GP Ungarn 2021 (Rennen): Ocon siegt vor Vettel



GP Ungarn

Der elfte Saisonlauf war jeden Cent wert. Esteban Ocon feierte im Chaos von Budapest seinen ersten Formel-1-Sieg vor Sebastian Vettel. Mercedes verpatzte nach einem frühen Rennabbruch die Taktik, machte danach aber Vieles richtig. So schaffte es Lewis Hamilton sogar noch auf das Podest. Max Verstappen landete nur auf dem zehnten Rang.

Die 36. Ausgabe des Grand Prix von Ungarn wird als eines der verrücktesten Rennen in die Geschichte der Formel 1 eingehen. Weder Mercedes noch Red Bull spielten nach einer turbulenten Startphase in der Vergabe um den Rennsieg eine Rolle. Stattdessen balgten sich Alpine und Aston Martin, Esteban Ocon und Sebastian Vettel um den großen Pokal.


Mit dem besseren Ende für den Franzosen. Ocon beglückte sich mit seinem ersten Sieg in der Königsklasse überhaupt. Für Renault-Alpine war es der erste Erfolg seit dem GP Japan 2008 in Fuji. Ex-Weltmeister Vettel raste zum zweiten Mal in dieser Saison nach Baku auf das Podest und zum 123. Mal in seiner Laufbahn. Den dritten Platz errang mit zwei späten Überholmanövern gegen die beiden Spanier im Feld noch Lewis Hamilton.



Start - GP Ungarn 2021 - Rennen


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Valtteri Bottas löste einen großen Crash am Start aus.

Bottas löst Startcrash aus

Das Rennen begann mit einem Knalleffekt. Einsetzender Regen hatte die Teams gezwungen, die Autos mit Intermediate-Reifen für den Start zu bestücken. Der Untergrund war glitschig, was dazu führte, dass es in Kurve 1 gleich zu mehreren Kollisionen kam. In die Unfallserie am Start war fast das halbe Feld verwickelt.


Hamilton und Verstappen kamen zunächst gut vom Fleck. Valtteri Bottas hingegen nicht. Zu seiner rechten Seite zog Lando Norris an ihm vorbei. Der Engländer ordnete sich vor dem Bremspunkt vor dem Mercedes ein. Bottas verschätzte sich. Hinter dem McLaren verlor sein Auto an Anpressdruck auf der Vorderachse und der Finne flog ins Heck seines Vordermanns. Daraufhin donnerte Norris in den Red Bull von Verstappen. Und Bottas in Perez. Schlimmer hätte es für Red Bull nicht kommen können.


Auf der Innenspur räumte Lance Stroll den Ferrari von Charles Leclerc ab. Der Aston Martin schob den roten Rennwagen noch in den zweiten McLaren mit Daniel Ricciardo am Steuer. Weil zu viele Trümmerteile auf der Strecke lagen, sah sich die Rennleitung zu einem Abbruch gezwungen.


Für Perez, Bottas, Leclerc, Norris und Stroll war das Rennen beendet. Die Unfälle sorgten für eine wilde Reihenfolge: Hamilton – Ocon – Vettel – Sainz – Tsunoda – Latifi – Alonso – Russell – Räikkönen und Schumacher in den Top 10. Verstappen musste als 13. eine Aufholjagd starten. Während der Unterbrechung durften die Mechaniker in der Boxenstraße die Autos reparieren.


Hamilton startet allein

Es ging turbulent weiter. In der 25-minütigen Unterbrechung trocknete die Strecke weitläufig auf. Trotzdem rollte das dezimierte Feld geschlossen auf den Intermediates raus. Und es kam direkt nach der Einführungsrunde wieder in die Boxen zurück, um auf Slick-Mediums zu wechseln. Es fehlte nur einer. Mercedes ließ Hamilton auf der Bahn. So entstand ein Jahrhundert-Foto. Der Weltmeister startete allein auf der Zielgerade, während die Gegner auf das Startsignal in der Box warteten.


Die misslungene Taktik kostete den Briten einen möglichen Sieg. Mercedes war gezwungen, Hamilton sofort auf Slicks umzustecken. Dadurch fiel das Auto auf die letzte Position zurück. Vom Spitzenplatz grüßte plötzlich Ocon. Dahinter folgte Vettel mit Nicholas Latifi im Kreuz. Ein Alpine vor einem Aston Martin und Williams. Völlig irre.


Mit Hamilton und Verstappen aus dem Weg duellierten sich Ocon und Vettel um den Sieg. Der Franzose blieb cool und leistete sich keinen Fehler. Aston Martin machte den ersten Zug und beorderte seinen Schützling kurz nach Rennhalbzeit zum Reifenwechsel. Alpine reagierte einen Umlauf später und verhinderte den Undercut. Der Franzose musste um seinen Premierensieg nur noch beim Überrunden zittern. Vettel rückte ihm ein, zwei Mal gefährlich nah, doch Ocon meisterte die Aufgabe mit Bravour.



