Bundesliga-Check: Fürth kann nicht gewinnen, Freiburg lernt verlieren


Bundesliga im Stern-Check
Von Fehlschützen, Traumtoren und Rekordserien

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Bochums Torhüter Manuel Riemann verschießt in der Bundesliga einen Foulelfmeter

Ab in den Abendhimmel: Bochums Torhüter Manuel Riemann verlädt Hoffenheims Torhüter Oliver Baumann, schießt den Ball aber weit übers Tor.

© Lukas Schulze / Getty Images

Ein Torhüter verschießt einen Elfmeter, ein Einwechselspieler wird zum Edeljoker und Greuther Fürth macht Tasmania Berlin Konkurrenz. Der stern-Bundesliga-Check.

So lief der Spieltag

Alle Ergebnisse des 11. Spieltages, die Tabelle und Statistiken zum Nachlesen finden Sie hier im stern-Ticker.

Aufreger des Spieltages

Bochum gegen Hoffenheim hört sich nicht unbedingt nach einer aufregenden Partie an. Doch was der Aufsteiger aus der Dortmunder Nachbarschaft gerade in der zweiten Halbzeit ablieferte, trieb die Hoffenheimer an den Rand des Wahnsinns. Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte wurde Hoffenheim, immerhin mit Europa-Ambitionen angereist, von den Bochumern regelrecht vorgeführt – und hatten dabei Glück, dass Torhüter Oliver Baumann mehrfach einen Rückstand verhinderte. Bis VfL-Trainer Thomas Reis einen genialen Einfall hatte und Soma Novotny und Dejan Pantovic einwechselte. Keine zwei Minuten später führten die Gastgeber, Novothny traf auf Vorlage von Pantovic.

Der Aufreger sollte aber noch folgen: Fünf Minuten nach dem Bochumer Führungstreffer leisteten sich die Hoffenheimer den nächsten Aussetzer: Florian Grillitsch foulte Novothny ziemlich ungeschickt abseits des eigentlichen Spielgeschehens im eigenen Strafraum. Für den fälligen Elfmeter rückte Bochums Torhüter Manuel Riemann an. Im DFB-Pokal hatte Riemann den entscheidenende Elfmeter verwandelt und auch einst gegen Oliver Kahn einen Strafstoß versenkt. Vielleicht etwas zu viel Oberwasser für Riemann, der den Ball in Richtung Ruhr beförderte. Und noch was für die Statistikfreunde: Es war der erste verschossene Elfmeter des VfL Bochum in der Bundesliga seit der Saison 2002/2003.

Damit nicht genug der Aufregung. In der Nachspielzeit wurde Hoffenheim eine eigene Ecke zum Verhängnis. Pantovic bekam vor dem eigenen Strafraum den Ball, ging einige Meter und traf aus über 60 Metern ins verwaiste Hoffenheimer Tor. Für Bochum war es der dritte Sieg im vierten Spiel.

Verlierer des Spieltages

Was macht eigentlich der andere Aufsteiger, die Spielvereinigung Greuther Fürth? Nach zehn Spielen hatten die Franken einen einzigen Punkt auf dem Konto. Durch den Sieg von Arminia Bielefeld in Stuttgart sind sie das einzige Bundesligateam, das noch auf einen Sieg in dieser Saison wartet. Im Kellerduell gegen Eintracht Frankfurt bestätigten die Fürther ihren Ruf als Abstiegskandidat Nummer eins. Zwar waren die Franken engagiert und hätten sich alleine in der ersten Halbzeit gegen biedere Hessen die Führung verdient, doch wieder mangelte es an der Qualität vor des Gegners Tor. Den Fürthern gelang zwar in der Nachspielzeit der Ausgleich, doch nur um im direkten Gegenzug wieder ein Tor zu kassieren und als Verlierer das Feld zu verlassen. Als erstes Team der Bundesligageschichte bleiben die Fürther in den ersten elf Saisonspielen ohne Sieg. Der Weg dürfte in dieser Verfassung direkt zurück in die zweite Liga führen. Ein Punkt nach elf Spielen – so schlecht ist kein Team in den europäischen Top-Ligen. Bei Tasmania Berlin macht man sich langsam Sorgen um den Bundesliga-Negativrekord.

