Bundesliga im stern-Check
Statt Schiri-Diskussionen: Der BVB sollte sich an die eigene Nase fassen

Mit hängendem Kopf steht Mats Hummels von Borussia Dortmund Platz, nachdem der Schiedsrichter das Spitzenspiel gegen den FC Bayern München abgepfiffen hat. 2:3 heißt es am Ende aus Dortmunder Sicht. Besonders bitter für Hummels: Er hatte den Ball im Strafraum an den Ellenbogen bekommen, Schiedsrichter Zwayer deswegen einen umstrittenen Elfmeter gegeben, den Robert Lewandowski zum Siegtor nutzte.

BVB-Spieler Mats Hummels wusste nach Abpfiff selbst, dass er gegen den FC Bayern München nicht den besten Tag hatte

© Ina Fassbender / AFP

Im Spitzenspiel gegen den FC Bayern zieht Borussia Dortmund auch wegen strittiger Schiedsrichter-Entscheidungen den Kürzeren. Statt aber nur auf Schiedsrichter Zwayer zu schimpfen, sollten die Dortmunder ihre eigene Leistung hinterfragen.

So lief der Spieltag

Alle Ergebnisse des 14. Spieltags, die Tabelle und Statistiken zum Nachlesen finden Sie hier im stern-Ticker.

Aufreger der Spieltags 

Das Spitzenspiel zwischen Borussia Dortmund und Bayern München wurde den Erwartungen mehr als gerecht. Nach dem Spiel stand allerdings nicht der Schlagabtausch zweier Spitzenmannschaften im Fokus, sondern Schiedsrichter Felix Zwayer. Der hatte durch drei Entscheidungen gegen den BVB das Spiel zugunsten der Bayern kippen lassen – was nicht nur dem Dortmunder Trainer Marco Rose so aufregte, dass er mit gelb-roter Karte die Bank verlassen musste, sondern auch BVB-Spieler Jude Bellingham zum Satz hingerissen hatte: “Du gibst einem Schiedsrichter, der schon in Spielmanipulationen verwickelt war, das größte Spiel in Deutschland. Was erwartest du?” Damit hatte der englische Nationalspieler auf den Skandal um Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer im Jahr 2004 angespielt, in dem auch der Name Zwayer mehrfach aufgetaucht war.

BVB-Vereinsboss Hans-Joachim Watzke sprang dem 18 Jahre alten Profi verbal zur Seite. “Sein Satz ist nicht falsch, auch wenn er ihn nicht sagen muss. Aber das ist dann auch der Emotionalität geschuldet, die man einem 18-Jährigen zugestehen muss. Jude hat niemanden beleidigt, sondern ein Faktum geschildert”, sagte Watzke dem “Kicker”. Weniger verständnisvoll reagierte Oliver Kahn auf die Äußerung von Bellingham. “Das geht natürlich schon einen gewaltigen Schritt zu weit”, sagte der Münchner Vorstandschef am Sonntag bei “Sky 90”. Sky-Experte Dietmar Hamann forderte den DFB auf, mit aller Härte zu ermitteln. Man könne nicht zulassen, dass ein Spieler die “Integrität” des Schiedsrichters in Frage stelle und angreife. Wenig überraschend: Der DFB kündigte am Sonntag Ermittlungen gegen Bellingham an. “Der Kontrollausschuss wird die Äußerung des Dortmunder Spielers Jude Bellingham auf ihre sportstrafrechtliche Relevanz prüfen”, sagte Anton Nachreiner, der Vorsitzende des Gremiums.

Gewinner des Spieltags

Wie entfesselt hat der SC Freiburg am Sonntag Borussia Mönchengladbach überrollt. Nach 37 Minuten stand es 6:0 für die Breisgauer – in Gladbach wohlgemerkt. Kein Wunder, dass die ersten Fohlen-Fans schon vor dem Halbzeitpfiff den Nachhauseweg antraten. Sie verpassten dadurch zwar kein einziges Tor, hatten es aber bestimmt wärmer als im Stadion.

Freiburg steht nun auf dem 4. Tabellenplatz und somit an der Schwelle zur Champions League. Gladbach hat nun fünf Punkte Rückstand auf die Europa-League-Plätze und muss als 13. eher den Blick nach unten richten. Und auch sonst hat der 14. Bundesliga-Spieltag das eine oder andere überraschende Ergebnis gebracht:

Verlierer des Spieltags

Borussia Dortmund muss sich – abgesehen von strittigen Schiedsrichter-Entscheidungen – auch an die eigene Nase fassen. Im Spitzenspiel gegen die Bayern im eigenen Stadion darf man sich einfach nicht die Menge an Fehlern erlauben, die Mats Hummels und Co. abgeliefert haben. Hummels hat an der Mittellinie den Ball einem Bayern-Spieler in die Beine gespielt und so das 1:1 durch Lewandowski selbst eingeleitet. Vor dem 1:2 schoss Guerreiro Hummels an, sodass der Ball zu Coman sprang, der sich die Chance nicht nehmen ließ. Und auch sonst hatten die Dortmunder viel zu viele Ballverluste, um gegen die Bayern zu bestehen. Allein an Zwayer allein lag es also nicht, dass der BVB statt die Tabellenspitze zu erobern nun vier Punkte Rückstand auf Tabellenführer Bayern hat.

Diese Tore sollten Sie (nochmal) sehen

Die Bundesliga hat ein wahres Feuerwerk abgebrannt – also zumindest die Angriffsreihen. Die Defensive hat sich dagegen nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Denn in den neun Partien des 14. Spieltages sind insgesamt 41 Tore gefallen: acht allein in Leverkusen, sechs in Gladbach, je fünf in Dortmund, Augsburg und Hoffenheim. Schwierig, da ein einzelnes herauszupicken. Am besten sie schauen sich alle noch einmal an und entscheiden selbst.

Bild des Tages

Ein Fußballer in gelb-schwarzem Trikot und schwarzer kurzer Hose wird auf einer grauen Trage vom Platz gebracht

Nach einem Zusammenprall mit Bayerns Upamecano war BVB-Stürmer Julian Brandt bewusstlos zusammengesackt und musste nach minutenlanger Behandlung – wieder bei Bewusstsein – mit einer Trage von Platz gebracht werden. “Jule geht es gut”, sagte Trainer Marco Rose noch am Samstag: “Ich habe ein Foto gesehen, wo er den Daumen hoch hat. Und er hat auch schon in die Gruppe geschrieben.” Eine Diagnose, räumte Rose ein, “habe ich nicht”. Der Verein twitterte: “Immerhin Entwarnung aus dem Krankenhaus: @JulianBrandt geht es den Umständen entsprechend gut.”

© Ina Fassbender / AFP



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