Lewis Hamilton - Mercedes - GP Ungarn 2021 - Budapest


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Hamilton ist beim Neustart allein, der Rest in der Boxengasse.

Duell zwischen Hamilton und Alonso

Der eine Ferrari draußen, der andere im Kampf um das Podest. Sainz drehte einen langen Stint auf den Mediumreifen, der sich für ihn beinahe ausgezahlt hatte. Der Spanier sah sich bereits auf dem letzten Podestplatz, fiel in der Schlussphase aber doch noch hinter Hamilton zurück. Dennoch lieferte er als Vierter ein gutes Rennen ab. Auch sein Landsmann überragte. Fernando Alonso lieferte sich in der Schlussphase eine tolle Verteidigungsschlacht gegen Hamilton, die er sechs Umläufe vor der Zielflagge verlor. Das Duell der Mehrfach-Weltmeister hatte höchsten Unterhaltungswert.


Der Champion betrieb als Dritter in Summe Schadensbegrenzung. Obwohl sich Hamilton oftmals beschwerte, er habe nicht ausreichend Grip und komme kaum an die vorausfahrenden Autos heran, ging die Reise nach dem Pleitenstart doch vorwärts. Mit einem frühen weiteren Reifenwechsel befreiten die Mercedes-Strategen ihren Superstar aus dem Hinterfeld. Auf den harten Reifen setzte Hamilton dann ein paar Überholmanöver, die ihn in die zweistelligen Punkte brachten.


Mit einem weiteren Boxenbesuch in der 48. Rennrunde wollte Mercedes sogar noch nach dem Sieg greifen. Teamchef Toto Wolff feuerte ihn an. „Du kannst dieses Rennen noch gewinnen.“ Dafür musste der Titelverteidiger noch an Ocon, Vettel, Sainz und Alonso vorbei. Für die beiden Spanier reichte es immerhin.


Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Ungarn - Budapest - Samstag - 31. Juli 2021


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Max Verstappen staubte nur einen Punkt in einem stark angeschlagenen Auto ab.

Verstappen verliert WM-Führung

Alpha Tauri brachte im Chaos von Ungarn beide Autos in die Top 10. Pierre Gasly schaffte es gerade so, der Startkollision auszuweichen. Dadurch fiel er vom fünften Startplatz auf den elften Rang zurück. Das weitere Renngeschehen spülte den Franzosen noch bis an die sechste Stelle nach vorne. Sogar vor den Teamkollegen. Dazu drehte er ganz am Ende noch die schnellste Rennrunde für den Extra-Punkt. Yuki Tsunoda gehörte zu den großen Profiteuren der turbulenten ersten Minuten und sah die Zielflagge schlussendlich als Siebter – trotz eines Drehers.


In diesem Rennen lagen selbst für die Hinterbänkler Punkte auf dem Tablett. Williams ergriff die Chance. Der zwischenzeitliche Podestrang war für Nicholas Latifi nicht zu halten. Trübsal wird der Kanadier dennoch nicht blasen angesichts der achten Position. George Russell ließ seine Mannschaft als Neunter ebenfalls jubeln. Mit zwei Autos in den Punkten überflügelte Williams auf einen Schlag Alfa Romeo in der Team-WM. Die Schweizer Mannschaft fiel am Nationalfeiertag nur durch Zeit- sowie Stop-and-Go-Strafen gegen ihre Piloten auf.


Den letzten Punkt staubte Verstappen ab, obwohl er das gesamte Rennen mit seinem halb kaputten Auto zu kämpfen hatte. Der Niederländer klagte über Unter- und Übersteuern gleichermaßen. Zu allem Überfluss aus seiner Sicht ist er vor der Sommerpause sogar die WM-Führung los. Hamilton geht als Spitzenreiter in den Urlaub.


GP Ungarn 2021 – Ergebnis Rennen

FahrerTeamZeit/Rückstand
1. Esteban OconAlpine2:04:43.199 h
2. Sebastian VettelAston Martin+1.859s
3. Lewis HamiltonMercedes+2.736s
4. Carlos SainzFerrari+15.018s
5. Fernando AlonsoAlpine+15.651s
6. Pierre GaslyAlpha Tauri+63.614s
7. Yuki TsunodaAlpha Tauri+75.803s
8. Nicholas LatifiWilliams+77.910s
9. George RussellWilliams+79.094s
10. Max VerstappenRed Bull+80.244s
11. Kimi RäikkönenAlfa Romeo+1 Runde
12. Daniel RicciardoMcLaren+1 Runde
13. Mick SchumacherHaas+1 Runde
14. Antonio GiovinazziAlfa Romeo+1 Runde
15. Nikita MazepinHaasAusfall
16. Lando NorrisMcLarenAusfall
17. Valtteri BottasMercedesAusfall
18. Sergio PerezRed BullAusfall
19. Charles LeclercFerrariAusfall
20. Lance StrollAston MartinAusfall



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