CES 2022
Auftakt des Jahres – die Autoshow in Las Vegas

Vinfast CES 2022

Vinfast CES 2022

© press-inform – das Pressebuero

Covid brachte die Consumer Electronic Show 2022 zum Wackeln, doch sie fiel nicht. Die  CES als wichtigste IT- und Elektronikmesse der Welt ist längst auch die erste Auto-Show des Jahres

Die CES des Jahres 2021 wurde als reiner Onlineevent eine müde Nummer und das sollte nicht noch einmal passieren. So kämpften Veranstaltungschef Gary Shapiro und sein Team wie die Löwen, dass sich die Onlinenummer aus dem vergangenen Jahr nicht noch einmal wiederholen würde – sie sollten Recht behalten. Trotzdem sprangen wegen der Pandemie im Tagesrhythmus eine Reihe von Firmen ab und gerade einige Autohersteller bekamen Fracksausen. So sind die Gänge diesmal nicht einmal halb so voll mit Besuchern wie sonst und auch Hallen sowie Außengelände zeigen schmerzhafte Lücken. General Motors war unter Konzern-CEO Mary Barra einer der ersten, der in der Wüste die Segel strich und auf ein eigenes Onlineformat wechselte. Insbesondere um seine neue Elektroplattform Ultium vorzustellen, auf der auf auch der elektrische Chevrolet Silverado unterwegs ist. Der 510 bis 664 PS starke Silverado EV soll in den kommenden eineinhalb Jahren ebenso elektrisch auf den Markt kommen wie die GM-Modelle Hummer, Chevrolet Blazer und Equinox. Zudem soll ein Cadillac-Luxusmodell die deutsche Premiumkonkurrenz beim hochautomatisierten Fahren aufs Korn nehmen. Das ist einmal eine Ansage.

Mercedes hatte mehr Glück, denn die Schwaben zogen sich zwar ebenfalls von dem Großevent in der Wüste Nevadas zurück, hatten die Premiere ihres elektrischen Aerodynamik-Dauerläufers Vision EQXX jedoch in weiser Voraussicht bereits für den Vorabend der CES 2022 als Hybridevent – online wie real – geplant. Für die meisten gab es immerhin noch Onlineware und die Erkenntnis, dass ein sehenswertes Mittelklassefahrzeug Dank Hightech, eines cW-Werts von 0,17 und Formel-1-Technik locker 1.000 Kilometer zurücklegen kann ohne nachzuladen. Nach Aussagen von Daimler-Entwicklungsvorstand Markus Schäfer kündigt die Technik des EQXX die ab 2024 / 2025 verfügbare neue elektrische Kompaktklasse an. Neben Akku-Hightech und nachhaltiger Fertigung scheinen elektrische Reichweiten von 500 Kilometern gesetzt. BMW ist auf der Consumer Electronic Show nur mit einem kleinen Besteck unterwegs und zeigt neben dem Kino-Großbildschirm für den Fond des kommenden Luxus-Siebeners einen abgefahrenen BMW iX, der seine Farbe wechseln kann. Realitätsnäher erscheint da die Sportversion des BMW iX M60, die 619 PS stark auf der Wüstenmesse bei strahlendem Sonnenschein ebenfalls ihre Premiere feiert.

Chance für Newcomer

Während Daimler der Messe pandemiebedingt ebenso fernblieb wie große Zulieferer, gehen andere Marken in die Vollen. Der vietnamesische Emporkömmling Vinfast mit dem jüngst verabschiedeten Ex-CEO Michael Lohscheller stellt unter der neuen Chefin Le Thi Thu Thuy auf der CES in Las Vegas gleich fünf neue Elektrocrossover vor. „Vier von denen sollen auch nach Europa kommen“, sagt CEO Le Thi Thu Thuy und stellt nach Tesla-Vorbild für die nächsten Jahre gleich noch eine neue Produktionsstätte in Deutschland in Aussicht. Erste Vinfast-Modelle kommen dann noch in Vietnam gefertigt Ende des Jahres nach Europa. Alle Modelle von Vinfast bekommen eine Garantie für zehn Jahre oder 125.000 Meilen / 200.000 Kilometer. Der süddeutsche Autozulieferer ZF bringt mit Vinfast ein autonomes Fahrsystem der Stufe 3 für Pkw auf die Straße, das sich sukzessive nach oben skalieren lässt. Zudem setzen die Friedrichshafener auf autonome Fahrsysteme in Shuttle und Transportdiensten. Der Bereich „Transportation as a Service“ bietet schlüsselfertige Lösungen für Planung, Betrieb und Implementierung eines automatisierten Shuttlesystems an, das Innenstädte entlasten und diese mit ländlichen Gebieten verbinden soll. „ZF hat die einmalige Chance, die Mobilität der nächsten Generation zu gestalten – und zwar jetzt“, sagt der ZF-Vorstandsvorsitzende Wolf-Henning Scheider.