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Gewinner des Spieltages

Eigentlich hätte sich hier Wolfsburgs Angreifer Lukas Nmecha angeboten. Der 22-Jährige hat eine traumhafte Woche hinter sich. Den Führungstreffer beim 2:0-Sieg in Leverkusen am vergangenen Wochenende erzielt, gegen RB Salzburg gelang ihm in der Champions League der Siegtreffer, Hansi Flick berief ihn am Freitag erstmals ins Aufgebot der Nationalmannschaft und am Samstag erzielte er das einzige Tor beim Sieg gegen Augsburg. Eine perfekte Woche für Nmecha und Wolfsburgs neuen Trainer Florian Kohfeldt.

Ein Gewinner ist aber auch die Gleichberechtigung im Profifußball. Beim Duell des TSV Havelse gegen den Halleschen FC in der dritten Liga leitete erstmals ein Frauentrio ein Männerspiel im deutschen Profifußball. Schiedsrichterin Riem Hussein, kürzlich erst ausgezeichnet als Schiedsrichterin des Jahres 2021, wurde von den beiden Linienrichterinnen Katrin Rafalski und Christina Biehl unterstützt und das Trio machte seinen Job fehlerfrei. Gerne mehr davon!

Das Serienende des Spieltages

Nun hat es auch den SC Freiburg erwischt. Beim Spitzenspiel in München kassierten die Breisgauer die erste Niederlage in dieser Saison. Das Team um Kulttrainer Christian Streich war bis dato das einzige ungeschlagene Team der Bundesliga. In den europäischen Topligen sind nur der SSC Neapel und AC Mailand noch ungeschlagen, der FC Liverpool verlor am Sonntag beim 2:3 gegen West Ham United ebenfalls erstmals in dieser Spielzeit.

Das Bild des Spieltages

 

Eigentlich lief das Wochenende für den FC Bayern München perfekt. Das Topspiel gegen Freiburg gewonnen, Verfolger Dortmund lässt in Leipzig Federn. Die Bayern sind auf dem Weg zur neunten Meisterschaft in Serie. Eigentlich alles perfekt, wenn da nicht die leidigen Fans wären, die das Spiel zum Protest gegen die Partnerschaft der Bayern mit WM-Gastgeber Katar und der Fluggesellschaft Qatar Airways nutzten. "Für Geld waschen wir alles rein", stand auf einem großen Transparent, das wenige Minuten nach Anpfiff der zweiten Spielhälfte in der Südkurve gezeigt wurde. Zu sehen waren der Vorstandsvorsitzende Oliver Kahn und Vereinspräsident Herbert Hainer. Gefallen haben dürfte es den Bayern-Bossen nicht, bis zum nächsten Trainingslager in Katar ist dies aber sicherlich vergessen.

Eigentlich lief das Wochenende für den FC Bayern München perfekt. Das Topspiel gegen Freiburg gewonnen, Verfolger Dortmund lässt in Leipzig Federn. Die Bayern sind auf dem Weg zur neunten Meisterschaft in Serie. Eigentlich alles perfekt, wenn da nicht die leidigen Fans wären, die das Spiel zum Protest gegen die Partnerschaft der Bayern mit WM-Gastgeber Katar und der Fluggesellschaft Qatar Airways nutzten. „Für Geld waschen wir alles rein“, stand auf einem großen Transparent, das wenige Minuten nach Anpfiff der zweiten Spielhälfte in der Südkurve gezeigt wurde. Zu sehen waren der Vorstandsvorsitzende Oliver Kahn und Vereinspräsident Herbert Hainer. Gefallen haben dürfte es den Bayern-Bossen nicht, bis zum nächsten Trainingslager in Katar ist dies aber sicherlich vergessen.

© Sascha Walther / Eibner-Pressefoto / DPA



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