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In Saudi-Arabien steigt die Zahl der vollstreckten Todesstrafen wieder. Wie aus einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) hervorgeht, wurden in dem Königreich zwischen Januar und Juli dieses Jahres schon mindestens 40 Menschen hingerichtet. Das sind mehr als im gesamten Jahr zuvor. 2020 – während der Zeit der saudischen G20-Präsidentschaft – waren es laut AI insgesamt 27 Menschen.

„Sobald das Rampenlicht der G20 auf Saudi-Arabien verblasst ist, haben die Behörden ihre rücksichtslose Verfolgung von Menschen wieder aufgenommen“, erklärte die stellvertretende Amnesty-Direktorin für den Nahen Osten und Nordafrika, Lynn Maaluf. Mehrere Menschen seien auf „Grundlage eines grob unfairen Verfahrens“ zu Haftstrafen und mitunter auch zum Tode verurteilt worden. So würden etwa durch Folter „Geständnisse“ erzwungen.

Menschenrechtler im Visier

Unter anderem für satirische Internetbeiträge und Menschenrechtsaktivismus seien auch wieder langjährige Haftstrafen verhängt worden, berichtet AI. Nach dem Gefängnis würden viele Verurteilte mit Reiseverboten belegt.

Virtueller G20-Gipfel unter Vorsitz Saudi-Arabiens

Virtueller Gipfel der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) unter Vorsitz Saudi-Arabiens

Der G20-Vorsitz, den die Saudis im Dezember 2019 für zwölf Monate übernommen hatten, sei lediglich eine „kurze Atempause der Repression“ in dem Golfstaat gewesen, folgert Amnesty. Mindestens 39 Menschen sitzen dort nach Erkenntnissen der Organisation derzeit noch wegen ihrer Menschenrechtsarbeit oder freier Meinungsäußerung in Haftanstalten.

Saudi-Arabien gehört zu den Ländern mit den meisten Hinrichtungen weltweit. 2019 waren nach Recherchen von Amnesty 184 Menschen – teils auch öffentlich – exekutiert worden.

wa/ack (dpa, kna)



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