Süßwarenhersteller Ferrero ruft kurz vor Ostern weitere Produkte wegen Salmonellengefahr zurück. Die Liste reicht jetzt von Ü-Eiern bis zu Weihnachtsartikeln – auch weitere Länder sind betroffen. Deutsche Supermärkte wollen die betroffenen Produkte meist sogar ohne Kassenzettel zurücknehmen.

Kurz vor Ostern weitet sich der Produktrückruf von Ferrero im Zusammenhang mit Salmonellenfällen aus. Der Süßwarenhersteller rief am Donnerstag weitere “Kinder”-Produkte zurück. Neben Deutschland und anderen europäischen Ländern sind nun auch Australien und Israel betroffen. 

 

Oster- und Weihnachtsartikel betroffen

Der Rückruf betrifft neben Osterartikeln mittlerweile auch einige Artikel der vergangenen Weihnachtssaison. Es handelt sich unter anderem um spezielle Überraschungseier und Adventskalender, jeweils mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 20. April 2022, wie aus einer am Donnerstag im Portal lebensmittelwarnung.de veröffentlichten Übersicht hervorgeht. Betroffen von der Ausweitung des Rückrufs seien lediglich Bayern, Berlin, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, wie es in dem von Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sowie den Ländern betriebenen Portal weiter hieß.

Nach Angaben von Ferrero sind ausgewählte Chargen von “Kinder“-Produkten von dem Rückruf betroffen, die in Belgien hergestellt werden. Es gehe “um einen möglichen Zusammenhang mit einer Reihe von gemeldeten Salmonellenfällen”. Obwohl keines der “Kinder”-Produkte positiv auf Salmonellen getestet worden sei, nehme Ferrero die Angelegenheit sehr ernst, “denn der Schutz der Verbraucher hat für uns oberste Priorität”. 



Ü-Eier: Figuren sind unter Sammlern ein kleines Vermögen wert.

105 bestätige Salmonellenfälle

In Europa nahmen die EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA und die EU-Gesundheitsbehörde ECDC Untersuchungen auf. Die beiden Behörden hatten am Mittwoch von 105 bestätigten Salmonellenfällen und 29 Verdachtsfällen gesprochen, die meisten davon bei Kindern im Alter von unter zehn Jahren. Bestimmte Schokoladenprodukte seien als wahrscheinlicher Infektionsweg identifiziert worden.

Wie EFSA und ECDC weiter mitteilten, ist der Ausbruch durch einen ungewöhnlich hohen Anteil an Kindern gekennzeichnet, die ins Krankenhaus müssen, darunter einige mit schweren Symptomen wie blutigem Durchfall. Bestimmte Schokoladenprodukte seien als wahrscheinlicher Infektionsweg identifiziert worden.

Von dem Rückruf in Deutschland sind Chargen von Kinder-Überraschungseiern (Dreierpack) mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum zwischen April und Juni 2022 betroffen, ebenso Kinder-Schoko-Bons und Kinder-Schoko-Bons White mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum zwischen Mai und September 2022.

Zurückgerufen werden den Angaben zufolge außerdem die Produkte Kinder-Überraschung Maxi (100 Gramm), Kinder-Mini-Eggs (100 Gramm) sowie Kinder-Mix-Packungen, die einen der oben genannten Artikel enthalten, mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum zwischen August und September 2022. Alle Artikel wurden laut Ferrero in derselben Fabrik hergestellt.

Alle zurückgerufenen Artikel samt Chargennummern finden Sie in dieser Übersicht von lebensmittelwarnung.de.

So reagieren die Supermärkte

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat die großen deutschen Lebensmittelhändler gefragt, wie sie den Rückruf praktisch handhaben. Die meisten wollen sich kulant zeigen und die betroffenen Produkte auch ohne Kassenzettel zurücknehmen. Hier sind die Antworten der Supermärkte und Discounter:

Netto Marken-Discount: “Grundsätzlich gilt bei uns, dass Kundinnen und Kunden, die die entsprechenden Produkte gekauft haben, diese gegen Erstattung des Kaufpreises auch ohne Vorlage des Kassenbons in ihren Einkaufsstätten zurückgeben können.”

Edeka: “Selbstverständlich können Kundinnen und Kunden, die die entsprechenden Produkte von Ferrero gekauft haben, diese gegen Erstattung des Kaufpreises auch ohne Vorlage des Kassenbons bei EDEKA zurückgeben.”

Rewe und Penny: “Es handelt sich bei den betroffenen Produkten um Markenartikel. Insofern gibt Ferrero den Weg vor, wie Kunden diese Produkte gegen die Erstattung des Kaufpreises zurückzugeben können. Sollten Kunden in Einzelfällen auch in unseren Märkten die betroffenen Produkte zurückgeben wollen, so werden wir eine kulante Regelung finden.”

Kaufland: “Die Sicherheit der Produkte in unserem Sortiment steht für uns an erster Stelle. Da wir Produkte aus dem von Ihnen genannten Produktionswerk beziehen, haben wir die vermeintlich betroffenen Artikel und deren Chargen von Ferrero bereits am 5. April vorsorglich aus dem Verkauf genommen. Produkte, die vom öffentlichen Rückruf von Ferrero betroffen sind, nehmen wir auch ohne Kassenzettel zurück.”

Aldi NordWir möchten, dass unsere Kundinnen und Kunden sich mit ihrem Einkauf bei uns wohlfühlen und mit der Qualität unserer Produkte zufrieden sind. Deswegen bieten wir mit der „ALDI Garantie“ eine unkomplizierte Umtausch- und Garantieregelung an. Lebensmittel, die bei uns gekauft worden sind, können zeitlich unbegrenzt und ohne Vorlage des Kassenbons zurückgegeben werden.”

Aldi Süd: “Der Lieferant Ferrero Deutschland GmbH ruft aus Gründen des vorsorglichen Verbraucherschutzes ausgewählte Chargen von Kinder Produkten freiwillig und vorsorglich in Deutschland zurück. Wir haben die betroffenen Artikel bereits vorsorglich aus dem Verkauf genommen. Bei ALDI SÜD betrifft das konkret die folgenden Artikel:

– Kinder Überraschung 3er-Pack (classic und rosa), MHD:10.04.2022-21.06.2022– Kinder Überraschung 4er-Pack, MHD: 21.08.2022– Kinder Überraschung Maxi Classic 100g, MHD: 21.08.2022-Kinder Mix Bunte Mischung 132g, MHD: 21.08.2022

ALDI SÜD wird den Rückruf mit einer Meldung auf der ALDI SÜD Webseite sowie mit Filialaushängen unterstützen. Die betroffenen Produkte können in allen ALDI SÜD Filialen zurückgegeben werden. Den Kaufpreis bekommen Kunden selbstverständlich auch ohne Kaufbeleg erstattet.”

Lidl: “Lidl in Deutschland unterstützt den freiwilligen und vorsorglichen Produktrückruf von kinder-Artikeln vom Markenhersteller Ferrero. Die bei Lidl gekauften Produkte können in allen Filialen zurückgegeben werden. Der Kaufpreis wird selbstverständlich erstattet, auch ohne Vorlage des Kassenbons.”

bak
DPA



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