Trotz massiver Kritik
David Beckham wird laut „Sun“ Gesicht der WM in Katar – und kassiert 180 Millionen Euro

David Beckham mit Nasser al-Khelaifi, Präsident des katarischen Staatsfonds "Qatar Sports Investments" (Symbolfoto)

David Beckham mit Nasser al-Khelaifi, Präsident des katarischen Staatsfonds „Qatar Sports Investments“ (Symbolfoto)

© Adam Davy / Picture Alliance

David Beckham hat einen milllionenschweren Vertrag mit Katar unterschrieben. Einem Medienbericht zufolge wird er das Gesicht der umstrittenen Fußball-WM, die 2022 in dem Emirat ausgetragen wird. Der Ex-Fußballstar soll dafür umgerechnet rund 180 Millionen kassieren.

David Beckham soll zum Symbol der umstrittenen WM in Katar werden. Wie die britische Boulevardzeitung „The Sun“ berichtet, hat er einen Zehnjahresvertrag für insgesamt rund 180 Millionen Euro unterschrieben. Dem Blatt zufolge soll Beckham als Botschafter auch den Tourismus und die Kultur im Land fördern. Der Ex-Fußballprofi von Manchester United soll kommenden Monat offiziell vorgestellt werden.

Seit der Vergabe der WM-Austragungsrechte hat es in Katar eine extreme Bau-Offensive gegeben. Dabei steht das Land wegen Meschenrechtsverletzungen und schlechter Arbeitsbedingungen immer wieder in der Kritik. Der Austragungsort Katar ist stark umstritten. Beckham wurde jedoch versichert, dass die Fans in dem Emirat sicher seien und in den Stadien Regenbogenflaggen zeigen dürften. 

David Beckham glaubt an ein „seriöses Engagement“

Anfang Oktober war Beckham für eine Woche nach Doha, der Hauptstadt von Katar, geflogen, um Stadien zu besichtigen. Dabei wurde er auch über den zunehmenden Frauenanteil in der Regierung informiert. Ein Sprecher Beckhams sagte gegenüber der „BBC“: „David besucht Katar seit über einem Jahrzehnt regelmäßig und spielte später für PSG (Der Verein gehört seit zehn Jahren dem katarischen Staatsfonds „Qatar Sports Investments“). Er hat also die Leidenschaft für den Fußball in diesem Land und das langfristige Engagement gesehen, welches für die Ausrichtung der Weltmeisterschaft und die Schaffung einer dauerhaften Erbschaft für die Region gemacht wurde.“

Eine dem Ex-Fußballprofi nahestehende Quelle soll gesagt haben, dass er die erste Weltmeisterschaft in einem überwiegend muslimischen Land wichtig für die Region und einen positiven Wandel halte. Zudem soll es geheißen haben: „Natürlich wollte David sicherstellen, dass er über die Fakten und alle Bedenken, die er für Fußballfans, seine schwulen Freunde sowie seine Fans haben könnte, informiert ist.“ Einige der Gesetze und Überzeugungen in Katar würden sich von denen des Ex-Fußballprofis unterscheiden, dennoch glaube er, dass das Engagement seriös sei. Beckham habe Beweise für ein proaktives Engagement der WM-Organisatoren gegenüber der LGBTQ-Community, eine Organisation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern, gesehen.

Organisationen werfen dem Wüstenstaat allerdings vor, Arbeitsmigranten auszubeuten. Immer wieder gibt es Berichte über tote Arbeiter im Zusammenhang mit der WM 2022. Der britische „Guardian“ berichtete bereits vor einigen Monaten von über 6.500 toten Arbeitsmigranten, die seit der WM-Vergabe 2010 bis Ende 2020 gestorben sind. Außerdem steht Katar auch wegen seiner Haltung gegenüber Frauen und Homosexuellen in der Kritik.


"Menschrechte" lautete die schlichte Mahnung der Nationalelf in Richtung Katar

„Zutiefst besorgniserregende Menschenrechtslage in Katar“

Die internationale Menschenrechtsorganisation Amnesty International rief den Ex-Fußballprofi von Manchester United zum Handeln auf. „Es ist nicht überraschend, dass David Beckham an einem so großen Fußballereignis beteiligt sein will, aber wir möchten ihn dringend bitten, sich über die äußerst besorgniserregende Menschenrechtslage in Katar zu informieren und bereit zu sein, sich dazu zu äußern“, sagte Sacha Deshmukh, Geschäftsführer von Amnesty International UK. Demnach sollte der englische Ex-Fußballstar „sein einzigartiges, weltweites Profil nutzen, um die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf die Menschrechtsprobleme im Zusammenhang mit den Spielen“ zu richten.

Die Menschenrechtslage bereite „von der langjährigen Misshandlung von Arbeitsmigranten über die Einschränkung der Meinungsfreiheit bis hin zur Kriminalisierung gleichgeschlechtlicher Beziehungen“ Sorge. „Besonders besorgniserregend ist die Misshandlung von Wanderarbeitern, die durch ihre harte Arbeit die Fußballweltmeisterschaft erst möglich machen“, heißt es weiter in einer Pressemitteilung von Amnesty International.

Trotz einiger Reformen würden Wanderarbeiter immer noch nicht bezahlt, und die Behörden hätten es versäumt, Tausende von Todesfällen in den vergangenen zehn Jahren zu untersuchen. Und das obwohl es Beweise für einen Zusammenhang zwischen vorzeitigen Todesfällen und unsicheren Arbeitsbedingungen gebe. Es müsse mehr getan werden, damit die Weltmeisterschaft ein positives Erbe hinterlasse und die Menschenrechtssituation in Katar verbessert werde.

Quellen: BBCAmnesty International



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