Hilfsgelder sollen schnell ausgezahlt werden | Aktuell Deutschland | DW


Das nordrhein-westfälische Kabinett hat in einer Sondersitzung über die Folgen der Unwetterkatastrophe und Soforthilfen beraten. Ministerpräsident Armin Laschet kündigte anschließend vor Journalisten an, NRW werde 200 Millionen Euro Soforthilfe für die Opfer des Jahrhunderthochwassers bereitstellen. Die Abwicklung der Auszahlungen soll sehr zügig erfolgen. Viele Menschen stünden vor dem Nichts. Er bekräftigte, NRW werde soviel Geld aufbringen, wie es erforderlich sein werde. Zunächst werde jeder besonders schwer getroffene Haushalt eine Soforthilfe von bis zu 3500 Euro bekommen, um dringend erforderliche Güter wie auch Nahrungsmittel kaufen zu können. Laschet dankte helfenden Bürgern und Hilfsorganisationen für ihr starkes Engagement. Weitere Hilfen kommen vom Bund.

Auch nicht von Überschwemmungen betroffene Bundesländer wollen die Flutregionen unterstützen. „Sachsen-Anhalt wird sich solidarisch zeigen und sich an den finanziellen Herausforderungen einer Aufbauhilfe beteiligen“, sagte Sachsen-Anhalts Landeschef Reiner Haseloff den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Die Ministerpräsidenten aus Sachsen, Bremen und Thüringen äußerten sich ähnlich.

Bislang 175 Todesopfer

Dagegen verwies Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller auf die am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossenen Soforthilfen. „Über einen längerfristigen Wiederaufbaufonds wird man noch sprechen müssen, auch wie dieser ausgestaltet werden könnte“, sagte er dem RND.

Deutschland Hochwasser Katastrophe Erftstadt

Erftstadt-Blessem in Nordrhein-Westfalen ist von der Flutkatastrophe schwer getroffen worden

Bislang hat die Unwetter-Katastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz mindestens 175 Menschen das Leben gekostet. Rheinland-Pfalz beklagt 128 Todesopfer – Nordrhein-Westfalen hat bislang 47 gemeldet. Eine Woche nach der Hochwasserkatastrophe werden in Rheinland-Pfalz weiterhin 155 Menschen vermisst. „Eine Woche nach einem solchen Ereignis nehmen die Chancen, dass Vermisste noch leben können, ab“, sagte Landesinnenminister Roger Lewentz.

Im Katastrophengebiet Erftstadt-Blessem in Nordrhein-Westfalen dürfen einige Anwohner voraussichtlich schon von diesem Donnerstag an dauerhaft in ihre Häuser zurück. Voraussetzung sei, dass die Standsicherheit der Gebäude gewährleistet ist, teilte Landrat Frank Rock mit. Dies werde vom Geologischen Dienst überprüft. Ist dies geschehen, müsse „den Blessemer Bürgern auch die Möglichkeit eröffnet werden, ihre Häuser und Wohnungen wieder dauerhaft zu betreten, insbesondere um Aufräumarbeiten zu leisten“, sagte Rock.

Regen und Gewitter am Wochenende

Mit Sorge blicken die Menschen in den betroffenen westdeutschen Gebieten auf die Wetteraussichten für das Wochenende. Schauerartiger Regen und Gewitter werden in Rheinland-Pfalz und auch im Saarland erwartet. Es könne erneut Starkregen geben, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) – wo genau, sei derzeit aber noch nicht genau vorherzusagen. Auch in Nordrhein-Westfalen drohen am Wochenende wieder Schauer und Gewitter mit Starkregen. „Es kann theoretisch und punktuell in den Unwetterbereich gehen“, hieß es vom DWD.

Deutschland | Unwetter in Rheinland-Pfalz

Ein Regionalzug steht am 15. Juli im Bahnhof des Ortes Kordel im Wasser

Die Deutsche Bahn kündigte an, sieben Strecken in NRW und Rheinland-Pfalz komplett neu bauen oder sanieren zu müssen. Der Konzern schätzt die Schäden allein an der Infrastruktur aktuell auf 1,3 Milliarden Euro. Im Hochwassergebiet seien Strecken unterspült oder Schotter weggespült. „Wir können noch nicht ermessen, wann so eine Strecke wieder sicher befahrbar sein wird“, sagte eine Bahn-Sprecherin. Insgesamt sind nach Angaben der Bahn 600 Kilometer Schiene zerstört und 80 Bahnhöfe teils schwer beschädigt.

nob/se (ntv-live, afp, dpa)





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