Hauk gibt CDU-Vorsitz auf und wirbt für Wiederwahl Strobls

Peter Hauk

Peter Hauk (CDU), Landwirtschaftsminister von Baden-Württemberg, schaut ernst in die Runde. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

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Die CDU ist seit der Bundestagswahl in der Krise – auch im Südwesten. Im Bezirksverband Nordbaden gibt es nun einen Generationswechsel. Das könnte vor dem Landesparteitag mit Neuwahlen die Rufe nach weiterer Erneuerung leiser werden lassen.

Der baden-württembergische Agrarminister und langjährige Bezirksvorsitzende der CDU Nordbaden, Peter Hauk, will sein Parteiamt in jüngere Hände legen. Hauk bestätigte der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart, dass er den Bundestagsabgeordneten Moritz Oppelt als seinen Nachfolger vorgeschlagen hat. Zuerst berichteten die «Stuttgarter Nachrichten» und die «Stuttgarter Zeitung» (Mittwoch) über die Personalie. Der Wechsel soll beim Bezirksparteitag der CDU-Nordbaden am 29. Oktober stattfinden. Gut zwei Wochen später steht der Landesparteitag an, bei dem der Landesvorstand neu gewählt werden soll.

Es gebe nach der Bundestagswahl «Bedarf für eine Neuaufstellung» im Bezirk, sagte der 60-jährige Hauk der dpa. In Nordbaden seien allein drei Direktmandate verloren gegangen – in Karlsruhe, Mannheim und Heidelberg. Es sei richtig, dass mit Oppelt jemand mit Gewicht Nordbaden im Bundestag vertrete. Der 32-Jährige aus dem Wahlkreis Rhein-Neckar ist seit zwei Jahren Stellvertreter von Hauk im Bezirk und nun zum ersten Mal in den Bundestag eingezogen.

Die vier mächtigen CDU-Bezirksvorsitzenden sitzen auch im Präsidium der Landespartei. Neben Hauk sind das der Europaabgeordnete Andreas Schwab für Südbaden sowie Steffen Bilger für Nordwürttemberg und Thomas Bareiß für Südwürttemberg, die beide im Bundestag sitzen. Hauk und Oppelt sprachen sich dafür aus, dass Innenminister Thomas Strobl auch CDU-Landeschef bleibt. «Wir haben ein Rieseninteresse daran, dass die Südwest-CDU stabil bleibt», sagte Oppelt der dpa. Hauk ergänzte, Erneuerung sei nötig, aber die Regierungsbeteiligung in Baden-Württemberg sei extrem wichtig für die CDU, die im Bund nun wahrscheinlich in die Opposition muss.

Wegen der schweren Verluste bei Landtags- und Bundestagswahl gibt es in der Südwest-CDU auch Forderungen nach einer Erneuerung an der Spitze der Landespartei. So hatte der Landrat im Zollernalbkreis, Günther-Martin Pauli, Landeschef Strobl zum Rückzug aufgefordert. «Parteipolitik ist ein Mannschaftssport. Wenn man den Ball nicht mehr trifft, muss man bessere Spieler aufs Feld lassen», sagte Pauli jüngst der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung».

Es wird damit gerechnet, dass Strobl wieder als Landesvorsitzender antritt. Der 61 Jahre alte Jurist aus Heilbronn steht seit zehn Jahren an der Spitze des zweitgrößten Landesverbands der CDU. Offiziell hat er sich noch nicht erklärt. Ob jemand gegen ihn antritt, ist ebenfalls noch offen.

dpa



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