Generalstabschef
Generalstabschef Algerien Said Chengriha

Militärgericht fällt Todesurteil gegen Guermit Bounouira wegen mutmaßlichem Geheimnisverrat.

Blida – Guermit Benouira, ehemaliger Privatsekretär des verstorbenen Generalstabschefs der ANP, Ahmed Gaïd Salah, und starken Mann hinter Langzeitherrscher, Präsident Bouteflika, wurde am vergangenen Montag vom Militärgericht in Blida zum Tode verurteilt. Dies meldete die algerische Zeitung Al Watan, unter Berufung auf gut informierte Kreise. In dem nur einen Monat andauernden Prozess, ging es, um die mutmaßliche Weitergabe „sensibler und vertraulicher Informationen, welche als geheim eingestufter“ seien und die „die Interessen der ANP und des Staates“ berühren.

In dem Prozess wurden auch Mohamed Larbi Zitout und General Ghali Beleksir in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Urteil gegen den Privatsekretär des verstobenen Generalstabschefs fiel ca. ein Jahr und fünf Monate nach seiner Auslieferung aus der Türkei, aufgrund eines algerischen Haftbefehls.

Der Posten des Generalstabschefs ist der höchste militärische Posten in Algerien. Aufgrund des großen Einflusses des algerischen Militärs gilt dieser Rang als mächtigste Position in Algerien. Bei den beiden anderen in Abwesenheit verurteilten Angeklagten handelt sich, um den ehemaligen Chef der nationalen Gendarmerie, General Ghali Beleksir, der sich im Ausland befindet, und Mohamed Larbi Zitout, ein in London lebender Aktivist in sozialen Netzwerken und einer der Anführer der Rachad-Bewegung, die von den algerischen Behörden zu einer „terroristischen Organisation“ erklärt wurde und welche von Marokko unterstütz sei.

Aufmerksamkeit für Benouira wegen Anschuldigungen gegen amtierenden Armeechef

Das Verfahren in Algerien sollte eigentlich ohne große Aufmerksamkeit ablaufen. Doch dem nun zum Tode verurteilte Guermit Benouira gelang es ein Video über die sozialen Medien verbreitet zu lassen, in dem er den amtierenden Armeechef und starken Mann Algeriens, Generalstabschefs Said Chengriha, des Drogen- und Waffenhandels beschuldigte. Das Video wurde im Internet bekannt, nachdem der ehemalige algerische Diplomat Mohamed Larbi Zitout es mit seinen Anhängern in den sozialen Medien geteilt hatte. In seinem Video sagte Bounouira, dass einige Militärs in Algerien, darunter auch General Chengriha, von den hohen Einnahmen aus dem Drogen- und Waffenhandel profitierten. Er beschuldigte Chengriha direkt, Drogenbaronen mit Netzwerken an der marokkanisch-algerischen Grenze geholfen zu haben, große Mengen von Drogen nach Algerien zu schmuggeln.

Laut Bounouira bestanden die Verbindungen des Stabschefs der algerischen Armee zum Drogenschmuggel von 2004 bis 2018, als er die dritte Militärregion Algeriens an der Landgrenze zu Marokko befehligte.

General Chengriha wäre nicht nur in den Drogenschmuggel verwickelt, sondern handelte auch mit Waffen aus Libyen, die er dann zur Verbreitung falscher Nachrichten über angeblich von der algerischen Armee zerschlagene Terrorzellen verwendete, so Bounouira.

Gegen Ende seines Videos drohte Bounouira, eine Liste mit den Namen aller algerischen Generäle und anderer hochrangiger Offiziere zu veröffentlichen, die in den Drogenhandel verwickelt seien.

Schwere Anschuldigungen gegen Armeespitze

Die Anschuldigungen sind schwerwiegend und bisher nicht untermauert. Es ist unklar, ob Guermit Benouira hier eine Drohkulisse aufbauen möchte, um der Todesstrafe zu entgehen, oder ob hinter den Anschuldigungen auch Beweise stehen. Algerien beschuldigt für den Drogenhandel stets Marokko. Drogenschmugglern aus Marokko soll es immer wieder gelingen, die eigentlich stark bewachte Grenze zwischen beiden Ländern zu überwinden. Derzeit herrschen große diplomatische Anspannungen zwischen beiden Ländern, die auch zu einer verstärkten Militärpräsenz auf beiden Seiten der Grenze geführt haben, was auch den Drogenschmuggel behindert sollte, sofern nicht entsprechende unterstützende Netzwerke auf beiden Seiten bestehen.

Algerien – Militär droht Marokko nach Intervention gegen die Polisario.

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