukunft nicht ausschließen

Joshua Kimmich hat sich noch nicht gegen gegen Corona impfen lassen, will es aber für die Zukunft nicht ausschließen 

© Axel Heimken / DPA

Bayern-Profi Joshua Kimmich hat bestätigt, dass er nicht geimpft ist. Das Problem: Zur Begründung zieht er ein unsinniges Argument der Impfgegner heran – und das ist verheerend.

Zugegeben, das Interview von Sky-Reporter Patrick Wasserziehr mit Joshua Kimmich nach dem Spiel der Bayern gegen die TSG Hoffenheim war zu kurz, um einen erschöpfenden Austausch zum Thema Corona-Impfung zu führen. Aber dennoch hat sich darin die ganze Misere der Impfdebatte offenbart – und das liegt einzig und allein an den Aussagen, mit denen Joshua Kimmich begründete, warum er bislang nicht geimpft ist.

Sein wichtigstes Argument lautete, dass er „persönlich noch ein paar Bedenken habe, grad was fehlende Langzeitstudien angeht.“ Das Argument ist von Querdenkern bis zu Impfskeptikern wie dem Bayern-Profi weit verbreitet. Und es ist blanker Unsinn, wie so vieles, was gegen das Impfen angebracht wird. Richtig ist, dass es diese Langzeitstudien gibt. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, die Wirksamkeit des Impfstoffes zu messen. Um es erneut in aller Deutlichkeit zu sagen: Es gibt keine wissenschaftlich fundierten Argumente, die gegen das Impfen sprechen.

Aussagen sind Wasser auf die Mühlen aller Impfgegner

Es ist verheerend, dass ausgerechnet ein Fußballer, der für zahllose Menschen in diesem Land ein leuchtendes Vorbild und großes Idol ist, seine Noch-Nicht-Impfung hauptsächlich mit nicht näher erklärten „Bedenken“ und offensichtlichen Unwissen begründet. Auch dass er in dem Interview die Impfdurchbrüche erwähnte, ist nichts weiter als Angstmacherei, die ein vollkommen verzerrtes Bild zeichnet. Die Aussagen Kimmichs sind Wasser auf die Mühlen aller Impfgegner und Querdenker.

Er bemühte sich zwar zu betonen, dass er kein Impfgegner sei, und bedauerte, dass die Debatte über das Impfen „so schwarz-weiß gesehen wird“. Er halte sich an alle Hygienemaßnahmen und lasse sich jeden zweiten Tag testen. Er hat durch sein Spendenprojekt „We kick Corona“, das er zusammen mir Bayern-Kollege Leon Goretzka ins Leben gerufen hat, gezeigt, dass er sich der teilweise harten sozialen Folgen der Pandemie sehr bewusst ist. Um so merkwürdiger mutet es an, dass er sich einer Impfung verweigert. Und was müssen erst Anhänger denken, die nur geimpft ins Stadion gelassen werden, wenn die 2G-Regel gilt?

Haltung von Joshua Kimmich beruht auf irrationaler Angst

Auch diesen Fragen muss sich Kimmich stellen. Doch entscheidend bleibt, dass seine Haltung auf diffusen oder auf irrationalen Ängsten beruht. Das ist so ärgerlich wie erschreckend. Und Sie wird leider von viel zu vielen Menschen geteilt (ohne das sie durchgeknallte Querdenker sind). Die Impfskepsis stellt eines der größten Probleme im Kampf gegen die Pandemie dar. Das wird sich in den nächsten Wochen, wenn Infektionszahlen und Sterberate steigen werden, wieder auf schmerzhafte Weise zeigen.

Es geht um das, was der kluge Interviewer Wasserziehr als Gegenargument anbrachte: Was wäre wohl, wenn alle so dächten wie der Bayern-Profi? Trotz seiner Bedenken sei es „gut möglich, dass ich mich in Zukunft impfen lasse“, antwortete Kimmich. Das wäre sehr begrüßenswert.



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