Aufschlag für Sony

Sony hat auf der CES auch automobil gesehen bereits zum zweiten Mal einen großen Auftritt. Die Studie des Sony Vision S 02 ist eine Fortführung des 2020 erstmals ebenfalls auf der CES vorgestellten Elektromodells. Der 4,90 Meter lange Crossover mit leichten Anlehnungen an Tesla, Nio und Co wird von zwei Elektromotoren angetrieben, die 400 kW / 544 PS und die 2,5 Tonnen schwere Studie in unter fünf Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen. Ob der bei Magna in Graz federführend entwickelte Elektro-Crossover in den nächsten Jahren wirklich auf den Markt kommt und der Elektronikspezialist Sony unter die Autobauer gehen wird, steht in den Sternen. Da ist Togg, der neue Autobauer aus der Türkei, schon ein ganzes Stück weiter. „Unsere Fertigung wird Ende 2022 fertiggestellt sein und im ersten Quartal läuft unser erster Elektro-SUV dann für den türkischen Heimatmarkt vom Band“, gibt sich Markenchef Mehmet Gürcan Karakas, lange Jahre bei Bosch in verantwortlichen Positionen selbstbewusst, „wir sind eine Technologie-Marke im Bereich der Mobilität. An der Brücke zwischen Ost und West gelegen, wo Rationalität auf Emotionalität trifft, schaffen wir Mobilitätslösungen für eine neue Welt, in der ein anwenderzentriertes und datenfokussiertes Denken dazu führt, dass die Auto-Industrie sich zu einem Mobilitäts-Ökosystem weiterentwickelt.“

Erstmals mit einem großen Auftritt auf der CES: Stellantis mit seinen Marken. So geben die Franzosen in der Spielerstadt nicht nur einen Ausblick auf das führerlose Transportskateboard von Citroen, das für lokale Servicedienste mit einem variablen Kabinenaufsatz ausgestattet werden kann, sondern lässt die Besucher der Messe mit dem My Ami Pop auch von der urbanen Mobilität träumen, die in Europa längst angekommen ist. Mehr Aufsehen als der vierrädrige Zauberwürfel bekommt da nur der Chrysler Airflow, natürlich ein Crossover und das erste reine Elektromodell, das 2025 zum Kunden rollen soll. Ab 2028 wird die US-Marke dann komplett elektrisch.

Die Stunde der Zulieferer

Autozulieferer Bosch stellt auf der CES 2022 in Las Vegas seinen sogenannten Tech Compass als repräsentative Umfrage aus verschiedenen Ländern vor. Nach der Bosch-Umfrage sind 72 Prozent der Meinung, dass die Technologie die Welt zu einem besseren Ort macht. Sogar 83 Prozent sind der Meinung, dass der technische Fortschritt stärker auf die Lösung gesellschaftlicher Probleme ausgerichtet sein sollte. „Menschen wünschen sich, dass Technologie die großen Herausforderungen unserer Zeit löst und den Alltag in vielen Bereichen erleichtert“, so Bosch-Chef Stefan Hartung, „der Bosch Tech Compass zeigt: Die Menschen wünschen sich, dass Technologie die großen Herausforderungen unserer Zeit löst und den Alltag in vielen Bereichen erleichtert.“ Westliche Länder setzen dabei große Hoffnungen in grüne Technologien, Asien in künstliche Intelligenz und den Datenturbo 5G. Nach der Umfrage hofft zum Beispiel mehr als ein Drittel der befragten Deutschen darauf, sich nach Startrek-Vorbild einmal beamen lassen zu können. Na dann – träumen muss erlaubt sein. Gerade in der Pandemie und dann noch in Vegas.

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