Die Höhle der Löwen: Die Erfindung von drei jungen Schweizern ist zu genial – und zu teuer

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„Die Höhle der Löwen“
Den Löwen ist die Erfindung von drei jungen Schweizern zu genial – und zu teuer

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Die Höhle der Löwen:

Die Löwen nahmen die Deals gewohnt genau unter die Lupe – und diskutierten fleißig darüber

© Bernd-Michael Maurer / PR

Duft-Doping für Katzen, eine Survival-App für Allergiker und eine Wurst, die eine ganze Existenz retten musste: Selten war eine DHDL-Folge so voller Kitsch und Emotionen. Den größten Aufreger lieferte ein Rollstuhl-Startup – mit dem höchsten Kapitalbedarf in der Geschichte der Show.

Von Mark Stöhr

Fünf Millionen Euro. Den Löwen fiel fast der Kugelschreiber aus der Hand. Noch nie hatte ein Gründerteam in der „Höhle der Löwen“ ein so hohes Investment gefordert. Und das bei einem Beteiligungsangebot von gerade mal zehn Prozent. Wer so selbstbewusst auftritt, muss schon eine Wahnsinnserfindung mitgebracht haben. Und die Macher von Scewo enttäuschten die Investoren nicht.

Die präsentierten Produkte:

Catlabs – Katzenspielzeug mit Duftfüllung

Iss doch Wurscht – Currywurst im Glas

Hackboe – Freischneider zur Beseitigung von Unkraut

HealthMe – App zur Erkennung von Unverträglichkeiten in Lebensmitteln

Scewo – E-Rollstühle mit Treppenfunktion

Der teuerste No-Deal aller Zeiten

„Ist das ein Science-Fiction-Film?“, fragte sich Dagmar Wöhrl, als der Rolli von Scewo die Raupen ausfuhr, um eine Treppe zu überwinden, und später sogar noch eine Hebefunktion präsentierte. Die drei Schweizer Tüftler hatten tatsächlich an alles gedacht. Sogar ihre Marketinglektionen hatten sie gelernt. Ihr Gefährt sei der „wohl coolste Elektrorollstuhl der Welt“, der „Tesla unter den Rollstühlen“. Dem widersprach niemand in der Jury. Staunen und Bewunderung allenthalben.

Allein der immense Kapitalbedarf brachte die Löwen wieder zurück in die Gegenwart. „Ich wäre gerne Teil eurer Reise“, sagte Nico Rosberg, „aber die Summe sprengt für mich den Rahmen. Ich kann nicht so viel Geld in ein einziges Startup stecken.“ Am längsten überlegte Carsten Maschmeyer. Er rief sogar bei einem Geschäftspartner an, um sich zu beraten – ein Novum, das nicht bei allen Kollegen gut ankam (Georg Kofler: „Ich dachte immer, dass wir hier an Ort und Stelle Entscheidungen treffen“). Am Ende entschied sich Maschmeyer gegen ein Investment. „Ihr habt einen Rolls-Royce gebaut“, lautete seine Begründung, „aber im Rollstuhlsegment gibt es nur wenige Rolls-Royce-Fahrer.“

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Dümmel und Kofler machen zum ersten Mal gemeinsame Sache

In der kuscheligen Katzenwelt kamen sie zusammen, wer hätte das gedacht. Ralf Dümmel und Georg Kofler waren gleichermaßen angetan von Catlabs, einem mit Bio-Katzenminze oder Bio-Baldrianwurzel gefüllten Katzenspielzeug. „Der Bereich ist riesig“, jubelte Dümmel – und Kofler stellte der Gründerin in Aussicht, aus ihrer Marke ein „international agierendes Unternehmen“ zu machen. Selbst die ethisch korrekte Fertigung der Ware, auf die die Labelchefin großen Wert legt, schreckte die beiden Großkapitalisten nicht ab.

Catlabs wird im Rahmen eines sozialen Projekts in einer Filzmanufaktur in Katmandu produziert. Nils Glagau sah hier einen Spalt, durch den er vielleicht zu einem Deal kommen könnte. Er habe in der nepalesischen Hauptstadt einmal in einem Kloster gelebt, merkte er an. „Wann immer du dahin fliegen willst, bin ich der erste, der mit dir im Flieger sitzt.“ Er blitzte ab. Stattdessen machen Dümmel und Kofler, die noch nie einen Deal zusammen eingetütet haben, ihren Jungfernflug.

Der Gründer der Herzen

Das gab es auch noch nicht: eine Kapitalforderung von 49.000 Euro für 49 Prozent. Für den Duisburger Foodtruck-Besitzer Marco ging es bei seinem Pitch um alles. Er hatte durch Corona sein komplettes Geschäft verloren und stand zum Zeitpunkt der Aufzeichnung kurz vor der Pleite. Seine Currywurst im Glas, die er unter dem Namen Iss doch Wurscht (der stern hat das Produkt getestet) bislang in ausgewählten Supermärkten verkauft hat, soll die Wende bringen. Das Feedback der Löwen: megalecker. Auch die Veggie-Variante erntete Begeisterungsstürme.

Mehr noch als die Wurst überzeugte die Investoren aber der Gründer, der sich als „aufgewecktes Kerlchen“ vorstellte und keinen Hehl aus seiner verfahrenen Situation machte. Ralf Dümmel enterte die Bühne („Deine Geschichte bewegt mich“) und machte den Deal mit einem Handschlag klar. Zum Schluss erhob noch der sonst so bärbeißige Georg Kofler das Wort: „Du nimmst dein Schicksal selbst in die Hand und bist für viele gerade zu einem Riesenvorbild geworden.“ Standing Ovations beim Abgang – das gab es auch noch nicht in der Höhle.


Damit verdienen die DHDL-Juroren ihr Geld

App für Allergiker

25 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter einer oder mehreren Lebensmittelunverträglichkeiten. Ihr Alltag: im Kleingedruckten nach möglichen Übeltätern recherchieren. Doch oft reichen schon kleinste Spurenelemente, die auf den Verpackungen gar nicht dokumentiert sind, um große allergische Reaktionen auszulösen. Mit ihrer App HealthMe will eine 24-jährige Studentin einen Ausweg aus dem Gluten- und Laktose-Wirrwarr bieten. Vier Millionen Produkte hat sie in der Datenbank ihres digitalen Helfers hinterlegt.

Nils Glagau sprang sofort auf das Thema an. Seine beiden Kinder vertragen keine Tomaten. Auch Carsten Maschmeyer fand die „Sofortdiagnostik“ der App super. „Ich hätte Lust, Sie unterzuhaken“, bot er der Gründerin onkelhaft an. Gemeinsam mit Glagau machte er ihr ein Kombiangebot. Judith Williams nach dem Deal: „Tolles Mädel. Ihre Mama muss so stolz sein.“

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