Natürlche Energie
Statt Sichtschutz – Amerikaner entwickelt den Windzaun für jedermann

Windenergie, die nicht die Landschaft verschandelt.

Windenergie, die nicht die Landschaft verschandelt.

© Doucet / PR

Strom aus dem Zaun – diese Vision hat der US-Erfinder Joe Doucet. Sein Modul könnte Zäune und Sichtschutzwände ersetzen. Ein einziges soll den Strombedarf eines Hauses decken.

Solarenergie kann jeder nutzen, sofern er nur ein paar Quadratmeter Fläche dafür bereitstellt. Mit Windenergie sieht es anders aus. Tatsächlich gibt es auch Mini-Varianten der großen Windturbinen, in der Praxis sind sie aber wegen ihres Lärms häufig auch dann nicht zu gebrauchen, wenn genügend Wind in Bodennähe herrscht.

Eine spanische Firme entwickelt daher Windgeneratoren, die wie ein Palmenwedel aussehen. Schwingen sie im Wind, erzeugen sie durch den Piezo-Effekt Strom.

Große Fläche für schwache Winde

Auf eine andere Idee ist der amerikanische Designer und Unternehmer Joe Doucet gekommen. Er hat eine Windwand vorgestellt. Sie könnte man überall dort aufstellen, wo heute Zäune stehen. Optisch erinnert sein Entwurf an eine ganz gewöhnliche Sichtschutzwand. In einem Rahmen sind 25 Achsen eingelassen, auf ihnen sind kleine quadratische Schaufeln aufgesteckt. Strömt die Luft an der Wand entlang, setzen die Schaufeln die Stäbe in Rotation und treiben so die Generatoren an.

Anstatt einer Großturbine werden sehr viele kleine Einheiten benutzt. Ein Modul ist 2,4 Meter hoch und 7,6 Meter lang. Durch die relativ große Fläche soll auch bei schwachem Wind Strom erzeugt werden. Doucet hat einen Prototyp gebaut und stützt darauf seine Berechnungen. Demnach müsste ein Modul unter günstigen Bedingungen den Strombedarf eines Hauses decken.

Sein Entwurf nimmt im kleinen Format eine Idee des norwegischen Windcatchers auf. Anstelle eines riesigen Propellers, werden beim Windcatcher 117 kleine Rotoren in einem Rahmen geclustert. Nur, dass der Rahmen des Windcatchers 300 Meter hoch sein wird. 

Das wahre Potenzial sieht Doucet allerdings nicht im Einzelhaus, sondern in größeren gewerblichen Gebäuden und sogar in Städten. „Anstelle der typischen Stützmauern entlang von Straßen und Autobahnen könnte man eine ganze Reihe dieser Mauern aufstellen“, sagte Doucet zu „Fast Company“. „Mit dem zusätzlichen Windschub durch die Lastwagen könnten unsere Autobahnen unseren gesamten Energiebedarf decken.“

Lösung für den Eigenbedarf

Grundsätzlich muss man einwenden, dass es einen Grund hat, warum Windturbinen nur an bestimmten Orten stehen und in die Höhe streben. Dort ist die Windausbeute größer. Gerade in bebauten Gebieten gibt es in Bodennähe viele Zonen, in denen sich der Windzaun von Doucet kaum rechnen wird. Einerseits. Andererseits gibt es viele Gebäude, Zäune und Lärmschutzwände in sehr windigen Gegenden – dort könnte die Windmauer Sinn ergeben. Der Vorteil der Windwände liegt in ihrem Platzbedarf. Sie benötigen, wenn sie andere Begrenzungen ersetzen, keine zusätzliche Fläche und würden die Landschaft wegen ihrer geringen Höhe auch nicht verschandeln. Das komplizierte Genehmigungsverfahren der großen Turbinen könnte bei dem Zaunersatz entfallen.

Zwar ist kaum anzunehmen, dass der Windzaun genauso billigen Strom wie eine große Turbine liefern kann, aber das ist auch nicht nötig. In der EU muss die Produktion vom Strom für den Eigenbedarf nur billiger sein als der Strom aus dem Netz. Bei Preisen von 30 Cent die Kilowattstunde und höher ist das nicht besonders schwer.



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