Der Mutterverein von Hannover 96 droht Altkanzler Gerhard Schröder wegen seiner Russland-Beziehungen mit dem Rauswurf.

«Wir werden jetzt prüfen, inwiefern Herr Schröder gegebenenfalls gegen die Interessen des Vereins verstoßen hat», sagte eine Leitende Mitarbeiterin des Hannoverschen Sportvereins von 1896. Dem Altkanzler sei ein Schreiben zugestellt worden, in dem er um eine Stellungnahme gebeten wurde. Zuerst hatte die «Bild» darüber berichtet.

96-Chef Martin Kind hatte zuvor behauptet, dass Schröder bei 96 kein Mitglied sei und als gewöhnlicher Kunde seine Karten kaufe. «Wir sind ein Rechtsstaat mit einer Demokratie und haben die Rechtsnormen natürlich zu beachten. Herr Schröder darf weiter Spiele besuchen, wir verbieten ihm nicht den Zutritt.» Hintergrund der widersprüchlichen Aussagen ist vermutlich die besondere Aufteilung bei Hannover 96 in einen Mutterverein, der gemeinnützig auftritt und die ausgegliederte Kapitalgesellschaft, der Martin Kind als Geschäftsführer vorsteht und deren Aufsichtsratsvorsitzender Schröder von Dezember 2016 bis Juni 2019 war.

Nach den Diskussionen um Schröder und dessen enges Verhältnis zu Russland will Fußball-Zweitligist Hannover 96 seinem bekannten Fan nicht den Zutritt zu Spielen verbieten. «Er hat mit einigen Freunden eine Loge, diese darf er natürlich weiter nutzen, weil er seine Plätze innerhalb dieses Teams bezahlt. Gerhard Schröder ist für uns gerade kein Thema», sagte 96-Chef Kind bei «sport1.de».

Hannover-Fan Schröder steht wegen seiner engen Verbindung zum russischen Präsidenten Wladimir Putin in der Kritik, auch weil er nicht auf seinen Posten als Aufsichtsratschef beim staatlichen russischen Energiekonzern Rosneft verzichten möchte. Borussia Dortmund hat Schröder am Mittwoch mit sofortiger Wirkung die Ehrenmitgliedschaft entzogen.

(dpa)



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