Vorwurf des Antisemitismus
Zeugen widersprechen ihm: Gil Ofarim wehrt sich gegen Hotelbericht

Gil Ofarim

Gil Ofarim vor dem Westin Hotel in Leipzig

© MG RTL D

Wurde Gil Ofarim im Westin Hotel Leipzig antisemitisch beleidigt? Ein 120-seitiger Bericht zeichnet ein anderes Bild von dem Abend des 4. Oktober. Dagegen wehrt sich der Musiker nun.

Was geschah wirklich am Abend des 4. Oktober im Westin Hotel in Leipzig? Diese Frage bewegt nach wie vor viele Menschen. Der Musiker Gil Ofarim hatte via Instagram den Vorwurf erhoben, ihm sei das Einchecken verweigert worden, weil er eine Kette mit Davidstern getragen habe. Das Video sorgte für Empörung und Entsetzen. Das Hotel kündigte an, den Vorgang genau aufzuarbeiten und beauftragte die Rechtsanwaltskanzlei Pauka & Link mit der Untersuchung.

Nun liegt der 118 Seiten lange Abschlussbericht vor, aus dem die „Zeit“ in ihrer aktuellen Ausgabe zitiert. Er zeichnet ein ganz anderes Bild von den Geschehnissen an jedem Abend. Nach Aussage mehrerer Zeugen soll von Ofarims Kette mit einem Davidstern in der Hotellobby keine Rede gewesen sein. Schon die vor einiger Zeit öffentlich gewordenen Bilder der Überwachungskamera legten nahe, dass der Sänger die Kette gar nicht sichtbar trug.

Der Konflikt soll demnach anders entstanden sein: Ofarim habe das Gefühl gehabt, andere Kunden würden bevorzugt behandelt. Der Musiker sei daraufhin mit einem Hotelmitarbeiter in Streit geraten und habe gedroht, ein Video bei Instagram hochzuladen, das „viral gehen“ werde. Wie die Wochenzeitung unter Berufung auf den Abschlussbericht schreibt, sollen zwei Mitarbeiterinnen und drei Gäste diese Darstellung bestätigen. Auf Anfrage der „Zeit“ wollte sich Ofarim dazu nicht äußern.

Gil Ofarim arbeitet mit der Staatsanwaltschaft zusammen

Warum, das hat sein Anwalt Markus Hennig, nun erklärt: Ofarim vertraue auf staatliche Ermittlungen und unterstütze ausschließlich diese. „Nach meiner Auffassung sollten die Ermittlungen auch weiterhin der verantwortlichen Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei vorbehalten bleiben, die sehr engagierte Arbeit leisten“, wird Ofarim in einem Anwaltsschreiben zitiert, das der Website „T-Online.de“ vorliegt. 

Gleichzeitig wird die Glaubwürdigkeit des Abschlussberichts angezweifelt. „Ein vom Hotel bezahlter Untersuchungsbericht wird genauso wie zuvor an die Medien gespielte unvollständige Videosequenzen kein Beitrag zur Wahrheitsfindung sein.“ Ofarim fordere „eine ernsthafte Auseinandersetzung“ mit dem alltäglichen Antisemitismus.


Gil Ofarim

Der Sänger habe bewusst keinen Beitrag geleistet zur Untersuchung des Hotels, dies sei auch „mit der ermittelnden Staatsanwaltschaft bereits von Anfang an“ so verabredet gewesen, so die Darstellung von Ofarims Anwalt Markus Hennig.

Und so ist auch der Bericht des Westin Hotels nur ein weiterer Baustein auf dem Weg zur Wahrheitsfindung. Für ein umfassendes Bild wird man wohl auf den Abschluss der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft warten müssen. 

Verwendete Quellen„Die Zeit„, „T-Online.de“

che



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